Das Empire des Geldes

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Daten
audio: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/ ... dlf_200512022010.mp3
web: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/feature/420888/
Sendezeit: 02.12.2005 20:10
Autor: Uwe Pralle Klaus Theweleit Noam Chomsky
Quelle: Deutschlandfunk
Länge: 49:45 Minuten

Feature im Deutschlandfunk

Eine kurze Geschichte Amerikas

von Uwe Pralle

"Dollars damn me", schrieb Melville 1851. Seit ihren Anfängen hallt der Fluch auf den Dollar durch die amerikanische Literatur, von Cooper bis zu William Gaddis. Max Weber hat seine "Protestantische Ethik" nach einem Aufenthalt in den USA geschrieben. Was es über die religiösen Wurzeln des modernen Kapitalismus zu wissen gab, lehrte ihn nicht zuletzt die puritanische "Leitkultur" der USA seit den Tagen der Pilgrim Fathers.

Vielen ist das neue "Empire" unheimlich, zu dem Vordenker heute die USA erklären. Doch als "Empire des Geldes" sind die USA schon seit den frühen Tagen der Kolonialzeit angelegt, in dem sich ökonomische Verheißungen des Weltmarkts von Anfang an mit religiösen Verheißungen verbanden. Klaus Theweleit und Noam Chomsky erläutern, wie die Frühgeschichte Amerikas bis heute in der eigentümlichen Empire-Politik der USA weiter wirkt. Der Traum vom unaufhaltsamen Wachstum des Geldes auf den globalen Finanzmärkten ist genauso wie der Traum von der Unerschöpflichkeit natürlicher Ressourcen im puritanischen Vorsehungsglauben verwurzelt. Die Krise der westlichen Ökonomien und das Ende des Ölzeitalters zeigen ein dramatisch anderes Bild: Die Stärke der USA ist halluzinativ.