CoCoins

Version 79, 84.161.125.203 am 20.9.2007 13:16

Sigi wünscht sich eine LokalWährung und hat ein "Alternativgeld-Projekt" im CoForum angefangen (Sigi's Geld-Experiment). Bisher ist jedoch die Resonanz gleich Null.

Wozu könnte eine eigene Währung im CoForum gut sein ?

tobias:

eben. geld abschaffen ist viel einfacher, praktischer, effizienter und ökonomischer. es funktioniert sogar. nicht theoretisch, wie wir Deutsche das immer gerne uns vorstellen, sondern praktisch. die theorie dazu findet sich vielleicht irgendwo unter dem Begriff Soziale Dreigliederung.

der Gedanke findet sich in der Französischen Revolution:

Freiheit

Gleichheit

Brüderlichkeit

und ist bestrickend einfach:

Freiheit im Denken

Gleichheit im Alltag

Brüderlichkeit im Geldbereich

hab ich was geb ich Dir ab.

geschrieben von TobiasSandkühler am 20.september 7 in deutschland

jemand anderes schrieb:

Welche Versuche in dieser Richtung sind interessant ?

thomas:

Die Vorteile einer eigenen Währung sind: die Gruppe, die die Währung einführt, kann selbst die Spielregeln bestimmen. Man kann dann selbst ausprobieren, ob andere Spielregeln Geld nützlicher machen, oder ganz andere Mechanismen der ökonomischen Kommunikation gefunden werden müssen.

Ich persönlich finde jedoch generell Netzwerk-Ansätze (in diesem Fall P2P-Geld) interessanter, da es da nur lokale Gemeinschaften, aber keine globale Gemeinschaft gibt. Es gibt also kein abstraktes ausschließendes Prinzip, sondern jeder ist aufgrund seiner persönlichen Beziehungen Teil des Netzwerks.

Sigi ist bei seinem Experiment wichtig, dass es eine Anbindung einer neu geschaffenen Währung an das existierende Geld (Euro) gibt. Kann mit dieser Vorgabe überhaupt etwas neues entstehen ?

Nach meinem Verständnis ist Geld eine Schuldverschreibung. Die Gemeinschaft der Währungsgläubigen erklärt sich bereit, Leistungen gegen Entgegennahme dieser Schuldverschreibung zu erbringen.

Das grundlegende Problem ist dabei (IMHO): nicht jeder kann neue Schuldverschreibungen inititiieren. Sie müssen notwendiger weise knapp sein, da ansonsten das Vertrauen in die allgemeine Schuld (oder besser, die Schuld der Gemeinschaft) verloren geht (das nennt man dann Inflation). Damit können aber nur Menschen an diesem Spiel teilnehmen, die bereits über genügend Kapital verfügen. Die Besitzer haben einen system-immanenten Vorteil, sie diktieren den anderen die Spielbedinungen für deren Teilnahme (Zins).

Wenn also schon mit Schuld, Verpflichtung und Tausch operiert werden soll, wäre ein System wünschenswert, dass die Entscheidung für die Kreditwürdigkeit nicht den Besitzenden, sondern allen ermöglicht. Genau das macht IMHO P2P-Geld. Ein jeder räumt beliebig vielen anderen "Kredit" ein. Gegenseitige Ansprüche werden miteinander verrechnet. Kredite werden nicht aufgrund von Gewinnabsicht, sondern zur Unterstützung anderer eingerichtet (Trust-Sharing).

Is Ripple a LETS system?

Ripple was inspired by the LETS concept and the writings of Michael Linton, and was conceived originally as a way to bring more accountability into the spending of credits in a LETS system. Unlike LETS, which only tracks obligations to and from a single central intermediary, Ripple tracks obligations between individuals in a social network. In practice, many LETS users and administrators have complained that LETS provides little incentive to make good on one's obligations other than the desire to have the system work. In Ripple, obligations are never to "the system", or to some other collective entity, but in specific amounts to specific individuals who have agreed to trust you, and the loss of whose trust would have a tangible effect on a participant's life should they decide to renege on their obligations.

sigi:

schuldscheine sind eigentlich das gegenteil von geld, nämlich schulden . schuldscheine als geld anzusehen, kann man geradezu als den sündenfall des modernen geld-systems betrachten, ab da gab es kein halten mehr und nun bläht sich das geschuldete geld immer weiter auf bis es platzt . du kannst alles zu geld erklären, wenn du leute findest, die dir das glauben (bei schuldscheinen war der indirekte bezug nur besonders günstig, weil sie (jedenfalls eine zeitlang) irgenwann doch noch in gold umgetauscht werden konnten) . die vielen kleinen lokalwährungen sind noch viel weniger abgesichert und verschwinden dann auch irgendwann wieder . das einzige wirklich stabile geld war bisher das gold, weil es in der ganzen welt anerkannt wurde (nicht durch zwang, sondern freiwillig) . und geld wird erst dann wieder stabil sein, wenn es sich als virtuelles supergold, als eine von allen anerkannte weltwährung etablieren kann . das versuchen wir gerade in CommunityWikiBank . und ich verstehe nicht, warum du dich da noch nicht eingetragen hast . du musst doch schon gemerkt haben, dass das ganze völlig risikolos ist . im gegenteil, wir können dabei alle nur gewinnen, falls wir uns einigen können (und das wird richtig spannend und ein kampf um jede einzelne seele sein) .
der bezug zu CoCoins besteht dann darin, dass das ein lokales gruppen-konto unser gemeinschafts-währung ist (so wie es beim programmieren lokale und globale variablen gibt).

thomas:

AvoidIllusion. Ich habe das Gefühl, dass das ganze bei Dir eine FixeIdee ist. Wozu brauche ich denn Gold ? Heutzutage in der Elektronik ist es nützlich, aber ansonsten doch nur als Schmuck. Das Gold Währung wurde ist doch nur eine kulturelle Übereinkunft. Nimm etwas knappes (was nicht jeder nachproduzieren kann) als Sinnbild für ein gemeinschaftlich getragenes Versprechen: "Du bekommst auch was dafür, später.". Das genau ist aber Schuld, das Glauben an ein Versprechen für irgendwann. Ist Dein Sinnen nach Stabilität mangelndes Vertrauen ? Was soll denn wie stabil sein ? Es handelt sich doch nur um Entschlüsse von Menschen etwas zu tun oder nicht. Auf was willst du diese verpflichten ? Btw: Gold wurde nicht freiwillig akzeptiert, sondern einfach auf Grund dessen, dass es akzeptiert wurde. Das ist mit allen Währungen so: solange alle es akzeptieren, akzeptieren es alle. Sobald zu viele anfangen zu zweifeln, ist es vorbei mit dem Wert. Die Stabilität des Wertes ist die Raffgier der Besitzenden. Ein schönes Vertrauen, dass darauf fußt, dass mein Herrscher gerne seine Schatzkammer füllt ... Übrigens ist es auch IMO Quatsch, dass Gold schon immer Währung war. Eine Geschichte des Geldes in verschiedenen Kulturen wird dir zeigen, dass es beliebig ist, was der Wert-Repräsentant ist.

sigi:

das letzte zuerst: eine geschichte des geldes wird dir zeigen, dass das einzige zahlungsmittel, das bisher weltweit anerkannt wurde, das gold war . das fing mit den hochkulturen des altertums an, und ging über die goldmünzen griechenlands, roms, des mittelalters, dem goldrausch der spanier bis zu dem der nordamerikaner (sacramento) . dass es lokal und sogar global auch andere zahlungsmittel gab, habe ich doch gar nicht bestritten (z.b. salz (ursprung des wortes "salere" (lohn)) . (btw. salz als "das glauben an ein versprechen für irgendwann" zu bezeichnen, das würde selbst uwe nicht einfallen, und der ist, was phantasie betrifft, uns allen doch weit voraus)) nein, es ging mir um die frage: welches zahlungsmittel war bisher das allgemeinste und globalste . und überhaupt: bleibst du nicht etwas zu sehr an der oberfläche? kannst du dir wirklich nicht vorstellen, was ich mit virtuellem gold meine? nun, ich meine eine gedachte werteinheit im coputer (der gegenwert aller waren und dienstleistungen weltweit): A = 1.

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