Genossenschaften

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Genossenschaften (international: Kooperativen) sind Zusammenschlüsse von Menschen, die gemeinsam wirtschaften. Das steht im Gegensatz zu kapitalistischen Wirtschaftsformen, die Kapital einsammeln, um Rendite zu erwirtschaften. Kooperatives Wirtschaften bedeutet: Die Wirtschaftssubkjekte verfolgen ihre Wirtschaftsziele, indem sie sparsam mit ihren Ressourcen umgehen. Kapitalistisches Wirtschaften bedeutet: Die Wirtschaftssubjekte nutzen ihre Ressourcen, um eine möglichst hohe Verzinsung herauszuziehen. Der Hamburger Prüfungsverband PV unterstützt die Gründung neuer Genossenschaften mit einem kostenfreien Gründungsgutachten und der kostenfreien Mitgliedschaft in den ersten zwei Jahren.

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Aus CONTRASTE Nr. 226/227 (Sommer 2003)

GENOSSENSCHAFTEN IN DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN DISKUSSION

Seifenblase oder Rettungsanker?

Zum Selbstverstaendnis von Genossenschaften gehoeren die unternehmerische und soziale Beteiligung der Mitglieder. Allein schon deshalb koennen sie als innovative Loesungsansaetze zur Bekaempfung von Diskriminierung und Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt angesehen werden. Sind sie deshalb schon als arbeitsmarktpolitisches Instrument zu betrachten? Der CONTRASTE-Schwerpunkt thematisiert diese gegenwaertig hochaktuelle, kontraer gefuehrte Diskussion.

Burghard Flieger, Red. Genossenschaften - Ueber eine abgesicherte Einbindung der Mitglieder, die den arbeitsmarktpolitischen Zielgruppen zuzurechnen sind, helfen genossenschaftliche Ansaetze mehr als andere Unternehmensformen, die individuellen Faehigkeiten und Motivationen ihrer Mitglieder zu mobilisieren. Vor diesem Hintergrund stellt ihre innerbetriebliche Organisation, gekennzeichnet durch ein Experimentieren mit neuen Entscheidungsund Managementformen, ein Innovationspotenzial an sich dar, das besondere oekonomische und politische Moeglichkeiten eroeffnet.

Allerdings wird die Rechtsform der Genossenschaft in Deutschland fuer Unternehmen mit sozialen Zielsetzungen wie der Schaffung von Arbeitsplaetzen bisher wenig genutzt. In anderen Laendern der Europaeischen Union gelang es mit Hilfe der grossen genossenschaftlichen Organisationen - der Konsumenten oder der Landwirte - auch im sozialen Sektor die genossenschaftliche Selbsthilfe zu aktivieren. Hier besteht die Moeglichkeit zur Entwicklung neuer Wege, von anderen Laendern der Europaeischen Union zu lernen. Fuer die geringe Zahl der Neugruendungen von Genossenschaften ist eine Reihe von Huerden ausschlaggebend. Ihre Beseitigung bzw. ihr Abbau koennen zu einem wichtigen Impuls fuer verstaerkte Gruendungen von Selbsthilfegenossenschaften beitragen. Die wichtigsten Barrieren sind: 1. Mangel an Kenntnissen ueber die genossenschaftliche Rechtsform; 2. Defizite bei Beratung und Qualifizierung; 3. Mangel an geeigneten Finanzierungsformen; 4. Defizite bei Kooperationsfaehigkeit und Motivation; 5. Fehlen praxisnaher Entscheidungshilfen.

Kein Wundermittel

Allerdings bewirken auch Genossenschaften keine Wunder. Sie ermoeglichen weder den Aufbau von Arbeitsplaetze, wo es keine Arbeit im Sinne bezahlter Taetigkeiten gibt, noch koennen soziale Probleme, bei denen Sozialarbeit und staatliche Interventionen seit Jahren wirkungslos bleiben, durch Genossenschaften eine entscheidende Trendwende erfahren. Entsprechend reagieren Sabine Smentek und Margrit Zauner eher kritisch gegenueber aktuellen Bestrebungen, Produktivgenossenschaften vorrangig als arbeitsmarktpolitisches Instrument zu betrachten. Sie befuerchten, dass sie zu sehr mit gesellschaftspolitischen Zielen ueberfrachtet werden. Nach ihrer Einschaetzung muessen Genossenschaften aber immer dort scheitern, wo sie als Vehikel fuer die Durchsetzung von gesellschaftspolitischen Interessen dienen und ihre eigentlichen betriebswirtschaftlichen Staerken gar nicht erst zum Tragen kommen.

Das Beispiel der hauswirtschaftlichen Dienstleistungsgenossenschaft HausGemacht eG, gegruendet im Mai 1998, veranschaulicht allerdings, welche Moeglichkeiten in der Genossenschaft stecken. Sie wurde gegruendet, um mit einem niedrigschwelligen Angebot dauerhafte Arbeitsplaetze fuer arbeitslose Frauen zu schaffen. Die Verknuepfung des arbeitsmarktpolitischen Ansatzes mit dem Modellcharakter der Rechtsform Genossenschaft diente als Begruendung, um ueber das Programm "Zukunftsoffensive" des Landes Bayern eine Foerderung zu erhalten. Die beiden folgenden Artikel kritisieren dagegen vor allem die Hemmnisse, mit denen genossenschaftliche Neugruendungen konfrontiert werden. Hintergrund hierfuer sind in vielen Faellen, so Delal Atmaca, die ideologische Fixierung auf das Einzelunternehmertum. Die Folge ist, dass Genossenschaften aus vielen staatlichen Gruendungsfoerderungen ausgeschlossen bleiben. Hier, so ihr ueberzeugendes Plaedoyer, gilt es schnellstens Abhilfe zu schaffen.

Schwerpunktthema Seite 7 bis 10

Neue Seiten im Kontext

Sonntag, 22. Mrz 2009

Baugenossenschaft, für

  • Menschen, die solidarisch miteinander und füreinander leben wollen.

  • Menschen, die ökologisch bauen oder sanieren bzw. renovieren wollen, aber alleine finanziell dazu nicht in der Lage sind.

  • Menschen, die gerne mit anpacken bei Planung, Organisation und beim Bau der Wohnungen bzw. bei deren Innenausbau.

  • Menschen, die ihr Geld nachhaltig investieren wollen und dafür bereit sind, auf hohe Renditen zu verzichten.

  • Menschen, die in Zukunft anders wohnen und leben wollen.

Samstag, 6. September 2008

Contraste 288, September 2008. Unter Anderem Beiträge zu dem Projekt Traumschule, Wohnen auf der Dörrwiese, Energiegenossenschaften, Rolf Schwendter.

Samstag, 5. Januar 2008

Netzwerk von Beratern und Begleitern für OpenSpace, die sich seit 1996 als Genossenschaft zusammengeschlossen haben.

Samstag, 17. Februar 2007

Einige Gedanken zum Kongress Solidarische Ökonomie vom 24. bis 26. November an der Technischen Universität Berlin

Mittwoch, 25. Januar 2006

Die F.A.I.R.E. ist eine Genossenschaft, die am 13. Oktober 1996 in Dresden von 39 Weltläden, Privatpersonen und Institutionen gegründet wurde.

Montag, 26. Dezember 2005

Eine von Bremer Studierenden am Tschernobyltag 2006 gegründete Genossenschaft, die irgenwann mal als Großkonzern gerechten Handel ermöglichen soll.

Justa-Tero ist Esperanto und bedeutet Gerechte Erde.

Montag, 21. Januar 2002

Wir wollen den Aspekt am Internet wieder stärken, von dem es in seiner Anfangszeit getragen wurde: von den Nutzern, die gleichzeitig auch die Macher waren, also Selbstbestimmung fördern. Wir wollen eine Alternative zu auf Phantasie gebauten Kommerzialisierung des Internet bieten.

Die Idee von Hostsharing ist, den Gedanken von Open-Source auf Internetdienstleistungen zu übertragen, die mit einer wirtschaftlich tragfähigen Lösung verbunden ist. Dies führt zu einem Drei-Säulen-Modell, die Open-Source und Wirtschaftlichkeit verbinden