Umsonstladen Gießen

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Daten
web: http://www.umsonstladen-giessen.de.vu

Leider gibt es den Laden derzeit nicht in einer festen Form. Wir sind bald wieder in Giessen unterwegs mit dem Umsonstladen-unterwegs.

Angedacht ist das letzte Februar Wochenende 2007 im Saal der Kulturzeugen in der Bleichstrasse in Giessen.

Die Idee des Umsonstladens

Kaufen verboten

Im Umsonstladen kann nichts gekauft werden, aber alles darf mitgenommen werden.

Das Sortiment erstreckt sich von Büchern über Kleidung bis hin zu Haushaltsgeräten. Jedoch übernehme ich für jedes Stück, welches ich mit-nehme,Verantwortung, nämlich dafür, dass nicht ein anderer Mensch den Gegenstand dringender benötigt. Nicht das Geld macht mich im Umsonstladen "zum rechtmäßigen Besitzer", sondern das kritische Hinterfragen meiner materiellen Bedürfnisse.

Was brauch ich überhaupt um Mensch zu sein?

Es macht letzlich auch frei und unabhängig, festzustellen, dass hier alles mitgenommen werden kann. Jedoch benötige ich die meisten Dinge oft gar nicht. Gelegentlich befinden sich in meiner eigenen Wohnung Gegenstände, welche von mir nicht mehr benutzt werden, obwohl diese noch in einem guten Zustand sind. Diese Sachen können dann wieder in den Umsonstladen gebracht werden, wo andere Menschen überlegen, ob sie für diese Dinge eine neue Verwendung haben und somit schließt sich der Kreis.

Die Ich-habe-ganz-viel-lust-zu-Liste


Die Bommeltage

18.-23. April 2006

Hier findest du die Veranstaltungshinweise für die Bommeltage des Gießener Umsonstladens. Jeder und jede kann hier selbst die Termine einstellen. In der Leiste mit blauer Schrift rechts oben einfach auf "edit" klicken und eigenen Text einfügen. Tipps für die Formatierung (Überschriften etc.) gibt's unten auf der dann folgenden Seite.

Was sind denn Bommeltage?

In der Zeit der Bommeltage kommt es in der Marburgerstraße 23 sowie in verschiedenen Bereichen der Giessener Innenstadt zu Aktionen rund um das Thema Umsonstökonomie. Unter anderem findet am Donnerstag im Seltersweg von 16 - 19 Uhr eine Modenschau statt! Sämtliche weiteren Termine (die bis jetzt feststehen) können dem hier vorliegenden Programmheft entommen werden. Dem/der aufmerksamen LeserIn wird es nicht entgangen sein, dass nur bis zum Donnerstag Veranstaltungen vermerkt sind, aber die Bommeltage doch bis Sonntag gehen sollen. In den letzten 3 Tagen hoffen wir darauf, dass viele Menschen von unserem Programm inspiriert und motiviert wurden und nun viel lieber selber zur Tat schreiten wollen, um ihre Ideen mit Hilfe des Umsonstladens zu verwirklichen.

Die Veranstaltungen

Dienstag 18. April

12-18 Uhr der politische Umsonstladen

Der Umsonstladen ist nicht nur ein Ort der Umsonstökonomie, sondern auch der Kommunikation. Internet, Telephon, und ein Gruppenraum können für phantasievolle Zwecke genutzt werden. So lassen sich Projekte wie Straßentheater, Obdachlosenzeitung oder Dokumentationsfilmabende von hier aus organisieren und realisieren. Beim politischen Umsonstladen kann jedeR mitmachen, der Lust auf Aktionen hat oder Ideen verwirklichen will. Wichtig ist nur, dass der Mensch nicht als Teil einer Organisation auftritt. Der politische Umsonstladen soll eine freie Plattform für Projekte und Vernetzung sein, aber selbst keine Strukturen von Vereinen oder Gewerkschaften übernehmen. Um 15 Uhr ist ein kurzer Überblick von möglichen Aktionsformen geplant und gegen 18 Uhr soll über die weitere Gestaltung dieses Projekts diskutiert werden. Im Rahmen des "ersten" politischen Umsonstladens gibt es:

ab 19 Uhr ein Filmabend mit Gespräch

Der Film "Lebensunwert" zeichnet an einem biographischen Beispiel nach, welche Zustände in NS-Psychiatrien herrschten und bis in die Gegenwart hinein weiter bestand hatten. Die Aussage von Jürgen Banzer (CDU) vor einigen Wochen im Bezug auf unser Justizsystem, "Strafe sei auch Ausdruck des Unwert-Urteils einer Gesellschaft", zeigt, dass NS-ähnliche Denkkategorien auch in der jetzigen Zeit auftreten. Es stellt sich die Frage, welche Verhältnisse heute im Vergleich zum Nationalsozialismus, in Phsychatrien und Gefängnissen herrschen! Für das anschließende Gespräch sind eingeladen, das Zenrtum für Soziale Psychatrie Giessen, die Haftentlassungshilfe Frankfurt und die Sozialistische Selbsthilfe Köln(SSK).

Der SSK kann leider nicht zu diesem Abend kommen, jedoch haben zu gesagt Herr Rettenberg von der Haftentlassenhilfe Frankfurt und Herr Putzke zur Zeit stellvertretender Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Bürgerhospital Friedberg/Hessen. Studium der Medizin, Soziologie und Politikwissenschaften, Facharzt für Psychiatrie, Ausbildung zum Psychoanalytiker und Gruppenanalytiker. Her Putzke ist auch einer der Autoren des Buches 'Psychiatrie in Giessen'. Der Band schildert die Entwicklung der Psychiatrie in Gießen von der Zeit »vor« der Psychiatrie bis in die Gegenwart. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Einbindung der Institutionen in die Verbrechen während des Nationalsozialismus. Dieser Buch ist zugleich Katalog für die Dauerausstellung »Vom Wert des Menschen. Die Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Gießen von 1911–1945« im Gießener Zentrum für Soziale Psychiatrie.

Mittwoch 19. April

16 Uhr Diskussionrunde zum Thema: Was ist der Umsonstladen? Was kann er sein? Probleme, kreativer Umgang damit, Perpektiven etc.

Die Runde könnte als Fishbowl stattfinden, was als Diskussionsform meistens dazu beiträgt, dass sich mehr Leute als üblich trauen zu beteiligen: Es gibt einen äußeren und einen inneren Sitzkreis (4-5 Stühle). Wer gerade etwas sagen möchte, setzt sich in den inneren Kreis, und kann dann direkt mit den anderen, die auch dort sitzen, diskutieren. Wenn mensch keine Lust mehr hat, einfach in den äußeren Kreis zurückkehren. Wenn jemand aus dem äußeren Kreis etwas sagen möchte, oder das Gefühl hat, jemand aus dem inneren Kreis hat jetzt mal genug geredet, einfach den- oder diejenige in den äußeren Kreis zurückschicken und den Platz dort einnehmen.

19 Uhr Vortrag über Lebensgemeinschaften

Kommunen und gemeinschaftliches Leben sind ein weltweites Phänomen, ebenso wie der Wunsch, in Strukturen zu leben, die sowohl menschenwürdig als auch kommunikativ sind und einen Austauch ermöglichen. An diesem Abend erzählen Menschen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse aus verschiedenen Gemeinschaftsprojekten. Die Ketzerbach in Marburg ist ein Projekt des Mietsyndikats, welches Häuser kauft, um sie selbständig zu verwalten. Damit entziehen sich die BewohnerInnen dem Druck von Immobilienmarklern und Vermietern. Die KommunadInnen der "KoWa" in Walterhausen bei Erfurt bauen seit zwei Jahren eine ehemalige Puppenfabrik aus. Hier sollen in absehbarer Zeit ca. 80 Menschen ein Leben führen können, welches auf gemeinsamer Ökonomie und Konsensprinzip basiert. Auch in der Prokjektwerkstatt leben Menschen, denen es vor allem um politischen Widerstand und Selbsorganistaion im Alltag geht. Sind das aber Alternativen zur staatlich geförderten Kleinfamilie? Wird dadurch die Welt gerettet und wie finanziert sich so etwas? Solche und ähnliche Fragen lassen sich im Gespräch diskutieren.

Fest zugesagt hat Petra Ott aus Niederkaufungen, Jörg Bergstedt aus der Projektwerkstatt Saasen und Nana,der schon in diversen Wohnprojekten gelebt hat unteranderem in der KoWa.

Donnerstag 20. April

19:30 Uhr Hörspiel "Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat"

David Thoreau zog 1845 für zwei Jahre in eine selbstgebaute Blockhütte am Waldensee bei Concord/Massachusetts. Fern ab der bürgerlichen Gesellschaft wollte er sich auf das Wesentliche im Leben besinnen. Auf einem seiner Ausflüge in die Stadt wurde er verhaftet, weil er keine Steuern bezahlt hatte. In der Nacht, die er im Gefängnis verbrachte, verfasste Thoreau den Essay, welchen das 72 minütige Hörspiel in ungekürzter Länge wiedergibt. Thoreau entwirft hier die These, dass die beste Regierung die sei, welche nicht regiert.

"Ich finde, wir sollten erst Menschen sein und erst dann Untertanen."

Als Mensch unterstehen wir unserem Gewissen und kein Gesetz sollte uns zwingen, ihm zu wider handeln.

"Wenn das Gesetz so beschaffen ist, dass es aus notwendigerweise aus dir den Arm des Unrechts an anderen macht, dann sage ich, brich das Gesetzt."

Die Texte von Thoureau wurden zum ständigen Begleiter Mahatma Ghandis. Die Schriften insperierten Martin Luther King, die AtomkraftgegnerInnen und viele Wehrdienst- verweigerer. Zur anschließenden Diskussion wurden auch Vertreter der Polizei eingeladen.

Neue Seiten im Kontext

Dienstag, 4. April 2006

Um für Giessen ein alternatives Nachrichtenblatt zu erstellen, bietet es sich an den Umsonstladen Gießen als Plattform zu nutzen. Ein paar Menschen wollen zusammen ein neues Medium schaffen das sich mit Lokalem beschäftigt.