spirituell

Version 3, 145.254.187.194 am 18.8.2004 17:38

Wenn man den Begriff "spirituell" näher analyseiren will, muss man zuerst einmal wissen, wie der Mensch in seinem Wesen funktioniert. Das ist kompliziert genug, zumal uns immer wieder die Frage entgegentritt, darf ich mir selbst gedanken über mich amchen, oder muss ich einflussreichen oder überschlauen Predigern, im weitesten Sinne sind das auch die oberen Funktonäre von geslslhaftlche Organisationen, wie Parteien usw., blindlinks folgen und ihnen Gehrosam zollen. Arno Gruen beschreibt diese Mechanismen sehr gut und deckt vor allen Dingen af, warum wir oft so regaieren, wie wir reagieren. Ich sehe den Begriff "spirituell" als einen Ausdruck dafür, dass wir uns von der ratio zu trennen beabsichtigen. Gut, nicht alles ist Ratio, auch Emotionen und Empatien bestimmen unser Lebensbild, manchmal deutlich mehr, als Ratio, aber dennoch ist spirituell etwas wenig fassbares, aber schnell lügenhaften und heuchlerisches. Mit diesem Begriff sind wir schnell missbraucht, wenn man an die Kirchen, die eigentlich allesamt Sekten der Gehirnwäsche sind, denkt. was als ist spirituell? Ich will einen Definitionsversuch wagen: spirituell ist etwas, von dem wir nicht wissen können (auch nicht annähernd - im Sinne von Karl Popper's - Wahrheitsnähe), was es wirklich ist, weil es nicht existiert, uns aber felsenfest einbilden, es genau zu kennen und zu begreifen. Gott z.B. ist spirituell. Oder der Teufel. In Wirklichkeit sind Gott und Teufel ein und dieselbe Person, nämlich wir selbst. Wir projizieren uns nur nach außen (nennen das spirituell), um uns vor unserer eigenen Verantwortung und Verantwortlichkeit zu drücken und damit die Schuld loszuwerden, die wir in uns durch andere eingeredet erhielten oder die wir uns selbst durch Untätigkeit in uns schufen. Indem wir z.B. zu einem Mördergott beten: Herr vergib uns unsere Schuld, entlassen wir uns aus der Verantwortung vor uns selbst und übertragen sie auf Gott. Das ist viel einfacher, als selbst für Mord und Krieg (oder dafür, dass wir nichts dagegen unternehmen) Verantworung zu übernehmen. So wird die Welt regiert, indem den Menschen vorgelogen wird, Gott würde seelig machen, alle die an ihn glauben, und das lustige Töten im Namen Gottes geht weiter, egal, wie dieser Gott heisst, Christus oder Allah usw. Und Bush, der Mörder, betet zu seinem Mördergott, lässt die Bomben auf Afghanistan und den Irak fallen, setzt eine gläubige Miene auf, und die dummen Amerikaner (die etwas klügeren denken nach und erkennen, dass Religion schon immer zum Mord eingeladen hat) rennen Bush hinterher und versuchen sogar manchmal, ihm in den schmutzigen stinkenden Hintern zu kriechen. Es soll auch Deutsche geben, die das immer wieder versuchen und wollen, manchmal haben die sogar schwarze Talare an, oder nennen sich Bundestagsabgeordnete, oder hüpfen in Frauenkleidern in den Kirchen herum und schwenken beissend kratzenden Rauch um sich her. Und das ist dann spirituell.

Was ist das denn für ein pauschalisierender Text? Zum einen gibt es einen Unterschied zwischen dem individuellen Glauben und den daran anknüpfenden Institutionen, zum anderen jedoch, und das ist entscheidend, sind es nicht der Islam oder das Christentum welche den (Staats-) Terror verursachen, sondern die jeweils herrschenden Eliten, welche eben u. a. die Religion für ihr Streben nach Kapital (strategischem Einfluss, billigen Ressourcen, neuen Märkten und Aufträgen für Rüstung und Wiederaufbau, Ablenken von sozialen Missständen im eigenen Land usw.) vorschieben. Sicher, das ganze Esotorikzeug ist schon nicht ganz ungefährlich, aber eben doch gerade weil es von den eigentlichen Problemen ablenkt. Und mit dem Anti-Bushismus ich auch etwas vorsichtiger sein, bloß weil andere Länder ihre Kriege besser als "humanitäre Einsätze" tarnen, werden diese auch nicht besser.

tim 1808

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