Syntopische Datenbank

Version 18, 88.67.56.77 am 16.2.2009 11:57

Motivation

Ich hab noch eine Idee gehabt, die ich eigentlich erst auf der Konferenz enthüllen wollte. Es handelt sich um ein ziemlich gigantisches OpenTheory Projekt, aber ich möchte diese Idee mal in Umlauf bringen und man kann nicht früh genug damit beginnen. Es ist ja relativ einfach, das "negative Geschäft" durchzuführen, doch irgendwann gehts nicht weiter ohne das "positive Geschäft". Das heißt Verschwendung und Irrationalität können irgendwann ohne eine Folie der historischen Möglichkeiten nicht mehr wirklich bestimmt werden...eine Zeitlang kann man einzelne Irrationalitäten hervorheben, aber irgendwann merkt man daß letztlich das Irrationale sehr "rational" ist weil zum Bestehenden dazugehört. Dann zwingt das Festhalten an der Intention die Irrationalität aufzuweisen sehr wohl zu utopischen Bemerkungen, auch das "Kapital" ist voll von diesen...."Stellen wir uns zur Abwechslung einen Verein freier Menschen vor etc ppp"

Ein weiterer Grund war die heftige Präsenz von Utopisten in der OekonuxMailingListe und indirekt auch die ablehnende Wortmeldung von Sabine Nuss dazu.

Vorschläge

Also was haltet ihr von folgender Idee eines weiteren OpenTheory Projektes:

Irgendwann wird irgendsowas entstehen. Es wäre das angemessene Tool für die GPL Gesellschaft, die keine utopische, sondern eine syntopische sein wird.

Vielleicht kann in bescheidenem Maßstab damit angefangen werden; Schwächen, Stärken, Konditionalitäten und Kompatibilitäten von utopischen Lösungen zu diskutieren heißt ihnen den utopischen Charakter zu nehmen.

Viele Dinge haben relative Berechtigung, zum Beispiel halte ich die Debatte für und wider Tausch (siehe TauschKritik) für einen komplett irrationalen Streit um des Kaisers Bart. Wenn bewiesen wird, daß etwas anderes auch funktionieren kann - und das wäre der Sinn so einer syntopischen Datenbank - dann ist ein Raum der Möglichkeiten eröffnet, in dem wir die relative Bedingtheit jeder einzelnen Lösung gesellschaftlicher Probleme erkennen. Zum Beispiel ist in Wien in den neunziger Jahren ein ernsthafter Versuch gemacht worden, das indianische Potlatsch wiederzubeleben, einen großen festlichen Akt, indem das Überflüssige, aber Gebrauchsfähige zusammengetragen wird, das jeder Teilnehmer der Gesellschaft geben will. Also es wurde einfach alles in einen Kreis hineingetan und langsam und beständig zirkuliert. Langsam wurde der gebrauchsfähige Reichtum verdaut, ohne daß ein einzelner Tauschakt hätte vollzogen werden müssen! Am Schluß blieb eine Menge Zeug über, das keiner haben wollte. Die Indianer haben es verbrannt, heute kommts wohl eher zur Caritas. Also viele Utopien sind schon längst Realität gewesen, die sehr bewährte und funktionale Lösungen bereithält. Die Ethnologie kennt ein unglaubliches Archiv von "Utopien". Auch das wäre ein Bestandteil einer syntopischen Datenbank.