Karl Marx

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"Je ne suis pas un Marxiste" - Begründer des nach ihm benannten Marxismus ;-)

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dt. Philosoph

Zitate & Paraphrasen

Texte

DiaMat


siehe auch


Arno Gruen über Karl Max (aus Der Verlust des Mitgefühls):

Anhand des Denkens von Karl Marx möchte ich veranschaulichen, daß sich trotz wandelnder Herrschaftsformen nichts an der Tatsache geändert hat, daß Gewalt der Motor unseres Lebens ist.

Marx war von der Ungerechtigkeit der Unterdrückung des Menschen, von seinem Leiden bewegt. Den Ursprung dieser Unterdrückung sah er im Kapitalismus. In seinen Augen war dieser der Feind, doch dabei verkannte er die tieferen Wurzeln, die in der Ideologie der männlichen Macht liegen. Diese zu erkennen hätte für Marx erfordert, seine eigene Verwicklung in diese Machtideologie zu durchschauen.

Der englische Politikwissenschaftler, Philosoph, Friedenskämpfer und Tolstoi-Kenner Ronald Sampson brachte dies in seinem Vorwort von Tolstois »What then must we do?« (1991) auf einen Nenner, in dem er sich bewundernd und kritisch mit Marx auseinandersetzt. Mit großer Brillanz und Klarheit habe Marx sein Konzept vom Mehrwert entwickelt und damit sehr genau gezeigt, daß sich die aufgrund von Erniedrigung und körperlicher Zerstörung unerträgliche Lage der meisten Menschen nicht zufällig ergeben habe, sondern Resultat eines ökonomischen Systems sei, in dem die Produktionsmittel von einer winzigen Klasse von Priviligierten besessen wurden, die den Mehrwert der Arbeiter enteigneten. Den Drang nach Kontrolle, Reichtum und Größe selbst habe er allerdings nie in Frage gestellt. Im Gegenteil, Macht und Eroberung seien sein Ziel gewesen, wenn auch diesmal für die Arbeiterklasse. Aus diesem Grund, folgert Sampson, habe Marx aber völlig unkritisch die Rolle der Maschine als Erzeuger des Reichtums akzeptiert. (hier irrt Sampson, die Maschine war Marx nichts mehr als tote Arbeitskraft. --MiK) Deswegen habe er sich auch auf das Problem des Konsums konzentriert, es maximiert, damit der Arbeiter nicht mehr seines Mehrwerts beraubt werde.

Das aber ist der Haken. »Indem die Produktion zum übergeordneten Ziel wurde, glich Marx' ideologisches System dem kapitalistischen. Unbegrenztes Wachsen und Erweiterung der Produktion wurden zum Ideal. « Sampson deutet darauf hin, daß die Frage, welches System beziehungsweise welche Ideologie besser sei, sich darauf reduziere, wer dieses übergeordnete Wachstum besser erreichen könne. Und da sei das kapitalistische überlegen, da es sich nicht mit Lippenbekenntnissen über das Wohl der Arbeiter aufhalte. Die kommunistischen Führer, in ihrem Charakter eng verwandt mit den kapitalistischen Führern, müßten nämlich im Gegensatz zu diesen an dem Lippenbekenntnis festhalten. Gemeinsam sei beiden Systemen jedoch die notwendige Ausweitung der Produktion. Für beide sei dies das Leitmotiv. Hat man jedoch den Menschen-und nur ihn und sein Wohlergehen-im Auge, dann käme ihm gerade eine Begrenzung der Produktion am meisten entgegen. Dies vertreten auch die Publikationen des Club of Rome und besonders 1). H. Meadows, D. L. Meadows und J. Randers in »Die neuen Grenzen des Wachstums« (1992).

»Jene, die sich darauf konzentrieren, Produktivität um jeden Preis zu maximieren«, schreibt Sampson, »haben aufgehört, den Menschen in seiner Ganzheit zu sehen und als ein Wesen, dessen Hauptanliegen der Sinn des Lebens ist. Statt dessen haben sie ihn auf den Status eines unerläßlichen Produktionsteils reduziert« (alle Sampson-Zitate übersetzt von A. G.). Sobald Marx dem Wachstum der Produktion den Vorrang gab, verlor er den Zugang zu seinem Herzen.

Erich Fromm (1989) sprach diesen Punkt auch in der Analyse von Marx' Werdegang an. Um mit uns selbst umgehen zu können, um an die Wurzeln unserer Krankheit zu gelangen, müssen wir sehen, was unser Machtbegehren unseren Kindern antut, und erkennen, was uns selbst als Kindern angetan wurde und wie daraus der Prozeß der Identifikation mit dem Aggressor in Gang kommt, der diese Krank- heit verewigt.


"Die Ideen und Gedanken der Menschen waren natürlich Ideen und Gedanken über sich und ihre Verhältnisse, ihr Bewußtsein von sich, von den Menschen, denn es war ein Bewußtsein nicht nur der einzelnen Person, sondern der einzelnen Person im Zusammenhange mit der ganzen Gesellschaft und von der ganzen Gesellschaft, in der sie lebten.

Die von ihnen unabhängigen Bedingungen, innerhalb deren sie ihr Leben produzierten, die damit zusammenhängenden notwendigen Verkehrsformen, die damit gegebenen persönlichen und sozialen Verhältnisse, mußten, soweit sie in Gedanken ausgedrückt wurden, die Form von idealen Bedingungen und notwendigen Verhältnissen annehmen, d.h. als aus dem Begriff des Menschen, dem menschlichen Wesen, der Natur des Menschen, dem Menschen hervorgehende Bestimmungen ihren Ausdruck im Bewußtsein erhalten.

Was die Menschen waren, was ihre Verhältnisse waren, erschien im Bewußtsein als Vorstellung von dem Menschen, von seinen Daseinsweisen oder von seinen näheren Begriffsbestimmungen. Nachdem die Ideologen nun vorausgesetzt hatten, daß die Ideen und Gedanken die bisherige Geschichte beherrschten, daß ihre Geschichte alle bisherige Geschichte sei, nachdem sie sich eingebildet hatten, die wirklichen Verhältnisse hätten sich nach dem Menschen und seinen idealen Verhältnissen, id est Begriffsbestimmungen gerichtet, nachdem sie überhaupt die Geschichte des Bewußtseins der Menschen von sich zur Grundlage ihrer wirklichen Geschichte gemacht hatten, war Nichts leichter als die Geschichte des Bewußtseins, der Ideen, des Heiligen, der fixierten Vorstellungen Geschichte 'des Menschen' zu nennen und diese der wirklichen Geschichte unterzuschieben." (MEW 3:S. 167) Karl Marx

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"Ist die Konstruktion der Zukunft und das Fertigwerden für alle Zeiten nicht unsere Sache, so ist desto gewisser, was wir gegenwärtig zu vollbringen haben, ich meine die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden, rücksichtslos sowohl in dem Sinne, daß die Kritik sich nicht vor ihren Resultaten fürchtet und ebensowenig vor dem Konflikte mit den vorhandenen Mächten." (Karl Marx)

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