Zitatsammlung "Lernen"

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Das einzige Kriterium der Pädagogik ist die Freiheit, die einzige Methode ist die Erfahrung

Leo Tolstoi

Young children play in a way that is strikingly similar to the way scientists work

Busytown News, zitiert nach einer Signatur in der VPython-Mailingliste

Erzähle mir und ich vergesse.
Zeige mir und ich erinnere.
Lass mich tun und ich verstehe.

Konfuzius, 551-479 v. Chr.

Ich gebe Ratschläge immer weiter. Es ist das einzige, was man damit anfangen kann.

Oscar Wilde

Es ist für Lehrende anstrengend, dafür zu sorgen, dass sich die Lernenden anstrengen.

Hubert Markl, Max-Planck-Gesellschaft

We learn what we live, then live what we learn!

Was deine Überzeugung säht werden deine Sinne ernten.

Der Vergeß

Er war voll Bildungshung, indes,
soviel er las
und Wissen aß,
er blieb zugleich ein Unverbeß,
ein Unver, sag ich, als Vergeß;
ein Sieb aus Glas,
ein Netz aus Gras,
ein Vielfraß -
doch kein Haltefraß.

Christian Morgenstern

suchen wissen

ich was suchen
ich nicht wissen was suchen
ich nicht wissen wie wissen was suchen
ich suchen wie wissen was suchen
ich wissen was suchen
ich suchen wie wissen was suchen
ich wissen ich suchen wie wissen was suchen
ich was wissen

Ernst Jandl, "Die Bearbeitung der Mütze: Gedichte". Darmstadt: Luchterhand, 1978. (S.82)

Leben heißt Lernen

Da es dem König aber wenig gefiel,
daß sein Sohn, die kontrollierten Straßen verlassend,
sich querfeldein herumtrieb,
um sich selbst ein Urteil über die Welt zu bilden,
schenkte er ihm Wagen und Pferd.

"Nun brauchst du nicht mehr zu Fuß zu gehen", waren seine Worte.
"Nun darfst du es nicht mehr", war deren Sinn.
"Nun kannst du es nicht mehr", deren Wirkung.

Nimmt man den Anspruch "Lebenslanges Lernen" ernst, ist die höchste Aufgabe der Schule:an ihrer eigenen Erübrigung arbeiten.

Wir haben die Vorstellung, daß ein Mensch so wenige Fehler wie

möglich machen dürfe, um zu lernen. Doch diese irrige Annahme versperrt unseren Kindern die Möglichkeit, spielerisch zu lernen. Wenn ein Kind nicht auf Entdeckungsreise gehen darf, wird es auch seine Fähigkeit zur Wahrnehmung nicht entwickeln können

Als Achtzehnjähriger war ich technisch so gut wie Raffael. Den Rest meines Lebens habe ich gebraucht, um wie ein Kind malen zu lernen.

Ich rede am liebsten mit Kindern; denn von ihnen darf man doch hoffen, daß sie einmal Vernunft-Wesen werden; die aber, die es geworden sind – herrjemine!

S. Kierkegaard zitiert aus ProjektMaxStirner

Es gibt eine alte Geschichte über die Einwohner einer Insel. Diese Menschen sehnten sich danach, in ein anderes Land auszuwandern, in dem sie ein gesünderes und besseres Leben führen könnten. Das Problem war, daß die praktischen Künste der Schifffahrt und des Schwimmens bei diesen Leuten nie entwickelt worden oder schon vor langer Zeit verloren gegangen waren. So gab es unter der Bevölkerung der Insel einige, die sich einfach weigerten, über Alternativen für das Leben auf dieser Insel nachzudenken. Andere versuchten an Ort und Stelle ihre Probleme zu lösen, ohne an eine Überquerung des Wassers zu denken. Ab und zu erfand einer der Inselbewohner die Kunst des Schwimmens aufs neue, und manchmal kam auch ein hoffnungsvoller Schüler zu so jemanden, der das Wasser zu überqueren wußte. Doch meist entwickelte sich dann etwa folgender Dialog:

Ich möchte schwimmen lernen.
Möchten Sie einen Vertrag aushandeln?
Das ist nicht nötig. Ich muß nur meinen Sack Kohlköpfe mitnehmen können.
Was für Kohlköpfe?
Na, das Essen, das ich auf der anderen Seite brauchen werde.
Dort gibt es besseres Essen.
Wie soll ich das verstehen? Ich kann doch nicht sicher sein. Nein, meine Kohlköpfe muß ich mitnehmen.
Aber mit einem Sack Kohlköpfe können Sie nun mal nicht schwimmen!
Dann kann ich auch nicht mitkommen. Sie nennen es eine Last, ich nenne es meine lebenswichtige Nahrung.
Sagen wir einmal allegorisch statt Kohlköpfe Vermutungen, Vorstellungen, vorgefasste Meinungen oder Gewißheiten ... Was dann?
Ich gehe mit meinen Kohlköpfen lieber zu einem Lehrer, der versteht, was ich brauche.

Education is not the filling of a pail, but the lighting of a fire.

William Butler Yeats

Man sollte sich nicht schlafen legen, ohne sagen zu können, daß man an dem Tage etwas gelernt hätte ... was ich unter dem Lernen verstehe, ist Fortrücken der Grenzen unserer wissenschaftlichen oder sonst nützlichen Erkenntnis; Verbesserung eines Irrtums, in dem wir uns lange befunden haben; Gewißheit in manchen Dingen, worüber wir lange ungewiß waren; deutliche Begriffe von dem, was uns undeutlich war; Erkenntnis von Wahrheiten, die sich sehr weit erstrecken usw. Was dieses Bestreben nützlich macht, ist, daß man die Sache nicht flüchtig vor dem Lichtausblasen abtun kann, sondern, daß die Beschäftigungen des ganzen Tages dahin abzwecken müssen ...

Georg Christoph Lichtenberg

"Der Unterricht tötet unsere Fähigkeit, uns zu wundern. Nur ein Genie kann davon unverdorben bleiben."

Albert Einstein

Ein gutes Bildungswesen sollte drei Zwecken dienen:

Es sollte allen, die lernen wollen, zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens Zugang zu vorhandenen Möglichkeiten gewähren;

es sollte allen, die ihr Wissen mit anderen teilen wollen, Vollmacht geben, diejenigen zu finden, die von ihnen lernen wollen;

schließlich sollte es allen, die der Öffentlichkeit ein Problem vorlegen wollen, Gelegenheit verschaffen, ihre Sache vorzutragen.

Ivan Illich - in: Entschulung der Gesellschaft, 1972

Heute kann man wohl nicht mehr vom Homo Sapiens sprechen, sondern nur noch vom Homo Educandus.

Zu Me-ti sagte ein Schüler: Was du lehrst, ist nicht neu. Dasselbe haben Ka-meh und Mi-en-leh gelehrt und unzählige außer ihnen. Me-ti antwortete: Ich lehre es, weil es alt ist, d. h. weil es vergessen und nur für vergangene Zeiten gültig betrachtet werden könnte. Gibt es nicht ungeheuer viele, für die es ganz neu ist?

Bertolt Brecht in: Me-ti - Buch der Wendungen.

Ich wünsche oft, daß über dem Eingang zu unseren Schulen stünde: "Hier sollt Ihr Spaß am Falschmachen haben!"

"Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, im nächsten Leben, würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen. Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen. Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin. Ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen. Ich wüde mehr riskieren, wüde mehr reisen, Sonnenuntergäge betrachten, mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen ... Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuss gehen. Und ich würde mehr mit Kindern spielen..."

... und dann erinnere ich mich an einen alten Pfarrer, der mal aus dem Nähkästchen plauderte, und erzählte, daß er für seine erste Predigt einen schönen Spickzettel angefertigt hatte wegen seiner Unsicherheit, da stand alles drauf, von dem er dachte, daß er es zu seiner Predigt brauchen würde. Wie er auf die Kanzel stieg, muß in ihm irgendein Sinneswandel vorgegangen sein, jedenfalls verschlimmerte er die Situation auf seltsame Weise dadurch, daß er in seiner Unsicherheit den Spickzettel auf den Boden legte und sich draufstellte. Und mit genau dieser Tatsache begann er seine Predigt..., die merkwürdigerweise das eine oder andere Herz erreichte, wie ihm hinterher berichtet wurde.

aus nlp4all, von adrian, 01/2002

Bei allem was wir Kindern beibringen, hindern wir sie daran, es selbst zu entdecken.

Jean Piaget

Bildung ist die Begrenzung von Information

David Schenk

If you think education is expensive, try ignorance

Derek Bok

Self-education is, I firmly believe, the only kind of education there is.

Isaac Asimov

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Afrikanisches Sprichwort zitiert nach Georg Hafner

Warum darf man sein Geld nicht selber machen?
Warum bringt man sich nicht zuweilen um?
Warum trägt man im Winter Wintersachen?
Warum darf man, wenn jemand stirbt, nicht lachen?

Erich Kästner in: "wieso warum"

Willst du ein Schiff bauen, so rufe nicht die Menschen zusammen, um Pläne zu machen, Arbeit zu verteilen, Werkzeuge zu holen und Holz zu schlagen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen endlosen Meer.

Antoine de Saint-Exupéry

Tut alles aus Freude und aus Liebe, und original. Was ihr nicht lieben könnt, was euch nicht in der Freude erhält und worin ihr auch nur den geringsten Zwang seht, laßt es!

HAP (Helmut Andreas Paul) GRIESHABER

Vieles hätte ich verstanden, wenn man es mir nicht erklärt hätte

Stanislaw Jerzy Lec

Wenn alles schläft und einer spricht, sowas nennt man Unterricht

Quelle unbekannt

Experience is the worst teacher. It always gives the test first and the instruction afterward.

Quelle unbekannt

es bedarf der kleinsten Reise
zu dem allergültigsten Beweise,
daß wir Meer als Fische sind.

*u*

ich zitat suchen
ich nicht wissen was für zitat
ich nicht wissen sinn von zitat
ich suchen was sinn von zitat
ich lernen dass sinn von zitat ist lernen
ich suchen wie lernen was sinn von zitat
ich lernen dass sinn von zitat ist zitat
ich finden zitat

zitat (frei nach ernst jandl)

[#lugo1-z]
Wissen allein ist tot:
die Schule aber ist
Dienerin des Lebens.

Albert Einstein (Anm.)

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Mittwoch, 2. Juni 2004

Welche alternativen Wege der Pädagogik werden versucht ?

Sonntag, 3. Februar 2002

In neoliberalen Zeiten werden auch die Unis immer mehr zu gewinnorientierten Dienstleistungsunternehmen umgebaut. Kritische und nicht direkt ökonomischen Nutzen versprechende Inhalte werden zurückgedrängt bzw. ganz entfernt. Auch Konzepte wie die englische OpenUniversity sind nicht wirklich offen. Die Fernuni Hagen hat wiederum ziemlich geringe Gebühren, aber dafür fixe Studienpläne und Eingangsvoraussetzungen. Welche Alternativen kann es geben?