Psychoanalyse

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Was ist "die Psychoanalyse"?

j:

"Die Psychoanalyse" gibt es nicht. Es gibt zwei Schulen der Psychoanalyse, eine Schule, die sich auf Sigmund Freud und seine Negation jeglicher gesellschaftlicher und revolutionärer Relevanz beruft, sich als Hilfestellung dazu begreift, Menschen zu befähigen, in all ihrer Entfremdung in der Gesellschaft besser zu bestehen und eine weitere Schule der Psychoanalyse, die gesellschaftliche und revolutionäre Relevanz besitzt, da sie ihre Hilfe als Möglichkeit begreift, Menschen zur Überwindung von Herrschaft und Entfremdung zu befähigen. Dazu ist auch eine Kritik von S. Freud unumgänglich.

C. G. Jung gehört zur die bestehende Gesellschaft tragenden Schule der Psychoanalyse; Otto Gross, Arno Gruen, Hoevels etc. zur zweiten gesellschaftskritischen Schule. Kritiker verweisen gern auf die Rolle und fachlichen Ausgestaltung der ersten Schule, um die zweite Schule in Misskredit zu bringen - um das revolutionäre Werkzeug Psychoanalyse unbrauchbar zu machen.

rs:

Revolutionäre Psychoanalytiker sind solche, die revolutionäre Prozesse fördern, auf den Weg bringen oder an ihnen teilnehmen. Wilhelm Reich war einer, wenn auch später für verrückt erklärt. Die meisten PsychoanalytikerInnen taugen nicht zum Revolutionär, allenfalls in Feuilletons, Cafehäusern, intellektuellen Kulturnischen oder als Marketing:"Das Unbehagen in der Psychoanalyse. Eine Streitschrift" veröffentlicht (Hrsg. Lohmann).

j:

Stimmt nicht ganz. Otto Gross nahm an der Revolution 1918/19 teil und publizierte zahlreiche Artikel zur Psychoanalyse in revolutionären Blättern der damaligen Zeit. Wilhelm Reich war vor 1933 Mitglied der KPD in Deutschland, Fritz Perls und Laura Perls wie Paul Goodman als Schöpfer der GestaltTherapie war Mitglied anarchistischer revolutionärer Zirkel etc...

Sigmund Freud war es, der all jene gesellschaftskritischen Psychoanalytiker aus der internationalen Psychoanalysegesellschaft warf, die die Psychoanalyse als revolutionäres Werkzeug zur Befreiung der Menschen auffassten und nicht als Methodik, den Menschen fähiger zu machen, trotz Spaltung und Entfremdung in der bestehenden Gesellschaft besser zu funktionieren. Die aus dieser Spaltung hervorgegangene gesellschaftsunkritische Psychoanalyse wird heute allerortes an den Universitäten gelehrt.

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