Gegenstandpunkt

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Daten
Web: http://www.gegenstandpunkt.com

Politische Vierteljahreszeitschrift der ehemaligen "Marxistischen Gruppe".

zur Hegel Rezeption der ehemaligen "Marxistischen Gruppe" (jetzt: Gegenstandpunkt)

Die Marxistische Gruppe hat sich in ihrer Gründungszeit (damals noch "Rote Zellen") neben dem Marxschen Kapital auch stark mit Hegels Logik beschäftigt, da nach einem geflügeltem Wort Lenins man zum Verständnis des Kapitals die hegelsche Logik studieren muss.

Speziel das Kapitel vom subjektiven Begriff in der "Wissenschaft der Logik" wurde dabei Grundlage ihres Wissenschaftsbegriffes. Das Buch zur Wesenslogik wurde als Steinbruch für ihre "Kritik der bürgerlichen Wissenschaften" genommen.

Ihre "Psychologie des bürgerlichen Individums" bezieht sich explizit positiv auf Hegels Lehre vom "Subjektiven Geist" und versucht auf dieser Basis zu zeigen, inwiefern dabei dennoch "Das Sein das Bewusstsein" bestimt.

Ihre eigene "Rechtsphilosophie" und zugleich ihr wichtigstes Grundlagenwerk, "Der bürgerliche Staat" (Resultate Bd.3), ist eine implizite Auseinandersetzung mit Hegels Rechtsphilosophie. Und die Imperialismustheorie der Marxistischen Gruppe (Imperialismus 1-3) baut sogar noch stärker auf Hegel auf (bzw. ist eine Synthese aus Hegel und Marx).

Da die Marxistische Gruppe andererseits die Kritik von Marx an Hegel für berechtigt hält (siehe dazu die Gegenkritik zur Marxschen Hegelkritik u.a. bei Sahra Wagenknecht "Vom Kopf auf die Füsse?", Pahl-Rugenstein Verlag Nachfolger, Bonn 1997) und sich, wie der Name schon andeutet, im Konfliktfall immer für Marx statt für Hegel entscheidet und Hegel fast nur dazu nutzt, um Marx besser zu verstehen und die "bürgerlichen Wissenschaften" besser kritisieren zu können, wird Hegel nicht systematisch in seiner Gesamtheit verstanden, sondern es kommt doch zu einer ekklektischen Rezeption, bei der ein brilliante Nachvollzug von Gedanken Hegels direkt neben einem Bekentnis zur Ignoranz von anderen Teilen Hegels stehen.

In der Logik: die Seinslogik wird fast garnicht rezipiert, die Wesenslogik nur bruchstückhaft, die Begriffslogik nur in dem 1.Teil vom "subjektiven Begriff", dem Rest wird mit Unverständnis begegnet. Die Naturphiliosophie wird garnicht beachtet. Da der "absoluter Geist" nur als "höherer Blödsinn" betrachtet wird, werden die hegelschen Vorlesungen zur Kunst- und Religionsphilosophie und zur Geschichte der Philosophie nur vereinzelt und bruchstückhaft rezipiert und nur unter dem Gesichtspunkt, ob sie "brauchbares" zur Kritik dieses "höheren Blödsinns" enthalten.

So gehen hier sehr lesbare (bzw. hörbare) Anwendungen der hegelschen Logik (und Kritiken gegenteiliger Konzepte in der "bürgerlichen Wissenschaft") mit haarsträubenden Fehlurteilen über die Hegelsche Logik und das hegelsche System als Ganzes Hand in Hand.

KaiF
jemand:

Ihre "Psychologie des bürgerlichen Individums" baut explizit auf Hegels Lehre vom "Subjektiven Geist" auf und versucht auf dieser Basis zu zeigen, wie dabei dennoch "Das Sein das Bewusstsein" bestimt.

Das Buch baut auf keiner Lehre von Hegel, und auch sonst niemandem, auf. Es versucht legidlich den Gegenstand der Betrachtung aus seinen inneren Gesetzmäßigkeiten heraus zu erkären, wie es jede wissenschaftliche Arbeit zu leisten hat.

thomas:

Das oben ist eine klar unterschriebene Aussage. Warin muss darin etwas gelöscht werden, was jemand anderem fragwürdig erscheint ?

christian:

Manipulative Eingriffe in die Beiträge anderer Menschen sind unerträglich!!! Wenn, dann einen Abschnitt zitieren und/oder eine Gegendarstellung schreiben.
Zur Hegel-Rezeption: Peter Decker: Hegel - Was ist Dialektik?: http://doku.argudiss.de/?Kategorie=MuI#11

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