Antipädagogik

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Daten
web: http://de.wikipedia.org/wiki/Antip%C3%A4dagogik

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Antipädagogik - Provokation der Erziehungswissenschaft- eine kritische Betrachtung ihrer Relevanz und Rezeption mit speziellem Blick auf die Sozialpädagogik Von Christof Schneilinger Veröffentlicht von GRIN Verlag, 2007 ISBN 3638775402, 9783638775403 28 Seiten

Studienarbeit zur Antipädagogik: http://books.google.de/books?id=l_rI-CVM-D0C

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Was ist Antipädagogik ?

Der Begriff Antipädagogik wurde durch das 1975 erschienene Buch "Antipädagogik -Studien zur Abschaffung der Erziehung" von Ekkehard von Braunmühl bekannt. Antipädagogik ist die Antithese zur Pädagogik. Antipädagogik sollte nicht mit antiautoritärer Erziehung verwechselt werden. Dieser Ansatz zielt auf das Erziehen insgesamt – auf alle Maßnahmen und Einstellungen, welche die Würde und die Gefühle eines Menschen verletzen. "Kinder" werden zu Erziehungssubjekten, den "Zöglingen" degradiert und nicht als Individuen, mit verletzbaren Gefühlen angesehen. Alle Arten von "Erziehung" sind menschenunwürdig und verursachen Leid und Frust. Es gilt neue Lebens- und Lernformen zu finden, die zum wirklich freien Menschendasein anleiten können.

Die Beziehung von "Kindern" und Erwachsenen muß gleichberechtigt sein. Junge Menschen sollen nicht zu "kleinen Erwachsenen" gemacht werden, sondern jegliche Altersdiskriminierungen sind zu überwinden. Es gibt keinerlei vertretbare Begründung dafür Menschen zu bevormunden. Allen Menschen seien ihre eigenen "defensiven Grenzen" zugestanden und, diese sollten sie stets verteidigen können, so, daß es zu einer ausgewogenen "Ich – Wir-Bilanz" kommen kann. Nie darf ein Mensch zum Sklaven anderer Menschen werden. Antipädagogisch eingestellte Menschen versuchen ausgewogene Beziehungsformen in der Gegenwart miteinander zu finden, und sie lehnen irgendwelche zumeist in der Zukunft liegenden abstrakten "Erziehungsziele" kategorisch ab. Immer!

von Luther Blissett

Ich verweise auf die Bücher Hubertus von Schoenebeck. Ein Einstieg kann sein: "Ich liebe mich so wie ich bin". Für alle interessant, die sich über sich und das Mensch-Sein, über einen gewaltfreien und liebevollen Umgang Gedanken machen.

Zu finden auf: http://www.amication.de

Eine paar Sätze zum Thema Antipädagogik, zB. über den scheinbaren Widerspruch zwischen Antipädagogik und Pädagogo, und das dieser auf der Polarität zwischen Wissenschaft und gelebter Wahrheit basiere: openspirit.de/noowiki/AntiPaedagogik

Kürzlich war ich in einem ersten Seminar an der Uni zum Thema Pädagogik. Es ging um Andreas Flitner, wir lasen in seinem Buch: "Konrad, sprach die Frau Mama... Über Erziehung und Nicht- Erziehung." das Kapitel über Behütung. Öfters wurde dort über Antipädagogik gesprochen. Die ProfessorIn äußerte mehrmals (,wenn auch nicht nur) den Ausspruch: "Kinder sind kleine Erwachsene." (also, daß mensch sie so direkt mit allem konfrontieren solle wie "Erwachsene"), was ja sehr einseitig ist. Ich fand das sehr schade und war ziemlich entsetzt. Antipädagogik wird (naturgemäß) noch viel falsch verstanden. :( Ich werde das in meinem Umfeld ändern!) Gelle, da spricht die PädagogIn – vielleicht sind Seminare an Universitäten nicht ganz so der richtige Ort, um den gleichberechtigten Umgang mit Menschen zu lernen. Dort gibt es ganz klare Hierarchien und Autoritäten: Menschen, die vermeintlich etwas wissen, und Menschen die sich erfolgreich einreden lassen, sie würden noch ganz und gar unfertig sein, einen Bildungsmangel aufweisen. Antipädagogik ist nicht erlernbar, meinem Verständnis nach. Viel eher sollte Pädagogik und Erziehung gründlich verlernt werden, von allen Menschen. Dann ist die Rübe frei für "vernünftige" Sachen (falls es so was überhaupt geben sollte).

von Luther Blissett

Mensch könnte es so ausdrücken: Kinder sind kleine Menschen. Erwachsene sind große Menschen, (und Bäume haben lange und kurze Äste...) Jeder Mensch verfügt zuweilen über Einsichtspotetiale und jeder hat Triebe. Diese können die defensiven Grenzen anderer Lebewesen überschreiten, wenn mensch sie sich nicht bewußt macht. (und, wenn mensch das alles nicht vergisst, und wenn mensch gut gelaunt ist, und Ideale verfolgt, und gerade die Sonne scheint, und das Denken in abstrakten Modellen, den Kopf nicht allzu sehr vollstaubt, und mensch nicht in irgendwelchen Pädagogikseminaren versauert...) Ich habe über die Begriffe: "Erwachsener", "Kind" und "Mensch" nachgedacht, und was sie für mich bedeuten. Anfänglich (also als Kleinkind) wurde mir der Begriff "Erwachsener" als das Gute und Erstrebenswerte an sich "verkauft"; erst spät habe ich das relativiert und gemerkt, daß Nicht-Kinder durchaus viel falsch machen, also auch meine Eltern, die ich lange idealisierte. Das "Erstrebenswerte" will ich mit "Mensch" definieren (bzw. besser gesagt umgekehrt). (Hä? – Leute, immer das langweilige definieren, auch so eine Stumpfsinnigkeit aus dem SchülerInnendasein) Jeder Mensch sollte als ein ganzer(heiler, gesunder) Mensch leben; dies (vermeintliches Ziel) bringt man in die Gegenwart, also in die Wirklichkeit, indem man grundsätzlich davon ausgeht, daß dies hier und jetzt schon so IST. (Gesundheit ist ein ethisches "Gut", und als solches frei Setz- und Interpretierbar – ein seltsamer Ansatz, für freie Menschen, wenn diese "gesund" zu sein haben) Dies ist die Grundeinstellung, die mensch Kindern (kleinen Menschen) (und natürlich auch großen Menschen) entgegenbringen muß. (ach ja, das kleine Wörtelein MUSS...) Also ist mit dem Satz eigentlich gemeint: "Kinder sind kleine Menschen"; mensch soll sie also als vollwertige Wesen respektieren. Man muß dies nun mal leider explizit sagen, da Kinder meist nicht als vollwertige Menschen angesehen werden! (und wenn Leute so weiterdenken, wird sich das auch in den nächsten tausend Jahren nicht groß ändern nehme ich mal an. Luther Blissett)

FlorianKonnertz, 04-01-28

schön, Florian, dass Du Dich mit Pädagogik beschäftigst und dem kritisch begegnest, was Dir dazu gesagt wird, analysierst und vergleichst. Deine Aussage; "Menschen (großen wie kleinen) sollte ich so begegnen, wie wenn sie alle versuchen, als ganzer(heiler, gesunder) Mensch zu leben. - Dies sollte meine Grundeinstellung sein." finde ich besonders gut und übertragbar auf alle Menschen, aller Größen und mit allen Besonderheiten. Ich finde, in diesem Bestreben "als ganzer(heiler, gesunder) Mensch zu leben" sollte ich sie unterstützen. --roy.ly, 04-01-28 14:12

hier noch roy's Korrektur zu "Was ist Antipädagogik ?" Der Begriff Antipädagogik wurde durch das 1975 erschienene Buch "Antipädagogik -Studien zur Abschaffung der Erziehung" von Ekkehard von Braunmühl bekannt. Antipädagogik ist eine Gegentheorie zur Pädagogik, hat also nichts mit "antiautoritärer Erziehung" zu tun. Antipädagogik lehnt NICHT die Pädagogik insgesamt ab, sondern alle Maßnahmen und Einstellungen, die die Würde und die Gefühle des Kindes verletzen. Antipädagogik lehnt aber trotzdem den Begriff "Erziehung" ab, weil in diesem Zusammenhang immer etwas Herabwürdigendes mitschwingt: Das Kind wird zum Erziehungsobjekt, "Zögling" degradiert und nicht als Subjekt mit zu respektierenden Gefühlen angesehen. "Erziehung" sollte daher am besten durch ein Hauptinteresse am "Wohl der Beziehung" ersetzt werden. Die Beziehung von Kindern und Erwachsenen sollte gleichberechtigt sein. Das bedeutet, daß die natürliche Andersartigkeit der Kinder (körperliche und geistige Fähigkeiten, weniger Erfahrungen, dafür mehr Pahantasie (jau – you’ve got it!), andere Erfahrungen wg. anderer Zeit/Zustände, andere Wahrnehmung wg. Körpergröße und Entwicklung der Sinnesorgane) respektiert wird, ihnen dadurch keine Nachteile entstehen und sie sogar besondere Rücksichtnahme erfahren. Wie alle Menschen mit ihren Besonderheiten. Das Kind wird nicht zum "kleinen Erwachsenen" gemacht, sondern als "Mensch" (mit speziellen Gegebenheiten, Bedürfnissen, Vorlieben, Fähigkeiten) angesehen, dem die gleichen Rechte zustehen, wie jedem anderen Menschen. Erwachsene sollten ihre eigenen Grenzen kennen und ihre Rechte als geleichwertige mit dem Kind aushandeln, so daß es zu einer ausgewogenen "Ich-Wir-Bilanz" kommt. Sie sollten und müssen sich also auch nicht zum Sklaven ihrer Kinder machen. Antipädagogisch eingestellte Erwachsene interessiert das gute Funktionieren der Beziehung in der Gegenwart und sie opfern diese nicht "Erziehungszielen", die auf eine vermutete Zukunft ausgerichtet und daher wenig überprüfbar sind.

roy.ly, 04-01-28

Eine kleine Anmerkung: "man" und alle sprachlich männlichen Formen von Bezeichnungen, machen Ansatzpunkte auf, die ewig wieder dualistische Geschlechterkonstruktionen (Mann/Frau) reproduzieren. Die Formen: -In, -Innen, oder noch besser: -is scheinen mir eine bessere Bezeichnungsmöglichkeit zu sein. Dazu will ich noch anmerken, daß ein solcher Dualismus auch die Formen: Kind/Erwachsener ist. Hier bietet sich der Ausdruck mensch/Mensch an.

euer gegenderter Luther Blissett

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