UmsonstladenTreffen

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2004

Vom 5. bis 7. November 2004 fand in Berlin in der offenen Uni das 2. bundesweite Umsonstladentreffen statt. Hier wollen wir die Ergebnisse/Extrakte von ein paar Workshops darstellen:

!Was wollen wir mit dem Laden erreichen und kommen wir unserem Ziel näher?

(kurzer Mitschnitt aus der Anfangsrunde:)

Rostock: City-Lage, hauptsächlich überflüssiges Zeug. Gute, aber gebrauchte Handtücher bleiben liegen. Deshalb der Wunsch: zweiter Laden lieber in sozialem Brennpunkt,

Hamburg: Motivation: Erfahrung der Trennung zwischen Tauschwert - Gebrauchswert. Warenkritik, Arbeitskritik Nützliche Dinge, die sogar auf einem Flohmarkt unverkäuflich. Motto: "Zu schade zum Wegwerfen", lebendiger Kontakt, keine Sozialstation gegenseitige Hilfe auf gleicher Augenhöhe, Umgang mit Dienstleistungserwartungen 5 Minuten erklärt und dann "Aha, Tausch.", 280 Euro Miete, wenn die drin ist, keine weiteren Spenden mehr (?) nach außen → kostendeckend nach innen → umsonst

Berlin: Wenn ich kein Gefühl mehr von Kooperation habe, dann mache ich zu. Am schnellsten gehen Elektro-Geräte weg. "Alles was einen Stecker hat". Es entstehen leider keine weiteren Gruppen, wie in Hamburg (Gartengruppe, Nähgruppe, Fahrrad-Werkstatt, ...)

Hamburg: bei weiteren Gruppen Wunsch und Wirklichkeit absichtlich vermischt, bewusst nicht gemeinnützig → kein Finanzamt

Berlin: Entwicklung in der NutzerInnen-Zusammensetzung: Messis und "Soziale" sind beharrlicher, penetranter.

Gießen: "Soziale" hätten wir gern. Es kommen mehr Sachen als weggehen. kleine Ecke in einer Kneipe/Infoladen leider kein eigener Laden dafür mobil Manche Menschen machen Stimmung gegen Umsonstladen wegen der Ästhetik und es wäre dann Platz für einen Lesezirkel

München: Garage, ungemütlich, aber keine andere Möglichkeit, da in München hohe Mieten und Besetzen unmöglich. Keine Drei-Teile-Regel

Berlin: verschiedene Ansätze: gegen Kapitalismus ↔ caritatives Projekt

Bremen: Leute mit psychischen Problemen ziehen viel Energie raus, Umsonstladen läuft prima, aber es werden nicht mehr Aktive

!Verhältnis von Umsonstkampagnen und Umsonstläden

!Was habt Ihr eigentlich gegen Geld?

Ziel des workshops war es, eine Theoriediskussion anzustoßen, um reflektierte Argumente auf die Frage zu finden, warum wir im Umsonstladen das Geld abgeschafft haben. Die Diskussion soll auch über das Umsonstladentreffen hinaus unter Interessierten per Mailingliste fortgesetzt werden. Dokumentation eines Teils der bisherigen Diskussion:

Theoriediskussion Teil 1:

Denkanstöße dazu, was Geld eigentlich ist und welche gesellschaftlichen Auswirkungen es hat, suchten wir zunächst in Georg Simmels "Philosophie des Geldes". Dazu waren zuerst Grundbegriffe wie Wert, Tausch und Geld zu klären. Wir lasen, wie Wert (Simmel zufolge) zunächst auf subjektiver Ebene entsteht durch das psychologische Moment des Begehrens: Dadurch, dass ein Subjekt dem Objekt seiner Begierde gegenübersteht und die dazwischenliegende Distanz zu überwinden versucht. (z.B. will ich einen Sack Getreide haben). Wir lasen, wie in einem zweiten Moment die subjektiv entstandenen Werte objektiviert werden durch den Tausch. Im Tausch setzen die Wirtschaftssubjekte die Objekte ihrer Begierde zueinander ins Verhältnis (z.B. um in den Genuss von 1 Sack Getreide zu kommen, bin ich bereit, im Tausch 1 Zentner Holz herzugeben, den ein anderer haben will). In der Austauschbewegung scheinen die Objekte ihre Werte gegenseitig zu bestimmen (z.B. 1 Sack Getreide ist so viel wert wie 1 Zentner Holz) - es entsteht ein objektives Wertverhältnis.

Geld trat dann als Träger und Verkörperung des Tausches auf den Plan. Geld als Tauschmittel hatte die Aufgabe, dieses objektive Wertverhältnis auszudrücken. Ein Sack Getreide muss dann nicht mehr direkt gegen Holz getauscht werden. Der Wert eines Sacks Getreide bzw. eines Zentners Holz wird nach einer Vereinbarung in einer äquivalenten Menge Geld ausgedrückt, z.B. 30 EURO. Wenn man nun sagt, 1 Sack Getreide ist 30 EURO wert, so impliziert das immer ein Wertverhältnis zu allen anderen Objekten, die in dieser Wirtschaft zirkulieren (1 Sack Getreide ist 30 EURO wert und damit genauso viel wie 1 Zentner Holz, der auch 30 EURO wert ist, aber nur die Hälfte von einem Sack Mehl, der 60 EURO wert ist usw. Simmel benutzt übrigens nicht den Begriff der Ware, der sich hier aufdrängt, sondern er spricht von Objekten und objektivem Wert). Geld ist also zunächst nur ein abstrakter Ausdruck für das Wert- und Austauschverhältnis, das die Objekte innerhalb einer Wirtschaft haben und alle Wirtschaftsobjekte können durch den Bezug auf das universal gültige Tauschmittel Geld miteinander ins Verhältnis gesetzt werden. Diese Abstraktheit und universale Gültigkeit des Tauschmittels Geld, die Tatsache also, dass man dafür alles eintauschen kann, führt Simmel zufolge zu einer Verselbständigung des Geldes vom Mittel zum Selbstzweck mit dramatischen Folgen für Kultur und Gesellschaft. Geld ist nicht mehr nur ein Tauschmittel, das es uns erleichtert, in den Genuss eines begehrten Objektes (z.B. eines Sacks Getreide) zu gelangen. Die unbegrenzten Verwendungsmöglichkeiten und damit die hohe Potenzialität des Geldes haben es selbst zum Objekt der Begierde werden lassen, die Anhäufung von Geld ist zum Selbstzweck geworden.

Von den Auswirkungen der Geldwirtschaft, die Simmel problematisiert konnten wir nur einige anreißen:

1. Wie Geld die Beziehung der Menschen zu den Dingen verändert: Geld ist den Objekten gegenüber, die dafür eingetauscht werden, völlig gleichgültig (z.B. ist ein Brot genauso viel wert wie 2 Tafeln Schokolade, wenn sie den gleichen Preis haben, unabhängig von ihrer Qualität als Nahrungsmittel). Geld vergleichgültigt auch die Beziehung der Menschen gegenüber den Dingen, die sie käuflich erwerben. Wenn alle Gegenstände auf die gleiche Weise für Geld erworben werden und keinem Gegenstand mehr eine besondere Art der Beschaffung vorbehalten ist, werden die Dinge zunehmend austauschbar (anders wäre es dagegen bei einem geerbten Möbelstück oder bei einem, das man selbst gebaut hat).

2. Wie die Geldwirtschaft die Beziehung zwischen Personen innerhalb der Gesellschaft verändert: Geld ermöglicht die Entstehung einer hochgradig arbeitsteiligen Gesellschaft. In ihr steht eine große Zahl von Menschen in Beziehungen miteinander, die immer weniger persönlich, sondern überwiegend durch Geld vermittelt sind. Die Abhängigkeit von einer immer größeren Zahl von Personen (denken wir nur daran, wie viele Leute an der Herstellung des Computers mitgearbeitet haben, der vor uns steht) geht gleichzeitig einher mit der zunehmenden Freiheit von persönlichen Verpflichtungen diesen Menschen gegenüber. Die Gesellschaft wird durch das verbindende Interesse an Geld zusammengehalten. Die durch Geld vermittelten sozialen Beziehungen sind zu abstrakten, unpersönlichen Tauschbeziehungen geworden, in denen nur die objektive Leistung zählt (stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?) und Gleichgültigkeit gegenüber den Personen herrscht. Dieses kalkulierende Denken, wie es die durch Geld vermittelten Marktbeziehungen charakterisiert, dringt zunehmend auch in die persönlichen Beziehungen zwischen Menschen ein. Anzeichen dafür finden sich heute überall, z.B. in der Sprache (Wer hat nicht schon den Satz gehört: "Ich habe viel Zeit in diese Beziehung investiert"?). Auch Tauschringe sind zum Teil Ausdruck dieser Tendenz. Nachbarschaftshilfe, die früher völlig üblich war (z.B. mal auf die Kinder aufpassen oder Hilfe bei einer Reparatur), wird heute durch Tauschringe wiederbelebt, wobei jedoch eine geldähnliche abstrakte Verrechnungseinheit (Kreuzer, Taler usw.) dazwischengeschaltet wird.

Neben Simmel diskutierten wir auch andere Hypothesen über die Entstehung des Geldes. So die Entstehung des Geldes nicht aus dem Tausch, sondern aus dem religiösen Kult heraus und die Tatsache, dass Geld seine Gültigkeit immer einer Machtinstanz verdankt, ursprünglich wahrscheinlich Priestern.

Der Weg über die Theorie erwies sich allerdings als recht mühsam. Letzten Endes brachte die Diskussion nicht für alle klare Argumente auf die Frage, warum wir Geld kritisieren. Größere Einigkeit bestand jedoch darin, dass ein Problem von Geld und dem Erwerb von Waren für Geld darin bestehe, dass man, um in den Besitz dieses Geld zu gelangen, sich zumeist einer Zwangssituation wie Lohnarbeit oder ähnlichem unterwerfen müsse. Der Versuch, sich mit dem Umsonstladen ein stückweit unabhängiger von Geld und Gelderwerb zu machen, ist also auch ein Versuch, einen Freiraum für ein selbstbestimmteres Leben zu schaffen.

Am Nachmittag fand ein 2. Teil der Theoriediskussion statt. Hier ging es vor allem um die kritische Auseinandersetzung mit Silvio Gesells Freigeldtheorie am Beispiel der zur Zeit überall entstehenden Regiogeldprojekte sowie einiger Tauschringe, z.B. in Argentinien.

(Ich kam erst die letzte halbe Stunde dazu, also verändert und ergänzt, was das Zeug hält!)

Eine spannende und herausfordernde Frage war: Ist es o.k., dass Menschen Sachen aus dem Umsonstladen mitnehmen und auf dem Flohmarkt verkaufen?

Vorteile: - können sich dafür andere Gebrauchswerte besorgen - schafft Freiräume für sie, wo sich nicht Lohnarbeiten müssen - Ressourcen genutzt

Nachteil: - wenn das eigentliche Ziel des Umsonstladen die Überwindung von Ware und Geld ist, ist dieses Ziel hiermit umgangen

Dann ermöglicht der Umsonstladen aber immer noch eine andere Blickweise, öffnet ein Fenster ...

Behauptung: Umsonstläden funktionieren nur in einer Wegwerfgesellschaft.

Warum vorzeigen, was ich mitnehmen möchte? Weil sonst nur Bringer und Nehmer und Aktive überflüssig. Um mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Sonst agieren nur die Bringer und Nehmer und wir, die Umsonstladen-BetreiberInnen, sind überflüssig. Und es gäbe ein "Hauen und Stechen", denn es kommen 100 Leute pro Tag.

Umsonstladen als Teil einer Projektgemeinschaft

Zweites bundesweites Umsonstläden-Treffen: Workshop "Umsonstläden als Teil einer wachsenden Projektgemeinschaft"

Als wir in Hamburg zum ersten Treffen im Sept. 2003 einluden, stellten wir den Erfahrungsaustausch über den alltäglichen Ablauf des Umsonstladens in den Mittelpunkt:: Interpretation der Mengenbegrenzung ("3-Teile-Regel"), Umgang mit den NutzerInnen, ‚Wie bekommen wir einen Raum?’ , Wie begegnen wir den Erwartungen der NutzerInnen nach "Tausch" und "Sozialstation" und "Caritas"? u.s.w. Dieser Erfahrungsaustausch bleibt sicher weiter wichtig und verbindet uns auch.

Inzwischen sind unsere von Anfang an angestrebten sonstigen Projekte der gegenseitigen Hilfe (in Verbindung mit dem Umsonstladen) etwas gewachsen. Dort ist inzwischen die Hälfte der Aktiven. Deshalb haben wir auf dem Treffen in Berlin versucht, als Vorschlag unter anderen Folgendes einzubringen:

Der Umsonstladen, wenn er funktioniert (was an den meisten Orten der Fall ist), ist eine herrliche Grundlage, um diesen Ansatz praktischer Warenkritik und selbstbestimmten Wirtschaftens behutsam mit allen jeweils Beteiligten, die das wollen, weiter zu entwickeln.

Ein Umsonstladen bietet die Möglichkeit zu einer vielfältigen Projektgemeinschaft gegenseitiger Hilfen. In Hamburg gehen wir aus von den Tätigkeitsideen der Leute, die meist als NutzerInnen des Umsonstladens zu uns kommen, oder schon als Aktive bei uns sind. Jede kann bei uns in Kontakt mit den schon vorhandenen einen Projektansatz daneben stellen. Wir schlagen vor einen Teil der jeweils besten Neigungen nicht mehr auf den Markt zu werfen, sondern einer wachsenden gegenseitigen Hilfe zu geben. Auf diese Weise haben sich 4 kleine Gruppen und ein paar ‚Ein-Personen-Projekte’ entwickelt.

An den Beispielen Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt und Kleinmöbellager haben wir in Berlin die Möglichkeiten erklärt: Wir entwickeln einen Projektgemeinschafts-"Innenraum", aus dem wir so gut es geht die Ware-Geld-Beziehungen verdrängen und sie ersetzen durch gegenseitige Hilfen. Wer in einem der Projekte aktiv ist, hat Anrecht auf die Hilfen aller anderen Projekte. Wir unterscheiden dabei bewusst zwischen Aktiven bei uns und den punktuellen NutzerInnen unserer Projekte. Gratis für alle, die überhaupt nicht in einen verabredeten kooperativen Zusammenhang mit uns treten wollen, lehnen wir ab. (Darüber hinaus bemühen sich die meisten von uns, sich gastfreundlich gegenüber den NutzerInnen zu verhalten.) Die beiden Projekte funktionieren nach dem Muster: ‚Nach innen sind die Leistungen umsonst, nach außen dienen sie zur Deckung unserer Unkosten durch die Aufwandsspenden der NutzerInnen. Klar, dass wir für die neuen Projekte neue Räume brauchten. Wir haben aber bewusst jeweils nur wenig Raum angemietet, um weiterhin unsere Grundkosten so niedrig wie möglich zu halten.

Momentan sind wir mengenmäßig gewachsen (ca. 40 Leute). Jedoch ist die Qualität der gegenseitigen Hilfe, obwohl einige schon erkennbar besser leben, noch gering. Daran arbeiten wir gegenwärtig. An den laufenden Konflikten bearbeiten wir die Themen "Worte und Taten" (... sollten enger zusammenrücken), "freiwillige Verantwortung", Entspannung persönlicher Konflikte; auch Nein-sagen können gegenüber der Gruppe, "gegenseitige Hilfe im Bereich der Erwerbsarbeit" (jenseits der Projektgemeinschaft!), freundlicher Umgang miteinander ("den richtigen Ton finden") , u.s.w. ... Auf Anfrage erzählen wir gern davon.

Liebe Grüße von Freddy, Volker, Amadou, Ilka, Tonja und Hilmar !

Fortsetzung am Nachmittag:

Projektgemeinschaften in anderen Städten ?

Wo stehen die Umsonstladenprojekte in anderen Städten? Wie könnte ihre Weiterentwicklung aussehen?

Den ersten Umsonstladen haben sich die Hamburg-AltonaerInnen ausgedacht. Grundlage war ihr vorher entwickeltes, umfassenderes Konzept eines nicht-warenfömigen Wirtschaftens in einer Projektgemeinschaft. Alle anderen Umsonstladenprojekte haben davon nur den Umsonstladen übernommen. Inzwischen gibt es viele schon ein paar Jahre und dennoch ist es nur die Altonaer Projektgemeinschaft, in der über den Umsonstladen hinaus einiges in Gang gekommen ist. Welche Gründe gibt es dafür? Was sind die nötigen Voraussetzungen für das Entstehen und Wachsen von vielfältigen Aktivitäten jenseits des Umsonstladen-Betriebs? Gibt es Hemmnisse, die aus der alleinigen Umsonstladenpraxis entstehen? Gibt es außer der Altonaer Projektgemeinschaft noch andere förderliche Organisationsformen, bspw. den Gratisring?

Freiburg (meine persönliche Sicht, ThomasE): In Freiburg gibt es den Umsonstladen seit über einem Jahr. Die beiden Räume mit zusammen ca. 30 m² sind voll mit mehr oder weniger nützlichen Dingen. Überall stehen Regale bis auf eine kleine Ecke, wo hinter einem Schreibtisch "Platz" für die Aktiven des Ladens ist. Es kommen in der Woche durchschnittlich ca. 50 NutzerInnen in 6 Stunden an 2 Tagen. Anfangs, nach zwei ausführlichen Presseartikeln, waren darunter m.E. mehr wohlhabendere Leute, inzwischen dominieren neben zahlreichen "StammnutzerInnen", Leute aus dem Umfeld des Autonomen Zentrums, in dem sich der Umsonstladen befindet. Der "Umsatz" an Dingen ist nach wie vor befriedigend. Aktive und NutzerInnen "werkeln" so nebeneinander her, jede/r in ihrer/seiner Rolle. Es gibt kaum Anlaß, Zeit und Ruhe für Gespräche mit NutzerInnen.

Die Gruppe der Aktiven ist seit dem Start auf das Doppelte gewachsen (jetzt 15). Nochmal die Hälfte an Leuten hat nur mal kurz in das Projekt "hineingeschnuppert". Der Umsonstladenalltag, insbesondere das Bewältigen der Berge von Dingen beschäftigt die Gruppe stark, sowohl während der Öffnungszeiten als auch auf dem monatlichen Plenum.

Von Anfang an gab es die Idee, auch über den Umsonstladen hinaus aktiv zu werden (von den nützlichen Dingen über die Tätigkeiten zum Produzieren). Allerdings sind die diesbezüglichen Versuche immer wieder versandet. Zwei Projekte, ein offenes Büro und ein Umsonstcafé wurden (in anderen Räumen im selben Haus) angedacht, laufen aber nicht. Die Gründe für die Schwierigkeiten bei der Weiterentwicklung sind m.E. hauptsächlich,

Da es unmöglich scheint, gemeinsame Schritte der Weiterentwicklung zu finden, haben sich im November ein paar Leute aus der Gruppe entschieden, sich, vom Umsonstladen(plenum) getrennt, regelmäßig zu treffen und ein Projekt der gegenseitigen Hilfe, des gemeinsamen solidarischen Wirtschaftens ohne Tausch und Geld zu entwickeln. (Alle sind auch noch im Umsonstladen aktiv und das neue Treffen ist auch offen für die Anderen der Umsonstladengruppe und es wird regelmäßig berichtet.) Aus obiger Kritik heraus wurden zwei Ziele als Minimalkonsens festgelegt:

Inzwischen gab es fünf Treffen. Von den 15 Umsonstladen-Aktiven sind 4 bisher sicher dabei, andere überlegen noch. Ein aktuell freiwerdender Raum in einem selbstorganisierten Hausprojekt zog unsere Bewerbung auf sich und beflügelte konkrete Nutzungsideen (incl. eines zweiten Umsonstladens), sowie ein Finanzierungskonzept und das Ansparen für die ersten Monatsmieten. Wir diskutieren unser Verhältnis (als Projekt) zum bestehenden Umsonstladen und thematisieren die Projektgemeinschaft auch auf dem Umsonstladen-Plenum.

Über die weitere Entwicklung werden wir von Zeit zu Zeit auf der Umsonstladen-Mailingliste berichten.

!Anspruch und Wirklichkeit

1. Ansprüche: - Konsumkritik, Konsumverhalten klarmachen und durchbrechen - Warenkritik - Kommunikation - offen für alle - Wir wollen uns da wohlfühlen - neue Projekte (Selbsthilfe ...) - Perspektiven entwickeln - Raum um neue Perspektiven zu entwickeln

2. Umsetzung der Ansprüche: - Regeln ⇔ offener Raum. Machen wir keine Regeln, dann bestimmen möglicherweise die Abräumer die Regeln.

3. Probleme, die dabei auftreten: - Abräumer - Abhängen - neuer Typus Konsument - der Umsonst-Konsument

4. Problem-Lösungsansätze: - reden - erklärende Schilder (Mitmachen statt Mitnehmen!) - einfach weggehen (entspannt, aber löst nicht) - Regeln aufstellen und durchsetzen (z.B. Eintrittskarten nur eine Stunde gültig) - Wertvolle Dinge zur Schaustellen aber hinter einem Käfig (gier, geifer,...) - zu Weihnachten "20 Prozent billiger" (Provokation) - (für kurdische Abräumer:) "Öcalan befiehlt drei Teile" (auf kurdisch) - (für Abräumer:) der Abräumer des Monats (Ist problematisch.) - Aktionstag: "Waren" mit Folien abdecken und Kuchen essen = Kommunikation

AK Freie Kooperation

Diskussion und Ergebnisse

Regiogeld und Tauschring

(Samstag, 06.11.2004, 16 Uhr 30 bis 18 Uhr)

Bundeszentralbank, europäische Zentralbank: Geld selbst einführen = verboten Können es nicht "Geld" nennen. "Bank" auch verboten. Verwaltungsaufwand, Hin- und Hertauschen ⇒ Arbeitsplätze (Na toll!), die bezahlt werden müssen

Ziele des Regiogeldes: 1. Region fördern (wirtschaftlich) 2. nomineller Verlust (Gesell), (Schwundgeld) um wirtschaftliche Aktivität zu fördern

Torstens These: Jeder Unternehmer sucht sich den günstigsten Zulieferer. Er vergleicht dabei auch Angebote in Regio und Euro. Der Regio funktioniert erst, wenn die Arbeitgeber die Arbeitnehmer auch in Regio bezahlen können. Regiogeld funktioniert erst, wenn die gesamte Tauschkette in Regio.

Keynes: Lege ich Geld nicht an, bin ich damit flexibel. Sobald ich es fest anlege, ist diese Flexibilität weg. Ich verzichte auf die Verfügbarkeit meines Geldes. Dafür bekomme ich Zinsen als "Flexibilitätsprämie".

Gesell gegen Zins und Banken: Gesell: Arbeit schafft Wert = > dafür Lohn zu bekommen ist o.k. Geld schafft keinen Wert = > also sollte es dafür keinen Lohn geben, keinen Zins. Darin steckt auch Sozialdarwinismus: Arbeit ist erstmal etwas gutes. Und der beste Arbeiter setzt sich durch. Wenn es da keine Verfälschungen - durch Zins und Banken - gäbe.

Kritik an Tauschringen Tauschringe = Kreditsystem

Frage: Haare schneiden und Fahrrad reparieren - wie gegeneinander aufrechnen? Eine Stunde Haare schneiden gegen eine Stunde Fahrrad reparieren? Einer braucht nun 10 Minuten, ein anderer eine Stunde. Was nun? Da sind wir schnell bei der Frage: Wie entsteht der Wert?

Tauschring-Verwaltung: = Wasserkopf

Zwei Freunde gehen zusammen in einen Tauschring → jetzt bekommen sie Punkte für Dinge, die sie vorher so gemacht haben (z.B. Umzugshilfe) ⇒ Das treibt die Durchökonomisierung der Gesellschaft voran.


Umsonstläden

Neue Seiten im Kontext

Mittwoch, 22. April 2009

Initiative zu einem Netzwerk von waren- und erwerbsarbeits-kritischer Gruppen, gegründet auf dem Gib und Nimm 2009 in Köln.

Angestrebt wird eine eine Zusammenarbeit an mit allen Menschen, denen eine Ausweitung einer verabredeten gemeinsamen Produktion und Nutzung von Dingen und Diensten wichtig ist.

Montag, 26. November 2001

Umsonstladen in Berlin.