Auf der Suche nach dem verlorenen Glück

Version 12, 88.72.231.233 am 25.6.2006 06:50
Daten
Untertitel: Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit
ISBN: 3406060242
Verlag: Beck, München 1983

In diesem Buch beschreibt Jean Liedloff ihre Eindrücke beim Zusammenleben mit den Yequana. Es ist für viele eine Motivation zu einem kooperativeren Umgang mit Säuglingen und Kindern.

Inhaltsübersicht

  1. Wie sich meine Ansichten so grundlegend wandelten

  2. Der Begriff "Kontinuum"

  3. Der Beginn des Lebens

  4. Das Heranwachsen

  5. Die Versagung wesentlicher Erfahrungen

  6. Die Gesellschaft

  7. Die Rückkehr zum Kontinuum

  8. Anhang: Vorschläge für die Forschung (Kinderaufzucht gräßliches Wort, sorry Jean / Psychotherapie)

Zitate:

Die Einstellung der Yequana zu Geschäftsbeziehungen

Diskussion

In unserer Kultur wird Neugeborenen erst der Körperkontakt vorenthalten, den sie (bzw. das Kontinuum in ihnen, so J.L.) erwarten und dadurch ihr Grundvertrauen beschädigt. Später, wenn sie krabbelnd sich die Welt aneignen wollen, werden sie entweder unnötig festgehalten und gewarnt oder erhalten ungefragt Hilfestellungen. Aus dieser Versagung wesentlicher Erfahrungen (Verwöhnung) resultieren Ohnmachtsgefühle, Kleinheitsgefühle und Glücksunfähigkeit. (--MiK)

Ich finde die Frage der Übertragbarkeit der Beobachtungen wichtig: wenn sie als Technik (in Form einer Anleitung zum Tragen der Kinder) Auswirkung haben, wird das nicht viel helfen. Wesentlich ist eine andere Einstellung dem Kind (und anderen Menschen) gegenüber. Zum Tragen gibt es eine Kritik von Anna Tardos, ich kann die bei Bedarf raussuchen. --ToKa

Ich bin grad das zweite Mal am Lesen, nun da mein erstes (eigenes) Kind ein paar Wochen alt ist. Meine Freundin liests auch grad (zum ersten Mal). Wir sehen inzwischen mehrere Kritikpunkte (aber insgesamt natürlich große Zustimmung zu vielen Erkenntnissen): Ken Wilber nennt diese zivilisatorisch-naive Herangehensweise an die Lebensweise eines Urvolks meines Erachtens eine Prä-trans-Verwechslung, also die Verwechslung von prärationaler mit transrationaler Bewußtseinsstufe. Ich kann meinem Sohn (nach einigen Hemmungen) nun auch ungetrübten Körperkontakt geben und wir kuscheln intensiv, so wie man es hierzulande eigentlich nie sieht. Dabei beobachte ich meine Empfindung und schaue genau ob ich das will und/oder ich es für ihn tue. Um dies ein wenig zu erläutern: Ich spiegele mich in ihm und ich erkenne mich ihn ihm, aus mystischer Sicht sind wir (bzw. alle Menschen) eins. Wenn man dies spürt, aber dennoch gleichzeitig seinen Verstand (rationale BW-Stufe) behält, dann ist man auf der transrationalen BW-Stufe (zB. subtile Stufe nach Wilber) → TranspersonalePsychologie; Dies ist nicht der Fall, wenn man die wahre Erfahrung der Einheit der Welt nicht wirklich selber gemacht hat, sondern ein gewisses Maß an Restentfremdung besteht. Dann vermittelt einem die Betrachtung der Lebensweise vieler weniger zivilisatorisch veränderter Völker den Wunsch zu dieser Einigkeit zurück(!)kehren zu wollen, dh. zu einem prärationalen Zustand, dies ist aber eine Regression und niemals mit Erfolg möglich. Man muß sich vergegenwärtigen, daß viele dieser Völker bzw. Stämme dies sehr unbewußt machen, in ihren Ritualen verwurzelt sind, und wenn sie auf andere Stämme oder gar auf die Zivilisation treffen keinesfalls in der Lage sind ihre Vorteile, um die es hier ja geht, zu bewahren bzw. umzuwandeln oder gar zu übertragen und anderen Menschen zu helfen, da sie großteils nicht ein stabiles rationales Bewußtsein erlangt haben (bei den westlichen Menschen ist dies auch nur eine dünne Schicht, ist ja auch nur ein paar Jahrhunderte eingeübt!). Für uns gilt es die Einheit mit der Welt auf neuer Ebene zu erreichen und zu stabilisieren. Dabei ist es auf jeden Fall sinnvoll die Indianer etc. zu studieren und sich in sie reinzuversetzen. Und dann ein tieferes Lebensgefühl hier umzusetzen. Es werden einem zwar viele Hindernisse entgegengesetzt (zB. mißbilligende und neidische Blicke beim Kuscheln in der Öffentlichkeit), aber es geht - es ist wunderschön und es ist der richtige Weg. - Jean Liedloff's Buch hat vor Jahren mitgeholfen, diese Ideen in mich reinzupflanzen, ich bin froh, daß es mir über den Weg gelaufen ist. – FlorianKonnertz, 04-08-20

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Montag, 11. Februar 2002

Dienstag, 5. Februar 2002

Beispiel für eine Kooperative Ökonomie in der Yequana-Kultur.

Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Handelsmethoden ebenso "zivilisiert" werden wie die der Yequana, nicht für sehr hoch ein. Diese Geschichte biete ich nur als ein Beispiel dessen, was als gangbarer Weg anerkannt werden kann, wenn die Kultur es vorschreibt und damit zu rechnen ist, dass die Mitglieder der Gesellschaft, was ihre Beweggründe betrifft, eher sozial als "antisozial" eingestellt sind.