An die Lebenden

Version 7, 79.201.77.34 am 16.6.2009 13:55
Daten
Autor: Raoul Vaneigem
web: http://www.geocities.com/situ1968/leben.html

Klappentext

Eine vehemente Kritik der Ökonomie, die das menschliche Leben verarmen läßt. Eine Abhandlung gegen die Allmacht der Arbeit und die Tyrannei des Geldes; über die Kindheit und die Entstehung der patriarchalen Gesellschaft, die Fehlentwicklung der Zivilisation sowie die heilsame Wirkung der Leidenschaften als wirkliche Quelle des menschlichen Glücks.

"Jeden Tag so angehen, als ob er die Totalität des - intensiv oder dürftig erlebten - Daseins enthielte, das scheint mir eine Einstellung zu sein, in der das individuelle Schicksal mit vollem Bedacht die sicherste Wette eingeht, um sich zu verwirklichen.

Man mag denken, was man will, wichtig ist nicht, daß es einem gelingt, ein Ziel zu erreichen, sondern, daß das Schwingen der Bewegung und Zittern des Pfeils die Zielscheibe beinahe vergessen lassen; weiterhin, daß man jeden Morgen hartnäckig die Zeit wieder neu ins Leben ruft, von der eben gepflückten Lust zu der noch zu säenden mit solch aufrichtiger Freude oder Schwermut springt, daß man noch voller Verwunderung dasteht, wenn der Abend oder der Todesschlaf kommt."


Raoul Vaneigem: An die Lebenden!

Diese Streitschrift ist eine vehemente Verteidiung des individuellen Erlebens und der Kostenlosigkeit der Bedürfnisse, die anstelle der tyrannischen Macht der Arbeit und des Geldes die Wesensmerkmale der menschlichen Lebendigkeit sind. Vaneigem kritisiert systematisch die Grundlagen unserer heutigen Zivilisation.

Dem Autor gelingt es nicht nur, eine Fülle provozierender Thesen aufzuzeigen, er hat seine Kritik der Arbeit als ein Plädoyer für eine unmittelbar gelebte Menschlichkeit geschrieben. 'An die Lebenden!' ermuntert dazu, die Wünsche nach einem Leben im Einklang mit den individuellen Bedürfnissen nicht länger der "gefräßigen Bestie der ökonomischen Todesmaschinerie" zu opfern. Die unablässige Heiligsprechung der Ökonomie negiert das konkrete Individuum, bewirkt den Schlaf seiner Vernunft, verkrüppelt seine Emotionalität und nährt so die Ungeheuer der Misere, die als soziale und ökologische Katastrophe die Basis der gelebten menschlichen Existenz verschwinden lassen.

Edition Nautilus, 1998 broschiert, 186 Seiten

via ebay


Neue Seiten im Kontext

Mittwoch, 4. Juli 2001

Ökonomien, die nicht der gegenseitigen Konkurrenz verpflichtet sind.