Genügend gute Eltern / Abschied vom Pesta

Version 12, 88.72.219.90 am 12.4.2006 11:47
Daten
ISBN: 3-407-228789-3
Verlag: Beltz-Verlag, Weinheim (Deutschland)
web: http://www.beltz.de/katalog/buch.asp?ISBN=3-407-22878-3
http://www.beltz.de/leseprobe/3-407-22878-3les.pdf Einleitung als PDF

Erwachsene und Jugendliche im Dialog über Lebensprozesse, Erziehung und Fremdbestimmung.

Der Ausdruck »gengend gute Eltern« geht zurck auf die Bezeichnung der »genügend guten Mutter« bei Donald W. Winnicott. Es geht dabei darum, dass die Beziehungsperson adäquat auf die Bedürfnisse des Kleinkindes reagiert. »Adäquat« bedeutet in diesem Falle Reifung ermöglichendes Verhalten, und zwar nicht nur im Sinne von liebender Zuwendung, sondern auch das Angebot altersgemäßer (Frustrations-)Reize.

Siehe D.W. Winnicott: Reifungsprozess und fördernde Umwelt im Kapitel »Die Rolle der Mutter«, S. 189, Gießen 2001 oder ders. in: Vom Spiel zur Kreativität, Stuttgart 1973

Nach 28 Jahren seines Bestehens wurde im Juli 2005 der "Pesta" als alternative Schule geschlossen. Die Fundación Educativa Pestalozzi hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erfahrungen und Erkenntnisse dieser langjährigen Arbeit in einem integrierten Projekt auf eine neue Ebene zu bringen und ein geeignetes soziales Umfeld für alle Generationen zu schaffen.

Bei Beltz erscheint nun ein neues Buch, das zu diesem kritischen Zeitpunkt Praxis und Theorie des "Pesta" noch einmal auf den "neuesten Stand" bringt und erste Einblicke in die Zukunft gewährt. Nicht nur Erwachsene, sondern auch jugendliche "Schüler und ehemalige Schüler" kommen zu Wort, um ihren Erlebnissen, Fragen und Hoffnungen auf ein "anderes Leben" Ausdruck zu geben.

Das Buch ist ab April 2006 im Buchhandel erhältlich.

Selbstbeschreibung

Wie können Eltern ein alternatives Schulkonzept begleiten? Um diese Frage zu klären, treffen sich Lehrer, Eltern und Schüler der Reformschule »Pesta« ein Mal im Monat, um über Fremdbestimmung und Selbstverwirklichung in Gesellschaft, Schule und Familie zu sprechen und über die damit zusammenhängenden großen und kleinen Probleme des Schulalltags und die Hoffnung der Schüler auf ein »anderes Leben«.

In »Genügend gute Eltern« kommen Menschen mit verschiedenen Lebensperspektiven zu Wort. Da sind die, die gerne und entschieden Eltern sein und ihren Kindern eine andere (Schul-)Erziehung und Bildung mitgeben wollen. Aber auch die anderen, die sich mit Widerständen in dieser Situation finden und dem alternativen Schulkonzept misstrauen. Eindrucksvoll sind die Äußerungen der Schüler und »Ehemaligen«, die über ihre Schulzeit und die daraus folgende Neuorientierung in ihrem Leben nachdenken; einige kritisch, die meisten aber aus einer Haltung, der Welt auch »nach der Schule« anders zu begegnen, als sie »nun einmal ist«.

"In diesen Gesprächen tritt immer wieder die Hoffnung zu Tage, das Zusammenleben mit jungen Menschen so zu gestalten, dass wenigstens im beschränkten Umfeld erfreuliche und authentische Beziehungen entstehen und gepflegt werden können, vielleicht mit der Ahnung, dass solche Erfahrungen weiter Kreise ziehen werden, in denen das Leben wachsen und gedeihen kann."

Rebeca Wild