Mietshäuser Syndikat

Version 55, toka am 11.7.2007 22:29
Daten
d: Adlerstr. 12 79098 Freiburg
web: http://www.syndikat.org
tel: (0761) 281892 AB

[External Image]

Das Mietshäuser Syndikat ist ein Zusammenschluss von selbstorganisierten Hausprojekten, Einzelpersonen und Gruppen.

Das Mietshäuser Syndikat

Zum Mietshäuser Syndikat gehören zur Zeit 30 Projekte und 32 Projektinitiativen, u.a. folgende:

Zudem gibt es seit einiger Zeit eine regionale Vernetzung von Berliner Projekten. Weitere Infos auf der Seite des Mietshäuser Syndikat Berlin-Brandenburg.

Texte

Kapital für das Syndikat

aus taz Nr. 6672 vom 9.2.2002, Seite 20, von Armin Massing

Alternative Geldanlage: Um Mietshäuser dem Spekulantenmarkt zu entziehen, investieren Ex-Hausbesetzer in Immobilien. Damit will man billigen Wohnraum schaffen und über Mietergenerationen erhalten. GLS: "Die Projekte sind solide finanziert"

"Wir brauchen keine Hausbesitzer, denn die Häuser gehören uns", hieß es in einem der Lieder von "Ton, Steine, Scherben". Doch gegen Ende der 80er-Jahre stand die Häuserkampfbewegung in Freiburg wie in den meisten Städten vor dem Aus. Um weiterhin etwas gegen Wohnungsspekulation zu tun, ging eine Gruppe von Ex-Hausbesetzern neue Wege. Mit dem "Mietshäuser Syndikat" kaufen sie seit 1992 Immobilien und entziehen sie somit dem Markt. Das Geld kommt von privaten Darlehensgebern - im Wortsinn eine alternative Geldanlage.

Das Syndikat ist eine Art Dachverband von sehr unterschiedlichen selbst verwalteten Projekten. Die Variationsbreite reicht vom Zweifamilienhaus in der Innenstadt bis zu einem großen Wohnprojekt für 225 Menschen. Über die Jahre wurde ein Finanzierungsmodell entwickelt, das es ermöglicht, billigen Wohnraum zu schaffen und für viele Mietergenerationen zu erhalten.

Wenn ein entstehendes Projekt sich an das Syndikat wendet, wird es dort zunächst beraten. Passt es in das Konzept des Syndikats, in dem gemeinschaftliches Eigentum, sozialgebundene Vermietung und Verwaltung in Selbstorganisation vorgesehen sind, hilft das Syndikat beim Kauf der Immobilie. Das bezieht sich jedoch nicht nur auf die Verhandlungen und den Vertragsabschluss. Es wird eine Hausbesitz GmbH gegründet, worin Syndikat und Hausverein Gesellschafter und somit Besitzer sind.

Nach dem Kauf regelt ein Hausverein der jeweiligen Bewohner alles, was mit den Gebäuden zu tun hat, autonom; sei es die anstehende Renovierung eines undichten Daches oder die Frage, wer im Projekt wohnen soll. Das Syndikat hat lediglich ein Vetorecht gegen Verkauf oder Privatisierung der Gebäude. "Durch diese Doppelstruktur aus Hausverein und Syndikat ist sichergestellt, dass die Projekte entsprechend ihrer ursprünglichen sozialen Zielsetzung genutzt werden können", erklärt Jochen Schmidt, einer der Geschäftsführer des Syndikats. Das Syndikat selbst ist ein ideeller Verein, in dem sowohl die elf bestehenden Projekte als auch Privatpersonen Mitglied sind.

Damit immer wieder neue Projekte entstehen können, gibt es im Syndikat einen Solidarfonds. Alle Mieter zahlen Beiträge in einen gemeinsamen Topf, mit denen die Anschubfinanzierung für weitere Vorhaben geleistet wird. "Es soll nicht ein Projekt, das mal mit der Solidarität vieler zustande gekommen ist, Nutznießer sein, indem sie billig wohnen und mit dem Rest nichts mehr zu tun haben", so Schmidt. Über den Solidarfonds wird jedoch nur ein kleinerer Teil des nötigen Geldes zu den Hauskäufen beigesteuert.

Das Herzstück des Finanzierungsmodells ist der Direktkredit. Viele der Projekte wären mit normalen Bankkrediten auf Grund der hohen Zinsen nicht zu verwirklichen. Deshalb werben die Projekte private Kreditgeber. Diese leihen ihr Geld zu einem Zinssatz von maximal 3 Prozent. "Einige verzichten sogar ganz auf Zinsen, weil ihnen die Idee so gut gefällt", berichtet Schmidt. "Dabei reichen die eingelegten Beträge von 150 Euro bis zu 150.000 Euro." Insgesamt stecken gut 5 Millionen Euro Direktkredite in den verschiedenen Gebäuden des Mietshäuser Syndikats. Viele davon haben lange Laufzeiten. Es sind jedoch auch kurze möglich.

Gesichert werden die Direktkredite durch eine treuhänderische Sammelgrundschuld, die im Grundbuch eingetragen ist. Wenn eines der Projekte also irgendwann pleite wäre und die Kredite nicht zurückzahlen könnte, würden sie aus dem Erlös des Verkaufs beglichen. Vor zwei Jahren gab es über diese Rechtskonstruktion eine Auseinandersetzung mit dem Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen. Nach der Aufnahme einer Zusatzklausel in die Kreditverträge wurde sie dann jedoch endgültig akzeptiert. Da für jedes Haus eine GmbH gegründet wird, ist zudem sichergestellt, dass bei Insolvenz eines Projekts die anderen nicht bedroht sind.

"Die Darlehensgeber sind bisher größtenteils Leute, die uns durch persönlichen Kontakt kennen", erklärt Elke Manz, die in einem der Syndikatshäuser wohnt. Dort gehört sie auch zu einer Baukooperative, die den Umbau einer ehemaligen Gießereihalle durchführt. Nach einer umfangreichen Altlastensanierung können dort bald über 50 Menschen leben. Die Wohnungen sind für kinderreiche Familien und Alleinerziehende vorgesehen. Dafür gab es günstige Kredite vom Staat im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus. In den fertigen Gebäudeteilen befinden sich schon die Redaktionsräume eines freien Radios, eine Kindertagesstätte, ein Café, Räume verschiedener politischer Gruppen sowie Gewerberaum für nichtkommerzielle Betriebe. Solche gemischten Projekte liegen dem Syndikat besonders am Herzen: Politisch und sozial engagierte Gruppen haben oft Probleme, bezahlbare Räume zu finden.

Nachdem zunächst Projekte im Freiburger Raum entstanden, gab es in den vergangenen Jahren auch in anderen Städten Interesse an diesem Modell. Ein großes Wohnprojekt in Tübingen und ein Haus in Frankfurt gehören seit diesem Jahr zum Syndikat. Dies ist jedoch nur als Übergang gedacht. "Wir hoffen, dass sich die Leute mittelfristig in ihren Städten eigene Syndikate aufbauen", erklärt Schmidt. Dann wolle man den GmbH-Anteil an diese abtreten und eine Vernetzung zwischen den Syndikaten schaffen.

"Dadurch, dass die Mieter zwar Eigentümer sind, jedoch niemals verkaufen können, ist dem Syndikat eine nachhaltige Sicherung von Verfügungseigentum gelungen", sagt Gerhard Waterstradt, einer der Vorstände der Bochumer GLS Gemeinschaftsbank. Dort arbeitet man seit Jahren mit dem Mietshäuser Syndikat zusammen. Die Projekte seien solide finanziert und "sozial sinnvoll". Waterstradt findet besonders die Doppelstruktur innovativ: "Die Gefahr, dass einer über den anderen Macht ausübt, ist so weit wie möglich ausgeschlossen." "

Neue Seiten im Kontext

Mittwoch, 11. Juni 2008

Bloß "antikapitalistisch" zu sein, bedeutet noch keine Änderung im wirklichen Alltagsleben ... Wer sich in Hamburg Schritt für Schritt gemeinsam von der Erwerbsarbeit lösen möchte, auch selbstbestimmte Gemeinschaftsarbeit anstrebt, findet HIER erste Tipps und Informationen.

Diese Seite "lebt" von den Menschen, die weitere Infos über selbstbestimmteres Wirtschaften jenseits vom allgemeinen Warenmarkt ergänzen. Jede auch noch so kleine Initiative in diese Richtung ist hier herzlich willkommen. Bitte, selbst eintragen !!

Sonntag, 23. Mrz 2008

Public Private Property (PPP) verfolgt das Ziel, mit Hilfe von Lizenzen einen entknappenden Umgang mit materiellen Gütern zu ermöglichen.

Das Konzept ist angelehnt an die Erfindung der GPL, die dies im Bereich "Computerprogramme" bereits erreicht hat. Dabei soll ein ähnlich modulares Lizenzsystem zum Einsatz kommen, wie es Creative Commons erfolgreich vorgemacht hat. Weitere Inspirationsquellen finden sich in den schon existierenden oder angedachten Projekten Peerconomy, Mietshäuser-Syndikat, Nutzigems, Reisenetzwerken. Allen diesen Projekten ist gemeinsam, dass sie versuchen das private Eigentumsverhältnis an materiellen Gütern zu verändern (manchmal sicherlich nicht in vollem Bewußtsein, was sie da tun).

Dabei wird das juristische Eigentum selbst erst einmal nicht angetastet. So wie ja auch bei GPL- oder CC-lizensierten Werken das Copyright beim ursprünglichen Autor verbleibt. Dennoch soll es die Möglichkeit geben, durch ein eigenes Lizenzmodul den dauerhaften Verbleib der ehemaligen Ware in PPP zu sichern. In diesem Fall wird dann das Eigentum übertragen an eine Organisation, die die Garantie übernimmt, dass PPP gültig bleibt. Auch das gibt es im Fall der GPL: Viele GNU-Projekte verlangen ein Abtreten der Rechte an die FSF, um so unproblematisch zukünftige Lizenzänderungen vornehmen zu können.

Die Nutzung eines PPP-Gutes wird möglich, wenn man die Lizenz anerkennt. Das Eigentum bleibt also privat, der Besitz wird aber gesellschaftlich. Dabei formuliert PPP den kleinsten gemeinsamen Nenner von "zur Verfügung stellen": Zeigen, dass es da ist. Zusätzlich angegebene PPP-Module ermöglichen mehr Freiheit.

Das Experiment soll dezentral ohne die Notwendigkeit, erst eine Community aufbauen zu müssen, und ohne aufwendige Software-Programmierung funkionieren. Eine Gemeinschaft bildet sich durch Nutzung und durch die Vermittlung des Internet. Von Anfang an soll aber (im Entwurf von Formaten und Protokollen) daran gedacht werden, dass man in einem nächsten Schritt dann durchaus Werkzeuge entwickelt, oder schon vorhandene nutzt, die den Umgang mit größeren Datenmengen dann überhaupt erst ermöglichen.

Unterstützer, die diese Lizenzen ausarbeiten, sowie Übersetzer (vorerst ins Englische) werden gesucht.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Selbstbeschreibung des MietshäuserSyndikats, entnommen der Homepage

Dienstag, 27. Juni 2006

Vom 3. März bis 12. März 2006 waren wir wieder unterwegs: Neun KommunardInnen aus sieben verschiedenen Kommunen und Wohnprojekten der politischen Kommuneszene. Zum zehnten Mal fand die Kommune-Info-Tour nun schon statt, bei der Menschen aus verschiedenen Projekten durch die Lande touren und ihre alternativen Lebensmodelle vorstellen und zur Diskussion stellen.

Uwe Ciesla, Redaktion Selbstorganisierte Lebensgemeinschaften - In diesem Jahr waren dabei die Kommune Niederkaufungen bei Kassel, Kommune Karmitz und Meuchefitz aus dem Wendland, die Kommune Waltershausen aus Thüringen, der Olgashof bei Wismar, die Kommune Villa Locomuna aus Kassel sowie mein Projekt, die Finkenburg bei Bremen.

Mittwoch, 28. Dezember 2005

Aktuelle Broschüre des Mietshäuser Syndikat's.

Was verbindet den Anfang Zwanzigjährigen Punker denn eigentlich mit einer WG von über Sechzigjährigen? Kleinstprojekte mit sechs Menschen, Kasernenhäuser mit 260 BewohnerInnen, Projekte mit und ohne gewerbliche Nutzung; alles scheint möglich. Die Gemeinsamkeiten liegen in den Köpfen der Menschen, die in den Häusern wohnen und arbeiten, in der Organisationsstruktur und oft auch in den Geschichten, die die Häuser zu erzählen haben. Im ersten Teil der Broschüre stellen sich 15 Projekte und 17 Projektinitiativen, die mittlerweile im Mietshäuser Syndikat organisiert sind, vor.

Im zweiten Teil der Broschüre wird das Mietshäuser Syndikat als Organisation und Verbund vorgestellt: Die Menschen, die in den einzelnen Projekten leben, arbeiten oder sich in politischen Gruppen engagieren, bestimmen alles, was ihr Haus betrifft. EigentümerInnen sind sie trotzdem nicht, weder als Einzelne noch als Gruppe. Eigentümerin ist die jeweilige Hausbesitz-GmbH, an der das Mietshäuser Syndikat als ein Gesellschafter beteiligt ist. Von der Idee her genossenschaftlich, wurde damals bewusst eine andere Form von Gemeineigentum gewählt. Die Funktionsweise des Syndikatmodells, die Finanzierung der Projekte und wie das Syndikat als Organisation die vorher beschriebenen Hausprojekte miteinander verbindet, wie es arbeitet und welche Perspektiven entwickelt werden, wird im zweiten Teil ausführlich erklärt. Dazu auch auf den letzten beiden Seiten Daten und Zahlen von allen Projekten im Überblick und eine Kartenskizze.

Freitag, 23. Dezember 2005

Eine Entwertungsgemeinschaft ist eine rechtliches Arrangement, um privatisierung von Gemeinschaftseigentum zu unterbinden. Gesucht sind Hinweise auf solche Projekte.

Dienstag, 21. Oktober 2003

Der I.G.E.L. e.V. hat 2004 mit zinslosem Kredit den Park im Nachbardorf gekauft. Wortbilder, Spendenaufruf und -ticker sowie Aktivitäten.

Montag, 9. Juni 2003

Das Verbot künstliche Knappheit herzustellen.

Dies ist der Unterschied zwischen FreierSoftware und OpenSource - Software. Auf FreierSoftware beruhende Werke müssen, falls Sie verkauft werden sollen, ebenfalls unter einer OpenSource - Lizenz veröffentlicht werden. Dies macht den VirusEffekt der FreienSoftware aus.

Mittwoch, 4. Juli 2001

Ökonomien, die nicht der gegenseitigen Konkurrenz verpflichtet sind.