Gewalt

Version 53, 62.2.193.32 am 16.9.2006 10:21

Gewalt und Gewalttätigkeit sind nicht dasselbe

JohSt:

Ich möchte darauf aufmerksam machen, daß das "Gewalt" und Gewaltsamkeit/Gewalttätigkeit nicht dasselbe sind. Dazu habe ich einen Abschnitt aus http://bs.cyty.com/elmbs/einletng.htm kopiert.

... Dabei ist der Begriff "Gewalt" von seiner etymologischen Grundbedeutung her erstaunlicherweise nicht nur negativ geprägt: Gewalt kommt von ‘waltan' = "walten" und bedeutet: stark sein, herrschen (siehe Brockhaus Enzyklopädie Bd.8, S.453). Gemeint ist damit entweder eine Manifestation von Durchsetzungsvermögen (potestas) oder die Ausübung roher Gewalt gegen Personen oder Objekte (violentia). Im Englischen wird diese Unterscheidung des positiven und negativen Gewaltbegriffs ("power"= "potestas" und "violence" = "violentia") noch deutlich.. Dabei kennen auch wir die positive Besetzung des Begriffs, wenn wir z.B. "uns selbst in der Gewalt haben" oder von "Schlüsselgewalt" sprechen. Selbst im biblischen Satz: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden" (Math.28,18) steckt diese ursprüngliche positive Bedeutung, denn Gewalt als Vollmacht (exousia) zerstört nicht Gemeinschaft, sondern stellt sie erst her (Math..9,6), sie wird schützend zugunsten der Armen, Kranken, Hilflosen, Schwachen eingesetzt (Math..9,35; 10,1) und ist als Dienst, nicht Tyrannen-herrschaft zu verstehen (Math..20,25). Im besten Sinn kann von Gewalt als ‘potestas' dann die Rede sein, wenn jemand mit seiner/ihrer Lebensenergie und Voll-Macht so umgeht (waltet), daß sie Leben ermöglicht und Spielräume zur Entfaltung der Persönlichkeit nutzt. Diese affirmative Rolle positiver Lebensgestaltung ist zum weiteren Verständnis des Gewaltbegriffs sehr wichtig. Denn dort, wo die Spielräume zur Persönlichkeitsentfaltung eingeengt oder in subjektiv als ungerecht empfundener Weise beschnitten werden, entsteht Gewalt als repressives Instrument im Sinne der ‘violentia'.

Neue Seiten im Kontext

Montag, 19. Mrz 2007

Einleitung:

Wenige Wochen nach dem 2. Juni 1967, an dem der Student Benno Ohnesorg bei den Demonstrationen gegen den Schahbesuch von einem Polizisten erschossen worden war, kam Herbert Marcuse auf Einladung des SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) nach Berlin. In einer vier Tage dauernden Veranstaltungsreihe hielt Marcuse im überfüllten Audimax der FU zwei Vorträge und nahm an vier vom AStA organisierten Podiumsgesprächen und Diskussionen teil. (…)

Montag, 11. September 2006

Artikel in Telepolis: Fünf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ist in den USA eine beträchtliche Graswurzelbewegung entstanden, die Kreise der eigenen Regierung direkt für die Katastrophe verantwortlich macht

Freitag, 18. August 2006

Raimond Gaita ist Professor für Philosophie an der Australian Catholic University und am King's College London.

Freitag, 11. August 2006

Die Werkstatt bietet einen Lern-Raum, in dem erfahren werden kann, die Welt ist veränderbar - auch ohne Gewalt. Mit diesem Grundgedanken wurde die Werkstatt 1984 als friedenspolitische Bildungseinrichtung und Trainingszentrum gegründet.

Gewalt und Krieg, Diskriminierung und Unfreiheit erfahren täglich zahllose Menschen. Passiv bleiben oder sich gewaltsam wehren erscheint vielen als einzige Handlungsmöglichkeit.

Dem setzen wir hoffnungsvolle und konstruktive gewaltfreie Alternativen entgegen. Wir wollen den Boden bereiten für eine Kultur der Gewaltfreiheit. Das bedeutet, Konflikte zu erkennen, gewaltfrei auszutragen und gewaltfreien Widerstand zu leisten.

Donnerstag, 6. April 2006

Montag, 27. Mrz 2006

Seit über 25 Jahren existiert in Merida (Bandajoz), einer kleinen spanischen Stadt in der Nähe der portugiesischen Grenze, die Freie Schule Paideia. Die "Schule der Anarchie", wie sie sich selbstbewußt nennt, öffnete am 9. Januar 1978 mit 10 Kindern als Vorschule ihre Pforten. Mittlerweile ist die Grundschule zu einer Ganztagsschule (10-18h) mit derzeit 40 Schüler/innen angewachsen. Neben den Schüler/innen, die die Schule direkt besuchen, werden weitere per Fernunterricht betreut. Die Klassengröße beträgt deshalb im Schnitt 8 bis 13 Schüler innen. Eine Benotung der Leistung gibt es nicht. Die Initiative zur Gründung ging von der Pädagogin Josefa Martin Luengo aus. Angeregt durch Konzepte wie die "moderne Schule" von Francisco Ferrer und vor allem durch das Schulkonzept von F. de la Sierra (s.: Frenegal de la Sierra: Una Expresión en Libertad). Zusammen mit ihren Kolleginnen Cancha Castaño Caesaseca und Ma. Jesús Checa Simo gründete sie die anarchistische Schule.

Dienstag, 23. Mrz 2004

englische Übersetzung der Seite "Arno Gruen"

Mittwoch, 11. Juli 2001

Neues Buch eingebaut. 20.5.2006 Buchvorstellung in Heidelberg