Francisco Ferrer

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Francisco Ferrer (1859-1909)

Francisco Ferrer gilt als wichtigster und bekanntester anarchistischer Pädagoge des 20. Jahrhunderts, und Begründer einer internationalen libertär-pädagogischen Bewegung. Sein dramatischer Tod - er wurde 1909 hingerichtet - machte ihn außerdem zum Märtyrer des Anarchismus.

Ferrer selbst wurde 1859 in Nordspanien geboren und kam während Buchhalterlehre mit sozialistischen und liberalen Ideen in Kontakt. Nach der Beteiligung an Aufständen musste er 1886 nach Paris fliehen, wo er sich 15 Jahre lang im Exil aufhielt. Dort schlug er sich u.a. als Spanischlehrer durch und unterhielt Kontakte zu französischen Anarchisten – aus dieser Zeit resultierte auch sein Interesse an anarchistischer Pädagogik. Schließlich erhielt er eine Erbschaft von einer alten Frau, die er unterrichtet und von seinen Ideen überzeugt hatte. Mit diesem Geld kehrte er 1901 nach Spanien zurück, um mit ihm die ‚Moderne Schule’ in Barcelona zu gründen.

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Klemm, U.: Francisco Ferrer. Ein libertärer Schulreformer im Kontext der Bildungsgeschichte. Hilterfingen 2004

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Dittrich, Lisa: Die Hinrichtung Francisco Ferrers. Ein Fall für die europäische Öffentlichkeit im frühen 20. Jahrhundert?. In: Themenportal Europäische Geschichte (2008), http://www.europa.clio-online.de/2008/Article=325

0212 via hsk

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Neue Seiten im Kontext

Freitag, 21. September 2007

Ein Buch von Ulrich Klemm, Din A5/118 Seiten.

Die Frage nach Pädagogik gehört zu einem zentralen Bereich libertärer Gesellschaftskritik und Innovation. Vor diesem Hintergrund will der Band biographie- und ideengeschichtlich einen Überblick über diese bis heute von der etablierten Pädagogik und Erziehungswissenschaft weit gehend vergessenen antiautoritären Tradition geben. Mit ihren pädagogischen Ansichten werden William Godwin, Leo N. Tolstoi, Michael Bakunin, Francisco Ferrer, Ernst Friedrich, Walther Borgius, Herbert Read und Paul Goodman dargestellt.

Montag, 27. Mrz 2006

Seit über 25 Jahren existiert in Merida (Bandajoz), einer kleinen spanischen Stadt in der Nähe der portugiesischen Grenze, die Freie Schule Paideia. Die "Schule der Anarchie", wie sie sich selbstbewußt nennt, öffnete am 9. Januar 1978 mit 10 Kindern als Vorschule ihre Pforten. Mittlerweile ist die Grundschule zu einer Ganztagsschule (10-18h) mit derzeit 40 Schüler/innen angewachsen. Neben den Schüler/innen, die die Schule direkt besuchen, werden weitere per Fernunterricht betreut. Die Klassengröße beträgt deshalb im Schnitt 8 bis 13 Schüler innen. Eine Benotung der Leistung gibt es nicht. Die Initiative zur Gründung ging von der Pädagogin Josefa Martin Luengo aus. Angeregt durch Konzepte wie die "moderne Schule" von Francisco Ferrer und vor allem durch das Schulkonzept von F. de la Sierra (s.: Frenegal de la Sierra: Una Expresión en Libertad). Zusammen mit ihren Kolleginnen Cancha Castaño Caesaseca und Ma. Jesús Checa Simo gründete sie die anarchistische Schule.