Abschaffung des Geldes

Version 10, 88.72.221.242 am 14.5.2006 07:42
Daten
d: 2006
web: http://www.streifzuege.org/texte_st ... ann_abschaffung.html

Artikel von Eske Bockelmann in Streifzüge 36/2006.

Geht es denn so gut mit dem Geld? Nein, es geht nicht gut damit. Das Gröbste, was sich dazu sagen lässt, heißt zwar, dass es einem Teil der Menschen zu Wohlhabenheit und Reichtum verhilft, doch bekanntlich nur einem stets sehr kleinen Teil der Menschen, während der weitaus größere - und zwar in Folge jenes Reichtums - gequält wird, darbt und verhungert. Ist das die Schuld des Geldes? Ja, es ist seine Schuld, und zwar insofern, als Geld die allererste und allgemeinste Grundlage genau der gesellschaftlichen Verhältnisse bildet, die heute weltweit durchgesetzt sind, die diese Art von Zweiteilung der Menschheit bedingen und sie zu Lasten des zunehmend größeren Teiles immer weiter noch verschärfen.

Und wenn es nun ohne Geld ginge? ... Wenn es ohne Geld ginge: so fehlte es - und fehlte somit nichts.

Die Welt wäre nicht länger verdoppelt. Dinge und Menschen wären nur mehr sich selbst, keinem Doppel verpflichtet, nicht diesem Un-Ding unterworfen, vor dessen Zwang, sich zu vermehren, alles andere für nichts gilt. Jedes Lebensmittel würde entstehen, weil es Lebensmittel, nicht aus dem Grund und nur unter der Bedingung, dass es zugleich vor allem Wert ist, jenes Un-Wesen, als welches sich alles zu realisieren hat, wenn es denn jemandem zum Verbrauch dienen soll. Die Menschen hätten sich allein um diese Mittel zu sorgen, nicht darum, sie vorweg zum Mittel eines Un-Werts zu machen, der sich um gar nichts sonst besorgt.

Alle einverstanden? Kann es sich jemand vorstellen? Würde - jetzt - einer von Ihnen das Geld abschaffen wollen?

Kein Arm zuckt, kein Finger rührt sich. Ich bleibe allein. Was ist nur falsch, was ist geschehen, was habe ich übersehen? Aber natürlich, eine ganze, große Kleinigkeit: dass es gar nicht geht. Denn es gibt Geld - und damit den Zwang zu ihm. Jede müde Mark, die einer besitzt, besteht auf dieser Welt als der Anspruch, in Gütern eingelöst zu werden, ein wohl geschützter, ein machtvoll überwachter Anspruch, auf dem jeder bestehen muss und der sich damit forterbt als immer er selbst und immer derselbe. Dieses große Eine, was wir hienieden besitzen, was uns ausmacht, worauf unsere Stellung in der Welt beruht - oder wodurch unsere Stellung ebendort auch ins Wanken gerät -, wir wollen es nicht aufgeben: Wäre es doch, als gäben wir uns auf. Und wir können es nicht aufgeben. Da gibt es ja mächtige Aufpasser, die es gar nicht gerne sehen, wenn selbst Staaten auf ihrem ureigensten souveränen Gebiet der Geldlogik einmal nur zu wenig Recht einräumen wollen. Sie sehen es nicht gerne und lassen es deshalb einfach nicht zu. Da wird dann offen erpresst, wird gemordet, intrigiert und nicht zuletzt auch richtig Krieg geführt. Kalt muss er heutzutage ja nicht mehr sein. Das mit der Abschaffung des Geldes kann man also, wie man so sagt, vergessen.

Also lassen wir für immer auch von dem Gedanken.

Kommentare

Geld abschaffen bedeutet Eigentum abschaffen

thomas:

Ja. Das sehe ich genau so.