Calixthe Beyala

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Daten
web: http://calixthe.beyala.free.fr Offizielle Webseite (im Aufbau)
http://www.arts.uwa.edu.au/AFLIT/BeyalaCalixtheEng.html

[External Image] Geboren 1961 in Douala, kamerunisch-französische Schriftstellerin.

Beyala kommt aus armen Verhältnissen, konnte aber in Frankreich und Spanien eine höhere Schulbildung erwerben und lebt seit 1984 in Paris. Sie ist zweifellos die bedeutendste und feministischste aller französischsprachigen afrikanischen Autorinnen. Beyala hat bis zu ihrem vierunddreißigsten Lebensjahr sechs Romane und eine Flugschrift veröffentlicht. Ihre ersten beiden Romane, C'est le soleil qui m'a brûlée (1987)(ein Zitat aus dem Hohen Lied Salomos, eigentlich: "..denn die Sonne hat mich verbrannt" das in der deutschen Übersetzung zu "Wen die Sonne liebt, den tötet sie" verunstaltet wurde.- Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1989) und Tu t'appelleras Tanga (1988), spielen in armen Vierteln eines ungenannten afrikanischen Landes. Sie setzen sich mit der Unterdrückung junger Frauen durch ihre Familien und durch Männer auseinander. In Verhältnissen, die durch Armut, Ausbeutung und Prostitution bestimmt sind, finden Frauen allein Unterstützung in engen Freundschaften mit anderen Frauen. Seul le diable le savait (1990) ist eine längere und ambitonierte, aber nicht so erfolgreiche Erzählung mit Elementen des afrikanischen magischen Realismus. Neuere Romane, deren Handlung zumindest teilweise in Europa stattfindet (zB. Le Petit prince de Belleville, 1992), haben ihr beachtliche Aufmerksamkeit in Frankreich beschert.

Ayo Abiétou Coly beschreibt die Heroinen Beyalas als Kinder eines Kontinents, der seine Entwicklung bereits in einem embryonalen Zustand erstickt hat. (→ Neither Here nor There: Calixthe Beyala's Collapsing Homes http://iupjournals.org/ral/ral33-2.html) Der Afrikaner ist bei Beyala weder der "unterentwickelte Mensch" der präkolonialen Ära, noch ein "sich entwickelnder Mensch". Er ist ein kollabierendes, sich selbst dissoziierendes Individuum. In einer aus jeder Ordnung herausgefallenen Umgebung, wie sie zum Beispiel das Quartier General in C'est le soleil qui m'a brûlée darstellt, können nur desintegrierte Individuen existieren. Der Ort der Rettung ist in diesen Romanen Europa, auch da, wo es nicht ausdrücklich erwähnt wird. Europa ist mit Hoffnung, Wohlstand und Freiheit assoziiert. In späteren Romanen wird die Exilsituation beschrieben: Die Protagonisten sind in Europa nicht wirklich angekommen, sie sind in einer feindlichen Umgebung gefangen, ohne Hoffnung auf Rückkehr. "Ich bin ein Immigrant, ..ich gehe vorwärts, mit rückwärtsgewandtem Kopf" läßt Beyala ihre Figur Abdou in Le petit prince de Belleville sagen ("Moi l'immigré, l'étoile exilée, j'avance la tête renversée"). Die Immigrantenkommune Belleville ist ein Hybrid. Es ist weder Frankreich, noch Afrika, sie kann auch nicht als etwas Selbständiges gelten. Auch Frankreich ist ein desintegrierter Ort, wie Afrika.

Werkübersicht

Johanna Hellkerns, Traumbild als Utopie - Über Befreiungsversuche aus bedrückenden Gender-Verhältnissen http://www.graswurzel.net/257/traumbild.shtml

Sybille N. Nyeck, L'(Homo)érotisme chez Calixthe Beyala http://thewitness.org/agw/nyeck012904fr.html

Calixthe Beyala répond à son public - Compte-rendu de la soirée littéraire organisée par Afrik - vendredi 19 mars 2004, par Falila Gbadamassi - http://www.afrik.com/article7138.html

ToDo

Als die kamerunische Autorin Calixthe Beyala 1996 eine ähnliche Szene schilderte, handelte sie sich damit den Vorwurf des Plagiats ein, weil ihre Szene zu sehr an die Passage aus Okris Buch erinnerte: "Ein grüner Lastwagen parkte auf dem Hauptplatz. Ein kleiner Neger, fünfzig ungefähr und bereits etwas feist, etwas faltig, etwas angegraut, in einem schwarzen Anzug und weißem Hemd, stand auf der Ladepritsche. Er richtete sich mit der Stimme des Lautsprechers an uns. 'Liebe Mitbürger, Seine Exzellenz Präsident auf Lebenszeit übersendet euch seine hochachtungsvollsten Grüße! (...) Als Beweis schickt er euch diesen Mais, damit ihr nie mehr hungern müsst.' Applaus."

Calixthe Beyala: Jenseits von Duala. Fretz & Wasmuth, Bern 1998; S. 103.

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Liste afrikanischer womanistischer Autorinnen in Literatur und Theorie