Konkurrenz

Version 50, 84.130.125.66 am 20.7.2006 17:47

Abstammung: (16. Jh.)Entlehnung. Entlehnt aus lateinisch concurrere (concursum) "zusammenlaufen, zusammenrennen, feindlich zusammenstoßen", zu l. currere (cursum) "laufen, rennen" und l. con-. Zunächst in der Bedeutung "zusammentreffen" entlehnt; die heutige Bedeutung beruht auf einer erneuten Entlehnung im 18. Jh. --KEW

Ich würde gerne genauer verstehen, wie das Wort im lateinischen gebraucht wurde.

Google liefert einige Quellen, leider ohne Übersetzung:

;dazu der stowasser: Für das englische "concurrent" liefert das HyperDictionary (http://www.hyperdictionary.com/dictionary/concurrent) folgende Bedeutungen:

  1. Concurrent a. (F. concurrent, L. concurrens, p. pr. of concurrere.)

    1. Acting in conjunction; agreeing in the same act or opinion; contributing to the same event or effect; co"perating.

    2. Conjoined; associate; concomitant; existing or happening at the same time.

    3. Joint and equal in authority; taking cognizance of similar questions; operating on the same objects; as, the concurrent jurisdiction of courts.

    4. (Geom.) Meeting in one point.

  2. Concurrent, n.

    1. One who, or that which, concurs; a joint or contributory cause.

    2. One pursuing the same course, or seeking the same objects; hence, a rival; an opponent.

    3. (Chron.) One of the supernumerary days of the year over fifty-two complete weeks; – so called because they concur with the solar cycle, the course of which they follow.


Bedeutungsmöglichkeiten


Konkurrenz

(Aufstellung von Rainer)


war schon immer, meinen die Autoren in Altruismus und Egoismus

Das verstehe ich nicht. Im Text steht doch mehr oder weniger das Gegenteil Deiner Aussage.

Zitat: Die Ethologen haben Handlungen, die sich als für die Gruppe vorteilhaft beschreiben lassen, «altruistisch» genannt. Sie haben dabei einen Begriff gewählt, der eine Form menschlichen Verhaltens in Erinnerung ruft, die mit ethischen Konnotationen geladen ist. Andererseits hört man, daß Darwins Sichtweise auf das "Gesetz des Dschungels» hinauslaufe, wonach jedes Individuum egoistisch auf Kosten anderer und in rücksichtsloser Konkurrenz für seine eigenen Interessen sorgt.

Diese Vision des tierischen Lebens als egoistisch ist in zweifacher Hinsicht falsch. Zunächst weil die Naturgeschichte wohin wir auch schauen, uns etwas anderes sagt. Denn Verhaltensweisen, die als altruistisch beschreiben werden können, sind fast universell. Sie ist auch deshalb falsch weil de Mechanismen, die wir zum Verständnis des Driftens im animalischen Bereich aufgezeigt haben, nicht im geringsten dieser individualistischen Vision bedürfen, in der der Vorteil eines Individuums auf dem Schaden eines anderen beruht.


Die ursprünglich obenstehende Definition (war: Ein Verhältnis von Individuen, bei denen der Vorteil des einen auf dem Schaden des anderen beruht.) ist meiner Meinung nach völlig daneben. Konkurrenz kann es zum Beispiel nur im Zusammenhang mit Kooperation geben und sie ist nicht auf Individuen beschränkt und sie kann nicht "nur negativ" gesehen werden.

Ich versuchs mal aus meiner Sicht: Konkurrenz entsteht dann, wenn eine Kooperation in Aussicht steht und der Kooperationsgeber eine Auswahl zwischen verschiedenen, vergleichbaren Kooperationsnehmern hat. Dies ist im Allgemeinen vorteilhaft für ihn, weil er auf die Kooperationsnehmer direkt oder indirekt Druck ausüben kann, ihm günstige oder doch zumindest faire Kooperationsbedingungen anzubieten.

Wenn dieser Druck unfair erscheint, so muss man bedenken, dass die Alternative jene des Monopols ist, in der der Kooperationsgeber nur eine Quelle hat, sein Kooperationsbedürfnis zu befriedigen und außer Fairness-Appell oder Handels-Ritual keine Möglichkeiten besitzt, die Kooperationsbedingungen zu beeinflussen, wenn nicht der Kooperationsnehmer in existenziellen Problemen steckt und deswegen auf die Kooperation angewiesen ist (dazu später).

Konkurrenz erscheint somit als eine notwendige Begleiterscheinung der Kooperation. Diese ist jedoch für den Betroffenen unangenehm und motiviert daher, die Qualität des eigenen Angebots so zu steigern, dass man über eine Alleinstellungsmerkmal (USP = Unique Selling Point) der Konkurrenz entkommt.

Konkurrenz ist damit indirekt ein Motor des Fortschritts. Dies gilt jedoch nur, wenn die Kooperationspartner abgesichert sind und sich frei für oder gegen eine Kooperation entscheiden können. Die Gemeinschaft muss daher wichtige Kooperationsformen regulieren und bei negativen Ausweichbewegungen (Kartellbildung) genauso verhindernd eingreifen, wie positive Erscheinungen bei nicht Abgesicherten (Gewerkschaftsvertretung) zulassen.


"Konkurrieren" ist ein schillerndes Wort. Es hat ein weiteres Bedeutungsfeld, denn es bedeutet sowohl "wetteifern" wie auch "parallel laufen". Unter Moralisten hat es einen negativen Touch im Sinne der Bedeutung "sich auf Kosten anderer durchsetzen". Selbige wollen dann "Wettbewerb" davon positiv abheben, was eigentlich das gleiche bedeutet. Dualisten, die oft die Dialektik für sich beanspruchen, meinen, Konkurrenz dem Kapitalismus zuordnen zu können (etwa in der besonders verwerflichen Steigerungsform des "Konkurrenzsubjekts"), während eine freie Gesellschaft dagegen nur auf Kooperation aufbaue(n könne).

Stefan Meretz auf OpenTheory in "Zum Verhältnis von Kooperation und Konkurrenz": http://www.opentheory.org/ko-kurrenz/text.phtml

Je länger ich drüber nachdenke, desto mehr denke ich, dass der Vergleich das Unterscheidungsmerkmal zwischen Kooperation und Konkurrenz ist.


Das Bild, das sich mir bei dem Wort "Konkurrenz" einstellt, ist das von Läufern, deren schnellster einen Preis bekommt. Der andere nicht.

Es bringt IMHO nichts, sich um Worte zu streiten. Lasst uns lieber die individuell unterschiedlichen Muster finden, die wir mit diesem Wort belegen.

Thomas, ich seh keinen Streit. Das Bild von Konkurrenz wird sich schon klären. Es geht ja auch nicht so sehr um das Wort, als vielmehr um die dahinterliegenden Realitäten und welche Vorstellungen von Kooperation und Gemeinschaft hier im CoForum und allgemein bestehen.


Ausgehend von der lat. Wortherkunft läßt sich "Konkurrenz" m.E. durchaus positiv bestimmen. Nämlich als ein Zusammentreffen, mit dem Ziel gemeinsam um die Lösung eines Problems (/ eine Einsicht) zu ringen - oder meinetwegen auch zu streiten. Aber nicht um andere zu übertrumpfen oder auszustechen (um selber gut dazustehen oder eines perönlichen Vorteils willen etc. ...), sondern um einer (für alle nützlichen und hilfreichen) Erkenntnis willen, - z.B. den besten Weg in eine lebenswerte Zukunft zu suchen und zu finden. Genau betrachtet gibt es wahrscheinlich auch gar keinen (echten / unlösbaren) Widerspruch zwischen "Konkurrenz" und "Kooperation", sondern nur zwischen deren Mißverständnis und/oder Perversion ...
M.a.W.: Menschen können aus einer Konkurrenzveranstaltung einen Krieg machen, oder eine Versammlung - sie können andere Menschen bekämpfen (Nullsummenspiele spielen) oder Probleme (Optimierungsspiele) ...

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Donnerstag, 16. Oktober 2003

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Wenn Selbstentfaltung - wie im ProjektOekonux üblich, verstanden als Selbstentfaltung, die die Selbstentfaltung der anderen zur unmittelbaren Vorraussetzung hat und umgekehrt - von uns zur Basis einer menschlichen Gesellschaft erhoben wird, macht es Sinn, sich das mal genauer anzuschauen, was damit gemeint sein könnte und was das für Auswirkungen hat. Das will ich im Folgenden versuchen.

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