Ismael

Version 8, 88.72.221.43 am 27.4.2006 16:28
Daten
isbn: 3442423767
d: 1994

Buch von Daniel Quinn.

Ismael nennt sie die "Nehmer" und die "Lasser". Die "Lasser" sind die Menschen die seit etwa 3Millionen Jahren die Erde als Naturvöker besiedelt haben und die "Nehmer" sind die Menschen die vor etwa 10.000 Jahren im Zweistromland begonnen haben als Bauern und Viehzüchter sich mit dem Schwert über die Erde auszubreiten und damit unsere heutige Kultur begründeten. Von den Naturvölkern ist nahezu nichts mehr übrig geblieben und den verbleibenden Rest töten wir auch noch. Ob es uns gefällt oder nicht, wir alle, ob Christen oder Muslime, sind letztlich die Predatoren dieser Welt. Die Welt wurde geschaffen, damit der Mensch sie sich untertan macht. Das flüstert uns Mutter Kultur seit 10.000 Jahren ein. Und wir glauben es heute noch. Die einen ganz offen, die andern unterschwellig.

Autor Daniel Quinn ist ehemaliger Trappistenmönch und kennt sich bestens aus in der christlichen Philosophie. Er hat mit "Ismael" ein Querdenkerbuch geschrieben, das gerade Christen neue Einsichten eröffnen kann. Wir nehmen unsere wesentlichen kulturellen Werte und das Zerstörerische daran oft garnicht mehr wahr, weil uns unsere Weltanschauung so selbstverständlich ist. Aber genau diese "Betriebsblindheit" verhindert neue Lösungen für viele Probleme unserer Zeit. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger weist Quinn auf die Ursache vieler Probleme unseres Wirtschaftssystems hin. Auch wird eine Lösung angedeutet: Es braucht eine begeisternde und mitreißende Vision, um das Verhalten der Menschen nachhaltig zu ändern. Quinn macht deutlich, wie nutzlos es ist, die Menschen für ihre Einstellung einfach nur anzuprangern, auszuschimpfen und per Erlaß "Moral" anzuordnen ohne inspirierende Alternativen zu bieten. Eine Gesellschaft formt man nur um, indem man den Menschen ein neues Drehbuch für ihre Zukunft liefert.

Interessant an diesem Buch ist die Deutung der Vertreibung aus dem Paradies als Sicht der Lasser auf die Nehmer.

Neue Seiten im Kontext

Samstag, 15. April 2006

Von Daniel Quinn in Ismael eingeführte Bezeichnung für Menschen der Kulturkreise, die Besitz, Herrschaft etc erfunden haben und praktizieren.

Von Daniel Quinn in Ismael eingeführte Bezeichnung für Menschen der Kulturkreise, die Inbesitznahme nicht erfunden oder auch absichtlich nicht praktiziert haben. Werden sonst auch Primitive genannt.