Kai Froeb

Version 47, 85.181.9.210 am 30.11.2007 13:20

Kai Froeb ist Jahrgang 1963, verheiratet, 2 Kinder, und arbeitet hauptberuflich bei Siemens.

Eigene Homepage: http://kai.froeb.net

Er ist Maintainer von Seiten zu Hegel:

Mailinglisten zu Hegel verwalte ich auch, Diskussion da ist für mich einfacher als hier: http://hegel.net/en/ml.htm


Die Diskussionen, die ich auf Coforum zu Hegel fuehre, versuche ich in besser editierter Form unter http://hegelwerkstatt.de/index.php/FAQ abzulegen.


Meine Positionen zu Hegel habe ich vor einigen Jahren einmal in diesen Texten ausgeführt, im Grossen und Ganzen gelten diese auch noch heute:

Darin findet ihr auch Hinweise auf die Möglichkeiten impliziter Kritik und auf Beschränkungen/Ergänzungen.

(Kai)


Hallo Kai, falls du hier auf diese Seite schaust, sei herzlich willkommen! Die aktuelle Diskussion zu Hegel würde dich als Teilnehmer sicher gut brauchen können.

Ich bin mir nicht sicher, ob Kai hier im CoForum arbeitet. Diese Seite ist keine Homepage, die hat wahrscheinlich jemand über ihn angelegt. Du kannst ihn gerne fragen oder einladen.

Hi Helmut, hi thomas, diese seite habe ich nach oben "gehievt" - einfach weil ich immer ein bisschen auf "context" clicke beim aktuellen thema. ich denke, kai ist hier nicht aktiv, aber vielleicht kommt er ja noch dazu...

Karl 2207

Mmmh, da hat mich die Vorfreude blind gemacht.

Macht nix :) - jetzt ist Kai auch mit dabei bei den hegel-debatten. find ich gut!

Karl 1108

OKOK, ich bin da ;-). Falls das jemanden wg. Usability interessiert: ich bin zufaellig auf diese Seite gestossen, hatte aus Neugier die "Welche Seiten im Wiki haben sich geaendert" Funktion gedrueckt. Danke fuers anlegen (echt), aber dennoch ein Vorschlag: schreibt demjenigen, fuer den ihr Seiten anlegt, in Zukunft einfach eine Mail... Und mir bitte auch eine Nachricht schreiben (Daten siehe meine Homepage http://kai.froeb.net ), denn ich komme hier eher unregelmaessig vorbei. Habe leider beruflich gerade wieder einmal extrem viel zu tun.

Kai Froeb

sigi fragt sich (dich): was hat hegel über die dialektik von inhalt und form geschrieben?
ich weiß eigentlich gar nicht warum, aber ich habe das immer mit hegel gleichgesetzt .
p.s. wieso zufällig "Welche Seiten im Wiki haben sich geaendert" ? ein echter wikinger hängt an den recent changes wie ein junkie an der nadel .

Hallo Sigi: Die "Dialektik von Form und Inhalt" findest du in der "kleine Logik" (Enzyklopädie, 1.Band) in Paragraph 133. Nach dem Zusatz unterscheidet Hegel bei der Form allerdings selbst wieder eine wesentliche (die Form eines Gedichts etwa, im Gegensatz zu seinem Inhalt) und eine vergleichsweise unwesentliche (ob das Gedichtsbuch in Papier oder Leder eingebunden ist, gibt Hegel in dem Zusatz als Beispiel an. Da gehören wahrscheinlich auch Druckfehler und Tippfehler hinein, oder?).
Ich bin übrigens kein Wikinger, auch nicht in dem Sinne von Wiki User / Schreiber. Aber Wiki habe ich früher gerne im Fernsehen angeschaut, falls das hilft ;-)

Kai Froeb

ich frage, weil mich die beziehung zwischen form und inhalt generell interessiert und ich mich frage, ob hegel dazu etwas wesentliches auszusagen hat .
so, wie zum beispiel die aussage, dass man keinen neuen wein in alte schläuche gießt, denn wenn man es tut, bringt der wein die schläuche zum bersten und der wein geht samt den schläuchen verloren; sondern man gießt neuen wein in neue schläuche .
auf wiki bezogen, würde das wohl heißen: keine privatwikis .
apropos privat
eigentum: nichts hat wohl die gesellschaft der letzten 6000 jahre so bestimmt, wie diese form - bis hin zur neuzeitlichen form des geistigen eigentums . wäre es nicht auch aufgabe der philosofie, solche fehlentwicklungen aufzuzeigen?

sigi

schlauch und wein sind beides alte Hüte (lasst sie mit dem Wind verwehen) die Trauben "inFohrmNation" und "inneHallten": der iihegel ist doch irgendwie abgegessen, gell. gibt doch och nen "Verein für so´n Sinn un´ Form", newa.. Aufgabe der fielohsovieh ist es das Delegieren auf ein Mindestmaß zurechtzustutzen: will sagen SelbstentFalltung kann man nicht delegieren! selbst nicht mit enthaltungslosen kommunistischen privatlosigkeiten. . der Ausdruck verkümmert zum kalten Kaffeee. aber Diskussionen können nicht schaden.


Kai, ich glaube, dass ein paar Meta-Bemerkungen zu unserer Hegel-Diskussion nützlich sind. Im Moment ufert die Diskussion sowohl thematisch als auch emotionell etwas aus. Ich habe kein Interesse Hegel Unrecht zu tun oder dich durch Vorurteile oder Dilletantismus zu verärgern, sondern im Gegenteil dankbar für die von dir investierte Energie und bemüht persönlich zu lernen, aber auch greifbare Resultate in Form kompakterer Seiten für Teilnehmer des CoForum bzw. distanzierterer Leser zu erzielen. Andererseits ist nicht alles, was du derzeit als "unglaublich" siehst, auf Mängel meinerseits zurückzuführen, sondern es gibt eben sprachliche und weltanschauliche Unterschiede zwischen uns, andere Dinge die uns selbstverständlich sind, welche sich dann als Missverständnisse äußern. Ich möchte schon die Geduld aufwenden, diese Kluft, die uns derzeit trennt, zu überbrücken. Umgekehrt danke ich dir für deine Geduld.

Hallo Helmut, danke für die nette Mail. Ich denke, wir werden das schon hinbekommen mit der Zeit. Bin neugierig was du dir wohl für Bücher zu Hegel gekauft hast... Ich denke ich melde mich am Sonntag oder Montag aus dem Urlaub. Bis dahin ist leider noch viiel zu viel zu tun....

Na ja, die Bände 7-10, 12 der Surkamp Gesamtausgabe (Geschichte, Enzyklopädie 1-3, Recht). Leider werde ich die nächsten 1-2 Wochen wenig Zeit haben, aber dann möchte ich systematischer auf deine Antworten eingehen (sie gewisserweise aufarbeiten) bzw. mich auch an die - wohl unvermeidliche - Kritik deiner Texte machen. Vieles wird dort so simplifiziert (z. B. das Problem des Wahrheitskontexts mit dem Elefanten, oder des Begriffes mit dem Stuhl), dass es aus meiner Sicht mit Hegel nicht mehr viel zu tun hat bzw. seinen Intentionen, wie ich sie wahrnehme, geradezu wiederspricht.

Hallo Helmut,

Natuerlich vereinfachen meine Erklaerungen (du wirst ja nicht in ernst wollen, dass meine Erklaerungen Hegel auch noch verkomplizieren?). Da ich nicht an der Uni arbeite, ist es mir auch wichtiger, das moeglichst viele Menschen Hegel verstehen und anwenden koennen, als dass ich das ich eine moeglichst unangreifbare (und dafuer unverstaendliche) Umformulierung dessen schreibe, was Hegel selbst besser schreibt und damit andererseits niemanden helfe. Zu meiner eigenen Position und Vorgehensweise habe ich den oben aufgefuehrten Links ja bereits etwas geschrieben.

Ich kann jedenfalls ruhigen Herzens garantieren, dass meine Hegel-Interpretation erheblich naeher an Hegel dran ist, als die gaengigen Hegel-Vorurteile, die du in deinen bisherigen Fragen reproduzierst. Meine Hegelinterpretation kann, schon wegen der gebotenen Kuerze (und der Schnelligkeit mit der ich sie nebenbei schreibe), niemals die Orginallektuere der Primär- und Sekundärliteratur ersetzen, darauf weise ich ausdruecklich hin. Aber sie ist aus einem ueber 20jaehrigen Studium dieser Primaer- und Sekundaerliteratur erwachsen.

Sie ist darauf ausgelegt, dem Leser (also auch dir) bei konstruktiven eigenen Studium dieser Literatur die kursierenden (dabei inzwischen längst widerlegten) Vorurteile zu entfernen, die beim Lesen und Lernen extrem hinderlich sind (es gibt da eine passende Zen-Geschichte, erzaehlt z.B. hier: http://www.kusunoki.de/geschichten/geschichte001.html ) und andererseits Konzepte und Begriffe Hegels so zu erklären, dass man eine für das weitere Verständnis hilfreiche Vorstellung davon bekommt.

Ob mein dargestelltes Hegelverstaendnis angemessen ist, koennen wir gerne an allen meinen Texten und Beitraegen hier spaeter untersuchen (vielleicht lerne ich ja auch noch etwas dabei?). Ich bin auch bereit zu erklaeren, wie diese aus Hegel abgeleitet werden koennen und auch die aktuelle Sekundaerliteratur beruecksichtigen, wenn dir das wichtig ist. Bis dahin waere schon viel erreicht, wenn du im oben angegebenen Sinen zumindest vor der Hegel-Lektüre deine bisherigen Vorurteile ablegest, so dass der Hegeltext ueberhaupt eine Chance bei dir hat (Woher uebrigens nimmst du die anscheinend unerschuetterliche Sicherheit, dass dein Hegelbild mehr "mit Hegel zu tun" hat?)

Nun zu deiner Hegel Lektuere. Ich halte es fuer extrem wichtig, dass du vor (oder notfalls parallel) zu moeglichen Hegeltexten auf jeden Fall das (mit neu ca. 10 EUR sehr preiswerte) Buch von T.S.Hoffmann zu Hegel durchliest, am besten noch ergaenzt durch das entsprechende Buch von Fulda (siehe dazu die Buchhinweise auf HegelMaterial, im HegelWiki habe ich unter unter http://wiki.hegel.net/index.php/Buecher eine aktualiisierte und erweiterte Version der Liste aufgenommen). Ohne diese Lektuere hast du als heutiger Leser, gerade mit dem von Dir bisher gezeigten Vorverstaendnis, keine Chance zu einem angemessenen Verstaendnis zu kommen, schon weil dir das Gesamtverstaendnis, die Hintergruende und Zusammenhange fehlen. Bitte vertrau zumindest darin einmal meinem Urteil (ohne diese Lektuere sehe ich auch keine Chance, dass wir hier gemeinsam groessere Fortschritte zu machen).

Aus dieser Lektuere wirst du auch ein besseres Verstaendnis zur Einschaetzung des Status der beiden von dir ausgewaehlten Texte bekommen. Ganz kurz dazu:

Grundlegend ist auf jeden Fall die Enzyklopaedie, sie gibt einen Ueberblick darueber, wie alles miteinander zusammenhaengt und enthaelt zumindest eine kleine Version der - fuer das Hegel Verstaendnis zentralen - Logik. Hegel hat sie selbst fast allen seinen Vorlesungen (darunter allen seinen Logikvorlesungen) in Berlin und Heidelberg zugrunde gelegt.

Wichtig ist es dabei, sich beim Lesen vor Augen zu halten, dass die "Zusaetze" im Text (in der Suhrkampausgabe auch leicht erkenntlich an der kleineren Schrift), die meistens das ausmachen, auf das man sich als Laie zuerst wirft, nicht von Hegel autorisiert sind, sondern ein Sammelsurium, welches von den Schuelern Hegels nach dessen Tod zusammengetragen wurde von nicht autorisierten Mitschrift-Schnipseln von Hegel Vorlesungen durch seine Schueler, Notizblaettern und Manuskripten von Hegel aus einem Zeitraum 30 Jahren (in denen sich seine Philosophie stark weiter entwickelte) usw. und zu einem (im heutigen philologischen Verstaendnis hoechst problematischen) Ganzen zusammen gefuegt wurde.

Statt der Zusaetze sollten daher besser die Quellen dieser Zusaetze, also etwa die einzelnen Vorlesungsmitschriften usw. benutzt werden (das meiste veroeffentlicht zu horrenden Preisen bei Meiner und Fromann-Holzboog -sollte aber in der Uni zu kriegen sein-, teilweise aber auch sehr guenstig bei Suhrkamp).

Ohne diese Zusaetze sind die Paragraphen der Enzyklopaedie (insbesondere die Kernparagraphen ohen die Anmerkungen die Hegel selbst zur erlaeuterung gibt) fuer den Laien erst einmal sehr komplex, brauchen Zeit zur Einarbeitung (fuer den Teil des Objektiven Geistes/der Rechstphilosophie fuehrt Adrian Peperzaak - Buchhinweis im oben angegeben Link - sehr ueberzeugend vor, wie so etwas gemacht wird). Hegel selbst hat es so eingeschaetzt, dass seine Enzyklopaedie in dieser Form der Erlaeuterung durch seinen Vortrag bedarf (darum sind seine Schueler ueberhaupt auf die Idee gekommen, die Zusaetze aufzunehmen).

Die Vorlesungen zur Geschichtsphilosophie ist durchgaengig leicht zu lesen, sind aber nie von Hegel freigegeben, sondern basieren auf den selben (aus heutiger philologischer Sicht problematischen) Quellen wie die oben besprochenen Zusaetze (nur die Einleitung, der philosophisch interessanteste Teil der Geschichtsphilosophie der sich auch mit Methodenproblemen u.ä. beschaeftigt, basiert zumindest auf einem Manuskript von Hegel).

Wichtiger ist aber aus meiner Sicht noch der Einwand, dass du aus Hegels Geschichtsphilosophie zwar eine Reihe von Hegel wichtigen Gedanken kennen lernst, die anderswo dann systematischer abgehandelt werden, (und Stellungnahmen Hegesl zu allerlei historischen Ereignissen bis hinein in seine Zeit), aber die tiefere Begruendung dessen, was hegel da vorträgt und wie er vorgeht, finden sich nicht dort, sondern in seiner Logik, der Enzyklopaedie, der Philosophie des Geistes allgemein, die in dem Text vorausgesetzt sind (Was ein Missverstaendnis der Texte bei Fehlen solchen Hintergundwissens stark erleichtert und in der Vergangenheit auch oft tatsaechlich gefoerdert hat).

Aus dieser Einschaetzung wird vielleicht auch klarer, warum ein zusaetzliches Studium der erwaehnten Sekundaerliteratur fuer das angemessene Verstaendnis der Texte unabdingbar ist (Wir leben hier in einer priviligierten Zeit. Die bestehenden Hegel Vorurteile kommen auch daher, dass solche Sekundaer- und primaerliteratur in der heute voerliegenden Qualitaet frueher nicht vorlagen. Dann sollte man diese aber auch nutzen, um nicht noch einmal hinter das inzwischen erreichte Verstaendnis von Hegel zurueckzufallen).

Noch eine Frage sowohl zu deiner Lektuere, wie auch zu unserer spaeteren Diskussion, auf die ich mich schon jetzt freue: was ist eigentlich dein Ziel, deine Intention bei der Beschaeftigung mit Hegel und der Hegel Debatte? Vielleicht kann ich ja, wenn ich das weiss, dir dann auch einerseits besser raten, zum anderen vielelicht auch fuer dich produktiver mit dir argumentieren.

Kai

zu http://hegel.de/werke_frei/hw108033.htm :
hegel scheint sich hier auf die form und den inhalt ein und desselben gegenstandes zu beziehen .
> dass .. die wahrheit und gediegenheit des inhalts wesentlich darauf beruht, daß derselbe sich als mit der form identisch erweist.
ich hatte bei form und inhalt eher an ein verhältnis zwischen zwei dingen gedacht, wie z.b. ein topf suppe (topf & suppe (um das gleichnis wein & schlauch mal zu vermeiden)) . oder ganz allgemein : gefäß und inhalt .
und dann ist das verhältnis nicht mehr so einfach als zwei aspekte einer sache zu beschreiben .

sigi

Philosophie Menschen

Neue Seiten im Kontext

Freitag, 5. September 2008

Das deutsche HegelWiki ist nun ein eigenständiges Wiki mit eigener Datenbank und eigener Domain/URL. Es enthält mit nun etwa 40-50 deutschen Artikeln mehr Einträge als das bisher stiefmütterlich behandelte alte HegelWiki in englisch und deutsch zusammen. Mittelfristig wird es vermutlich auch meine hegelwerkstatt.de ersetzen.

Freitag, 8. November 2002

Archivseiten der Diskussionsgruppe Wege aus dem Kapitalismus, Berlin, Jahre 2002 bis 2005. Aktuelle Seite: WAK