GlobalesSozialSystem

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Ein einzurichtendes Globales Sozialsystem, finanziert durch eine Besteuerung global tätiger Wirtschaftsbetriebe (GlobaleSteuer) soll folgende Nah-Ziele ermöglichen:

Gründe dafür, dass so ein System noch nicht existiert:

Diskussion

Warum wird hier zwischen Wirtschaft und "Sozialem System" getrennt ? Was bezeichnet Wirtschaft anders, als unsere gesellschaftlichen Bemühungen um Stillung von Bedürfnissen ? Die Forderungen an das "Soziale System" müssen an unsere wirtschaftliche Organisation gestellt werden.

(0.1) Ich denke, wir leben in einer arbeitsteiligen Welt. Die gewinnorientierte (Privat-)Wirtschaft produziert Güter, Dienstleistungen und Steuern. Der öffentliche Sektor befriedigt allgemeine Bedürfnisse wie Bildung, Gesundheit oder Gerechtigkeit (ein Gericht oder eine Pensionskassa sind kaum als Wirtschaft zu sehen) und verbraucht Steuern. Die Politik steuert die Gesamtorganisation und den Interessenausgleich zwischen allen. Das scheint mir eine wesentliche Grundstruktur zur Reduktion der Komplexität der sich stellenden Aufgaben. Jeder kann sich auf seinen Teil konzentrieren.

(0.2) Ein Wirtschaftsbetrieb fühlt sich nicht zuständig für Dinge, die außerhalb seines Systemhorizonts von Produkten, Ressourcen, Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Konkurrenten abläuft. Nicht einmal Gewerkschaften fühlen sich zuständig, Interessen von Leuten außerhalb ihres Systems - also z. B. Arbeitslose oder Hausfrauen - zu verteidigen. Es muss daher das alle einschließende System der Gesamtorganisation (Gesellschaft, Staat, ...) geben, das den Ausgleich schafft. Unsere Staaten bekunden zwar Anteilnahme bei Katastrophen und geben auch Almosen, fühlen sich aber nicht für internationale soziale Missstände verantwortlich.

(0.3) Für das internationale Wirtschaftssystem braucht es die globale Organisationen (UNO, Weltregierung, NGOs, ...) die den internationalen Ausgleich durchführen und globale Sozialsysteme betreiben. Wie soll sonst diese Verantwortung zugeordnet werden? Wie soll ein GlobalesSozialSystem ohne eine GlobaleSteuer betrieben werden?

Ich neige eigentlich auch der Ansicht von Thomas zu. Warum sollte das unterschieden werden? Unser Wort "Ökonomie" leitet sich von den Wörtern "oikos" (οικος) für "Haus" und "nomos" (νóμος) für "Gesetz" ab, und bez. die Lehre von den Dingen, die ein Hauswesen betrifft. Da wird auch nicht zwischen den verschiedenen Bereichen getrennt! Wir wollen ja versuchen etwas neues / zukunftsweisendes - eine Utopie - zu denken. Da sollte alles, vor allem auch das "etablierte" Denken (das, was normalerweise nicht hinterfragt wird), einer schonungslosen Analyse unterzogen und auf seine Stichhaltigkeit hin überprüft werden.

Es geht nicht nur um Utopie. In Utopie denken ist Denken in der Zukunft des "Ich will". "Ich Will", bezeichne ich als Setzen von Wahrheit.

"Warum sollen die, die sich nicht anstrengen, nicht verhungern ?" sagen die einen, ich sage: "Niemand soll verhungern". Dafür gibt es keine rationale Erklärung, das kann ich nur setzen. Darüber kann ich auch nicht diskutieren. Ich kann nur in der Diskussion klären, ob es auch der Standpunkt meines Gegenübers ist oder nicht.

Wenn wir uns nicht auf grundlegende Setzungen verständigen können, brauchen wir überhaupt nicht miteinander zu sprechen, weil der Verständigung die Grundlage fehlt.

Ein Denkansatz, der die Welt in von einander unabhängige Systeme einteilt, ist affirmativ, er kann nicht über das bestehende hinausweisen. Das empfundene Manko eines Systems wird mit der Konstruktion eines anderen, parallel dazu zu stellenden, zu beheben versucht. Diesen Denkansatz möchte ich als Reparaturismus bezeichnen. Er ist im besten Fall Zeitverschwendung, vielfach aber auch gefährlich ( wenn zum Beispiel instabile Monokultursysteme in Ackerbau durch gentechnische Maßnahmen stabilisiert werden sollen). Reparaturistische Denkansätze unterstüze ich, wenn sie mir nicht gefährlich erscheinen, und mich die Unterstützung nicht viel Aufwand kostet (TrialAndError).

Es gibt aber Prinzipien des Ganzen, unserer Kultur, die dafür sorgen, dass es so ist wie es ist. Diese Prinzipien, das Wesen, zu erkennen, ist nötig um Auswege zu finden. (Dieser Abschnitt ist eine Setzung, wir können nicht darüber diskutieren).

Ich verstehe nicht Helmuts Unbehagen, in dieser Form zu denken, wo doch das materialistisch positivistische Denken, d.h. die Ausrichtung an einer objektivierbaren Wahrnehmung der Natur, doch gerade übergeordnete Pinzipien als das Wesentliche der Welt erkennt. Es ist aber gerade das Wesen eines Prinzips, nicht für einen kleinen Wahrnehmungsfetzen der Realität, sondern für das Ganze zu gelten.

Starker Text, Thomas! Gefällt mir!

karl 2404

Thomas, du hast so vieles angeschnitten, dass ich deine Punkte-Form verwenden möchte, um nichts zu übersehen.

(1) Warum hat ein "ich will" etwas mit Wahrheit zu tun? Für mich ist das eine Absicht oder eine Zielsetzung. "Ich will einen Sportwagen" oder "ich will Weltmeister werden" setzt keine Wahrheit.

(2) Ich stelle eine Übereinstimmung im Ziel "niemand soll verhungern" fest. Das finde ich schön. Die Erreichung des Zieles sollte wichtiger sein, als der Weg dorthin. Alternativen zu entwickeln und die gangbarste Alternative umzusetzen, wäre vernünftig.

(3) Es geht nicht um unabhängige Systeme, sondern um vernetzte Teilsysteme. Es geht darum, jemand die Verantwortung für das Ziel "niemand soll verhungern" übertragen zu können. Dieser jemand wird eine Organisation brauchen und die entsprechenden Mittel dafür.

(4) Ich verstehe den Vorwurf AffirmativeKritik, aber die Situation ist natürlich. Wenn ein Haus zusätzliche Funktionen erfüllen soll, dann kann man es umbauen. Man kann es auch abreißen und neu bauen. Man kann versuchen, ein Ziel mit minimalen Eingriffen zu erreichen, oder durch einen Entwurf, der alles über den Haufen wirft. Jedenfalls braucht man aber eine Plan. Am besten Alternativen, aus denen man sich die beste auswählt.

(5) Ich verstehe nicht den Verweis auf "materialistisch positivistisch" in meinem Zusammenhang. Ich fühle mich weder als Materialist, noch als Positivist, sehe diese als überzogene Extrem-Haltungen. Die moderne Konsumgesellschaft gründet auf Materialismus und Relativismus (Konstruktivismus). Ebenso hat sich der aktuelle, extreme Kapitalismus nur durch Assimilation dieser Haltungen so entwickeln können. Die moderne Marken-Wirtschaft (die Marke bestimmt den Wert) ist ohne Konstruktivismus undenkbar.

(6) Neues Denken? Jederzeit. Neues zu fordern bedeutet aber noch nicht Neues zu denken. Gute Absichten sind ohne das Vermögen der Planung und Umsetzung nicht viel wert.

(7) Wenn ich hier schreibe "GlobalesSozialSystem", so bedeutet das ja nicht, dass dies die einzige oder beste Möglichkeit wäre, globale soziale Probleme anzugehen. Wenn es andere Möglichkeiten gibt, umso besser, dann gibt es eine Wahlmöglichkeit. Nur muss man diese Alternativen auch hinlänglich beschreiben.

(8) Wenn es um "Prinzipien unserer Kultur geht, die dafür sorgen, dass es so ist wie es ist", dann formuliere bitte diese Prinzipien. Diskutierbar und kritisierbar muss es wohl sein, sonst bewegen wir uns in einem Bereich einer "tranzendentalen Wahrheit", die du z. B. auf der Seite Wahrheit kritisierst. PrinzipienUnsererKultur.

HelmutLeitner (Unterschrift nachgefügt von TK)

zu (1): möchte ich auf Johannes Rat hin vertagen

zu (2): Ja. Siehe Wovon wollen wir Weg?.

zu (3): Das ist wieder affirmativ. In anderen Worten: Es ist OK, dass menschliche Unternehmungen unverantwortlich zu der Frage des Verhungerns sind.

zu (4): Ja. Aber wenn strukturelle Eigenheiten unseres Wirtschaftssystems ursächlicher Teil des Problemes sind, werden wir das Problem nicht los, ohne diese abzuwenden.

zu (5): Warum bezeichnest Du unsere Gesellschaft als Konsumgesellschaft ? Ist Konsum ihr hauptsächliches Merkmal ? Wer gehört dann zu dieser Gesellschaft ? Gehören diejenigen, die für uns produzieren in der ganzen Welt, deren Bodenschätze wir hier nutzen, mit zu dieser Gesellschaft ?

zu (6): Ja. Und zuerst Analyse. Und wenn wir zusammenarbeiten wollen brauchen wir dazu zuerst eine gemeinsame Sprache. Bei dem Punkt stecken wir erst einmal fest.

zu (7): Dem dient die gesamte Unternehmung des CoForum.

zu (8): "Prinzipien unserer Kultur" war hier hauptsächlich dem Streit um den Begriff "Wirtschaft" geschuldet. Ich habe den Überbegriff (gleich die ganze Kultur) genommen, statt "wirtschaftliche Organisation", weil wir da noch nicht vom Gleichen sprechen.

Das Prinzip unserer wirtschaftlichen Organisation ist ihr Zweck: die Erwirtschaftung von Profiten. Dieser Zweck ist zunächst neutral, im Effekt aber konträr zu menschlichen Bedürfnissen (außer der Gier einiger).

Siehe zum Beispiel "Wer verdient warum wie viel?": http://doku.argudiss.de/index.phtml?Kategorie=KuA#6

zu (0):

Die Beschreibung (0.2) ist ja zutreffend.

In (0.1) lese ich jedoch: Arbeitsteilung impliziert verteilte Verantwortlichkeiten.

Dem stimme ich überhaupt nicht zu: Jeder trägt trotzdem Verantwortung für das ganze. In (0.2) schreibst Du ja gerade, dass das gesamte Arsenal unserer wirtschaftlichen Organisation nicht nach den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet ist. Ich lese bei Dir heraus: das kann auch so bleiben.

Ich glaube, da gibt es eine Menge Missverständnisse. Zunächst sind wir uns sicher einig, dass es jede Menge gesellschaftlicher Mängel gibt und dass zur Beseitigung dieser Mängel gravierende Änderungen erforderlich sind. Außerdem stimme ich auch zu, dass im Prinzip jeder als Teil der Gesellschaft eine Mitverantwortung hat.

Es gibt aber imho einen Unterschied zwischen einer direkten Verantwortung (z. B. ein Wasserwerk kümmert sich um die Versorgung mit Trinkwasser) und einer indirekten Verantwortung (wir sind alle als Teil der Gesellschaft mitverantwortlich für politische Entscheidungen, das soziale Klima, ...). Die Oma im Altersheim ist auch indirekt mitverantwortlich und nimmt diese Verantwortung für Hungernde vielleicht durch Mitleiden oder Spenden auch tatsächlich war. Aber sie ist nicht direkt für eine Nahrungsverteilung verantwortlich. Das gleiche gilt auch für das Wasserwerk. Niemand dort hat den Auftrag zur direkten Katastrophenhilfe, aber jeder dort ist Teil der Wirtschaft und gestaltet außerdem als Mensch (nicht als Teil des Wasserwerkes) die Gesellschaft mit, welche die Prioritäten setzt.

Ich glaube auch, dass es richtig ist, dass das Wasserwerk sich arbeitsteilig um das Wasser kümmert und die Molkerei um die Milch. Es wäre nicht effizient, wenn Wasserwerk und Molkerei Abteilungen für die Verfolgung diverser gesellschaftlicher oder sozialer Ziele einrichten würden. Das heißt aber nicht, dass die Menschen im Wasserwerk oder Molkerei desinteressiert sein können. Sie müssen ja zumindest als öffentliche Meinung politische Entscheidungen mittragen.

Vielleicht meinst du aber, dass jede wirtschaftliche Organisation auch eine politische Organisation zu sein habe? Dass sozusagen das Wasserwerk auch mit einem meinungsbildenen Auftrag auch für das politische Bewusstsein verantwortlich wäre? Das würde ich allerdings als kontraproduktiv ansehen, weil dies strukturell nur zu eine ineffizienten Propagandamaschinerie führen könnte.

Ich antworte mit langen Zitaten, weil mir die Kraft fehlt, das alles selber zu schreiben. Kernthesen hebe ich hervor.

Consider the "normal" building process we have become used to in recent decades. A client specifies a program in which building areas are mechanically set out as requirements. In the case of a large building, this program is then made more precise (and often more rigid) by a professional programmer who sets it forth arithmetically in a table of square footages. An architect designs the building at a drawing table and is held to the program, rigidly, not to the evolving whole. The drawings are then checked by an engineer who is separate from the process and responsible for making the building stand up. A soils engineer very possibly works out the foundation, separately again. The final engineering drawings are then checked by a building inspector and by a zoning officer – again a separate process. In many cases, the zoning officer who checks them has not been to the site. Even if the officer has done a site visit, he or she has little or no authority to create any coherent relation between the building and the site, in relation to the site's special conditions. Once the drawings are approved, they are sent out to bid, by a contractor who has not been part of the design process, looks only at the drawings, but shares none of the vision. The drawings are also checked by a bank. The individual parts of the drawings may be sent out to bid by subcontractors, who are even more remote from the task at hand. Many of the objects, components, which will be used in the construction of the building are factory-made. They have been designed and constructed with no knowledge of the building at all; they are mentally and factually separate from its existence, but are brought into play only by a process of assembly.

During the building process, corrections cannot be made without huge expense to the client. Thus the assembly process is insensitive to almost any new wholeness which appears during construction. The landscape work is done by a separate architect, who specializes in plants. The actual gardening--that is, the preparation of the ground, planting of trees, flowers – is done by yet another person acting under orders, and once again contractually removed from the human feeling, light, and action of the building.

The interior, very often, is done by yet another person – an interior decorator. This person, again remote from any previous reality, will also assemble pre-constructed components and modules to try and produce a whole. But the elements are, at the end, almost inevitably separate and cold in feeling, harsh in content, without origin in human meaning. They do not reflect the feelings of the building's occupants; nor do they arise naturally from the wholeness of the building shell and from the seeds of a direction which that shell already contains. Even the building's paint is often applied as an afterthought, as if it were an independent act. And the very paint, itself, is once again chosen from among a system of mechanically component-like colors, none of which was conceived in the context of the building, but which exist, precooked, in a catalog.

Present-day town-planning practice--mainly based on zoning – is equally mechanical in character. It is largely independent of the people most directly affected, and is controlled by appointed officials, who often do not even visit the site where a particular building is to be built. The zoning ordinance – a map of an imaginary future, used as a control device – is prepared by others. The process is based, in considerable part, on the needs of the developer-controlled,profit-oriented marketplace, and on the assumption that agreement about deep value is impossible in principle. Achievement of subtle or spiritual character in a town under these conditions – which are a large-scale replica of the conditions surrounding smaller-scale mechanical building process – is once again hardly possible.

You might say of these examples, "But this surely is all process. Isn't that good?" The trouble is that it is mechanical process only, something which subverts the inner fire of true living process.

In a mechanistic view of the world , we see all things, even if only for convenience, as machines. A machine is intended to accomplish something. It is, in its essence, goal-oriented. Like machines, then, within a mechanistic view processes are always seen as aimed at certain ends. We think of things by the end-state we want, and then ask ourselves how to get there.

This mistake was widespread in the 2020th century. For example, in the extreme 20thcentury view of some mechanistic sociology, even kindness might have been seen as a way of achieving certain results: part of a bargain, or a social contract, which had the purpose of getting something.

Real kindness is something quite different, something valuable in itself. It is a true process, not guided by the grasp for a goal, but guided by the minute-to-minute necessity of caring, dynamically, for the feelings and well-being of an-other. This is not trivial, but deep; sincerely related to human feeling; and not predictable in its end-result, because the end-result is not a goal. Unlike the goal-oriented picture, which is imposed intellectually on our substance as persons, real kindness is a process true to our essential human instinct and to our knowledge of what it means to be a person. But the machine-age view showed a process like kindness as being oriented toward a goal, just as every machine too has its purpose – its goal, what it is intended to produce.

Like the mechanical 20th-century view of kindness, the 20th-century mainstream view of building was goal-oriented and mechanistic, aimed mainly at end-results, not on the inner good of processes. Building was viewed as a necessary way to achieve a certain end-result. The design drawn by the architect – the master plan drawn by the planner – was the purpose, these were the goals of the art. The process of getting to the goal was thought to be of little importance in itself, except insofar as it attained (or failed to attain) the desired goal.

The mechanistic view of architecture we have learned to accept in our era is crippled by this overly-simple, goal-oriented approach. In the mechanistic view of architecture we think mainly of design as the desired end-state of a building, and far too little of the way or process of making a building as something inherently beautiful in itself. But, most important of all, the background underpinning of this goal-oriented view – a static world almost without process – just is not a truthful picture. As a conception of the world, it roundly fails to describe things as they are. It exerts a crippling effect on our view of architecture and planning because it fails to be true to ordinary, everyday fact. For in fact, everything is constantly changing, growing, evolving. The human body is changing. Trees bear leaves, and theleaves fall. The road cracks. People's lives change from week to week. The building moves with wind and rain and movement of the earth. Buildings and streets and gardens are modified constantly while they are inhabited, sometimes improved, sometimes destroyed. Towns are created as a cooperative flow caused by hundreds, even millions, of people over time.

Why is this process-view essential? Because the ideals of "design," the corporate boardroom drawing of the imaginary future, the developer's slick watercolor perspective of the future end-state, control our conception of what must be done – yet they bear no relation to the actual nature, or problems, or possibilities, of a living environment. And they are socially backward, since they necessarily diminish people's involvement in the continuous creation of their world.

In all this, process is still not present as something essential, only as something mechanical. In our profession of architecture there is no conception, yet, of process itself as a budding, as a flowering, as an unpredictable, unquenchable unfolding through which the future grows from the present in a way that is dominated by the goodness of the moment.

I shall argue that every good process in architecture, and in city planning also, treats the world as a whole and allows every action, every process, to appear as an unfolding of that whole. When living structure is created, what is to be built is made consistent with the whole, it comes from the whole, it nourishes and protects the whole.

We may get some inkling of this kind of thing by considering what it means to design a building, and to compare it with what it means to make a building. Naively, I make a building if I actually do it myself, do it with my own hands.

This sounds like fun. But of course that is impossible for all but the very smallest buildings. More deeply, what it means for me to make a building is that I am totally responsible for it. I am actually responsible for its structure, its materials, its functioning, its safety, its cost, its beauty, everything. This is in marked contrast with the present idea of architecture, where as an architect I am definitely not responsible for everything. I am only responsible for my particular part in the process, for my set of drawings, which will then function, within the system, in a strictly limited fashion that is shut off from the whole. I have limited responsibility. Like a bureaucrat, I play my role, but "don't ask me to be responsible for anything – I am just doing my job."

When I make something, on the other hand, I am deeply involved with it and responsible for it. And not only I. Whether I am head of some project, or a person making some small part of it, the feeling of total responsibility is on my shoulders. In a good process, each person working on the building is – and feels – responsible for everything. For design, schedule, structure, flowers, feeling – everything.

I remember a few years ago meeting an old man who told me he had put the last I-beam on the Empire State Building. He had also placed the highest steelwork on the towers of the Golden Gate Bridge. As he told me about the riveters and welders he used to work with, he described a kind of special ethic they carried with them: while doing their work, five hundred or a thousand feet above the ground, they were conscious, among themselves, that whatever they did – every rivet, every weld – was their responsibility and theirs alone. It was up to them to make a thing that was to last forever. It was in their hands, and there were no excuses.

This was vastly removed from the "I-amjust-doing-my-job" attitude which exists in the fragmented and mechanical process most often followed today, where the demarcation of responsibility is socially and legally drawn to make sure each person does not feel responsible for the whole.

I do not suggest that making should be re-introduced for reasons of nostalgia. But I shall prove that a process which is not based on making in a holistic sense, cannot create a living structure. And I shall demonstrate hypermodern processes, many using the most advanced techniques of the present and of the future, in which a new form of making dominates our attitude.

In every sphere of nature, and in everysphere of human effort, there are trillions upon trillions of possible processes. Of these trillions, only a few are living processes – that is, actually capable of generating living structure. That does not mean that living processes are rare. There are, of course, still billions of them among the trillions. All the processes which generate nature – including what we understand as physics, chemistry, biology, geomorphology, hydrodynamics – they are all living processes, because they do virtually all generate living structure, at least most of the time. However, there is an even larger number of possible processes which fail to create living structure.

Since human beings are the first creatures on Earth who have managed to create non-living structure, the need to focus on non-living processes is new. Indeed, we have only even seen non-living structure and non-living process for the first time in relatively recent decades.

Traditional society almost never saw these non-living processes. Although traditional society was filled with human-created processes – human-inspired and human-invented – it was dominated by living process. Human beings in traditional societies, by and large, used living processes.

Non-living process is a recent arrival on the planet Earth. It is only in the modern era, and chiefly in the last 50-100 years, that human beings have given widespread use to processes of all kinds which are non-living, which therefore generate quantities of non-living structure.

However, since the distinction between living process and non-living process has now become visible, and since, for the time being, we have no precise conception or definition of living process, it has become urgent that we try to get one. In this book I make an effort, perhaps for the first time, to make this distinction and to lay a basis for a theory-- and for a form of daily practice – which allows for a world in which living process, hence living structure, dominates the world and its creation.


Thomas, kannst du etwas mehr dazu sagen, wie du die Bücher von CA empfindest. Kannst du mit der Denk- und Argumentationsweise etwas anfangen?

Ich bin noch sehr am Anfang und sehe viel verwandtes. Ich teile Motivation und Zweck der Unternehmung, auch die Ansicht, dass das Weltbild ausschlaggebend ist für unser Handeln. Die "Objektivierbarkeit", die CA wichtig ist, kann ich bisher nicht nachvollziehen. "Ich will Lebendiges erhalten und unterstützen" sehe ich als seine grundlegende Setzung, mit der ich übereinstimme. Davon ausgehend kann ich untersuchen, welche Sicht und welches Handeln zweckmäßig ist. Sehr ähnliche Ansätze finde ich bei Heinrich Jacoby und Peter Kafka (Entwicklung zum Lebendigen nur durch TrialAndError, LebenIstWert).

Hi. Lese die Seite zum ersten Mal, da erst seit gestern wieder inet-Zugang, habs auch nur überflogen - ich schreibe, weil die Idee auch eins meiner großen Anliegen ist - also daß keiner mehr hungert und unterdrückt wird und so weiter. - Nun: Was ich meist vermisse bei diesen Diskussionen, ist die Betrachtung, daß es damit es auf der Welt komplett frei zugeht der massive Bewußtseinswandel erst fertig ablaufen muß. Soviele Leute sind noch von der Welt entfremdet, fühlen sich nicht zu andeeren MEnschen zugehörig usw. Man braucht gar gar nix mehr organisieren, wenn die Menschen erstmal spüren was und wer sie sind und wie die Welt aussehen sollte. Es wird keine "Gesellschaft" mehr geben (eher eine Gemeinschaft), Abstraktionen wie "Wirtschaft", "Arbeitsmarkt&Stellen", Geld wird es nicht mehr geben. Polizei, Gerichte, Gesetze sowieso nicht. Von Nationen und Leuten die von Berufs wegen Politiker sind ganz zu schweigen.

Ich schau wieder rein.

FloK

gutentach. Ich muss zum letzten Absatz was hinzufügen, besser gesagt: korrigieren. Und zwar: Es wird diese Dinge (Geld, etc.) immer geben, sie werden nie aufhören - jedoch werden immer weniger Menschen an sie glauben und nach diesen Strukturen handeln. Das ist schon alles - dies war sehr wichtig - bin selber reingefallen auf diese Falle - die Einseitigkeit des Denkens... zumindest passiert es mir immer seltener :-)

FloK, 18.05.05

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Freitag, 16. Mai 2003

Was soll unter System verstanden werden ?

Samstag, 29. Dezember 2001

Die Herrschaft des Kapitales setzt ein verinnelichtes Machtmodell seitens der Herren und seitens der Sklaven voraus.