ProjektBeschreibung

Version 8, 88.75.188.167 am 13.7.2011 12:02

Folgende Inhalte dienen der Projektbeschreibung 'Leben+Kultur. Ein Biosphärenprojekt'

1. Ein soziales und gemeinnütziges Unternehmen

2. Einnahmen und Ausgaben der Gemeinschaftskasse

3. Was bedeutet das im Einzelnen

4. Tauschkultur als lokale und soziale Ökonomie

5. Wie wollen wir ökologisch die Versorgung mit Energie, Trinkwasser und Brauchwasser und die Entsorgung von Abwasser sicherstellen?

6. Flächen- und Wohn-/Nutzraumbedarf

7. Kontakte

1. Ein soziales und gemeinnütziges Unternehmen

Das Projekt setzt sich für das soziale und ökologische Lernen ein. Für Kinder und Ältere, mit oder ohne Familie, für Alleinerziehende oder Alleinstehende, einfach für alle, die sich ein koope-ratives tatkräftiges Miteinander und - - - -Füreinander vorstellen können, soll ein sozialer, kommuni-kativer, kreativer und kultureller Raum geschaffen werden. Der sozio-demografische Wandel, die alternde Gesellschaft, die traditionelle Geschlechterrolle, der Gegensatz zwischen Haus- und Berufsarbeit, der Wunsch nach Kindern, die Arbeitslosigkeit und die Auflösung der Familie sind zentrale Themen des Gemeinschaftsprojektes.

Der Staat wird durch die "Entbettung" der Wirtschaft aus der Gesellschaft zum Rückzug ge-zwungen. So müssen sich soziale Gegenbewegungen artikulieren und organisieren. Oskar Negt stellt die "Forderung nach einem Paradigmenwechsel: An die Stelle der politischen Öko-nomie der toten Arbeit, des Kapitals, des Eigentums muß überall dort, wo von der Notwendig-keit menschlicher Emanzipationsprozesse gesprochen wird, die politische Ökonomie lebendiger Arbeit treten, die auf eine vernünftige Organisationsform des Gemeinwesens zielt."

Wir verfolgen eine lokale Strategie der ökonomischen Selbsthilfe, die Zielsetzung eines neuen oder dritten Wirtschaftssektors , der sich von traditioneller marktwirtschaftlicher ebenso wie von staatlich gelenkter Wirtschaftsweise unterscheidet. Das ist eine Form der Selbstorganisation für Bürger, die lokal und regional zur Selbsthilfe greifen müssen. Auf dieser gemeinschaftlichen bzw. kollektiven Basis wird die soziale bzw. gemeinschaftliche Verfügung über die erwirtschaf-teten Überschüsse zum entscheidenden Kriterium.

Wir fördern lebendige Erfahrung, individuelle und soziale Lernprozesse für gegenseitige Aner-kennung, für Selbsthilfe, Kunstfertigkeiten, Geschicklichkeit, Bildung, Gemeinschaftsfähigkeit, soziale Kompetenz, Integration, Einübungen der Sprachkultur, Ausdrucksvermögen und Ver-nunftfähigkeit. Auf dieser Basis erproben wir gemeinsam neue (und "vernünftigere") Lebens-formen. Im Projekt werden alle an Bildungs- und Willensbildungsprozessen für einen erst zu entwerfenden Weltentwurf (Identität) beteiligt. Wesentliche Kräfte für diese Aufgabe werden gewonnen durch Beziehungsvielfalt und dauerhafte Intimität und die daran geknüpfte Auflösung privater Phänomene, wie die Angst vor dem Alleinsein, Einsamkeit, Freisetzung durch Arbeits-losigkeit und soziale Ausgrenzung.

Nachhaltigkeit wird als lebendiger Prozess, fortwährender Diskurs und Lernprozess aufgefasst und durch freien Austausch und freie Absprachen zwischen Menschen verwirklicht. Die Selbstorganisation ist das Grundprinzip des Zusammenlebens der Projektteilnehmer. Sie ist nicht zu delegieren und muß durch jede und jeden selbst in freier Kooperation gestaltet wer-den. So können die geschaffenen Lebensplätze die Menschen bis ins hohe Alter leistungs- und wandlungsfähig und gesund erhalten. Das Projekt dient der Förderung von Selbsthilfestrukturen in der Gemeinschaft in Verbindung zur individuellen Selbstgestaltung.

Die Bildungsaufgabe, der Wissenstransfer soll durch eine fachkundig vernetzte Projektarbeit gestützt werden.

Literaturverweise:

2. Einnahmen und Ausgaben der Gemeinschaftskasse (Bei Nachfrage) - - - -3. Was bedeutet das im Einzelnen

- für Familien und Alleinerziehende Wir wünschen uns Familien mit vielen Kindern und ein Leben mit vielen Begegnungen und Be-ziehungen zwischen Jung und Alt. Mit dem konfliktreichen Wechselspiel für Alleinerziehende zwischen Erwerbsarbeit und Kindererziehung, d.h. mit der Formel "eines ist zu wenig, beides zu viel" wird Schluß sein. Ruhe und Zeit für beides, ein Leben mit Arbeit und mit Kindern, ist ein zentrales Anliegen der Gemeinschaft. Alleinerziehende Väter und Mütter können sich voll entla-sten und ihren Dingen in Ruhe nachgehen. Das Alter der Kinder, das selbstbewusste Ausfüllen der Mutter- oder Vaterrolle, keines bedingt eine Einschränkung für das Wohlbefinden. - für Kinder: - Kinder bekommen von Älteren einen großen Erfahrungsschatz mit. - Kinder wollen ihre Wißbegier aus vielen Quellen speisen. - Mit Blinden gehen lernen, viel barfuß gehen, auf Bäume klettern – das Kind will die Welt nicht als Gegebenes hinnehmen, es will sie neu erfinden .

Literaturverweis:

- für Ältere, RuheständlerInnen, FrühaussteigerInnen und Andere: - Nimm dir viel Zeit für dich und andere! - Setze deine Lebenstätigkeit fort ohne Existenzdruck! - Mach dich zum oder zur WerkstattmeisterIn! - Gestalte nach Herzenslust oder erfinde etwas! - Du kannst handwerkliche oder gärtnerische Traditionen weitergeben! - Nicht das Ding, das Produkt steht im Mittelpunkt, sondern die Tätigkeit für Beziehungen, die Arbeit mit Interessierten - das Gemeinsame zählt mehr als das Ehrgeizige! - Gib deine Erfahrung an Jüngere weiter! - für Kunstschaffende Für Ateliers, Studioräume und Werkhöfe wirst du hier soziale, ökonomische und reale Freiräu-me finden, zu jeder Tages- und Nachtzeit und zu allen Jahreszeiten, und nette Nachbarn und die Natur vor der Tür. - für das Wohnkonzept Helle sonnige Ein-, Zwei- und Mehrzimmerwohnungen mit einem großen Bad und Küchenzeile. Der Wohnraum soll sich für eine selbständige Lebensführung bis ins hohe Alter eignen. Die Wohnung wird ebenerdig und barrierefrei gestaltet mit direktem Austritt zum Garten und zum Hof. So bleibt immer die Alternative gewährleistet zu wählen zwischen Alleinsein, Stille und Be-schaulichkeit (zum Beispiel im Garten), oder im Hof im Spiel mit Kindern und anderen Teilnah-men am gemeinschaftlichen Leben. Die Wohnung ist Teil einer kleinen überschaubaren Wohnanlage inmitten der Natur. Werkstatt, Sauna, Gemeinschaftsräume, Gemeinschaftsküche, Atelier, Bibliothek, Cafeteria und sonstige Begegnungsstätten/Einrichtungen, sowie die Ausstattungen und Versorgung mit technischen Gerätschaften stehen, zum Teil fachlich betreut, zur freien Verfügung. Kulturelle Angebote, Ak-tivitäten, eigenständige oder betreute Freizeitangebote, Bildungsangebote oder Musizieren – alles wird gefördert für ein Miteinander und in gegenseitiger Anerkennung zwischen den Gene-rationen, Geschlechtern, unerheblich welcher Herkunft, Hautfarbe, Bildung, sexueller Orientie-rung, körperlichen Verfasstheit oder sozialen Lage. Für häusliche und außerhäusliche Tätig-keiten können jederzeit je nach Bedarf Hilfs- und Servicedienstleistungen vereinbart werden. Versorgung bei akutem Pflegebedarf, medizinische und heiltherapeutische Versorgung und Hilfe im Haushalt ist ein oberstes Gebot. Zu jeder Wohnung gehört ein Hausnotruf und eine zentrale Ansprechperson. Es gibt kein Abschieben der Alten ins Altenteil oder ins Pflegeheim.

3. Tauschkultur als lokale und soziale Ökonomie

Die Tauschkultur befreit uns aus dem naturwüchsigen und perspektivlosen Kampf ums Dasein als Marktabhängige. Das soziale Lernen führt zum Austausch individueller Vermögen. Das Ge-meinschaftshandeln, die freie Tätigkeit für Beziehungen, die wirkliche Begegnung im Anderen, der Austausch von Erfahrungen sind erlernbare soziale Fähigkeiten. Schritt um Schritt bedeutet das die Ablösung von Wertvorstellungen, die sich nur über Geld und Knappheit definieren. Der gesellschaftliche Existenzdruck, der die Bürger gegeneinander aufbringt, verliert dadurch ent-scheidend an Macht. Wir werden zwischenmenschliche Beziehungen und die lebendige Kom-munikation zum Mittelpunkt des Geschehens machen. Die freie Form der Arbeit, so Prof. zur Lippe, habe es weniger auf die Produktion von Gegenständen oder auf den äußerlichen Nutzen abgesehen, sondern auf eine in den Beteiligten ausgebildete Fähigkeit oder die Veränderung

einer Situation in eine angemessene Handlung oder eine differenziertere Beziehung zwischen Menschen. Die Tauschkultur fördert nachbarschaftliche Beziehungen durch Austausch indivi-dueller Fähigkeiten, die gerne gegeben werden. Sie bestätigen den Selbstwert und stiften Aner-kennung. Beengende Verhaltensmuster können überprüft und geändert werden. Aus höherer Warte werden neue Möglichkeiten und Lösungswege sichtbar. Die Umverteilung des Mangels geschah in einer einseitigen "Zumessung von Bedeutung" , besonders einseitig auf Geldwerte. Die Vielfalt von Bedeutungen und Beziehungen schwand mit deren Ökonomisierung . Wir er-fahren wieder individuelle und zwischenmenschliche Bedeutungen. Beziehungen können wach-sen. Durch die Suche nach eigenen Angeboten wird die Kreativität gefördert. Die Vielfalt und Besonderheiten von Begabungen können erprobt werden. Finanziell unrentable Reparaturen sind wieder möglich und fördern auch den Erfindergeist. Durch die Tauschkultur können die unterschiedlichsten Lebens-perspektiven zusammenfinden. Geben und Nehmen sind Zuwen-dungen der Gemeinschaft, an die auch ungeahnte Möglichkeiten gekoppelt sind. Beliebige Bei-spiele sind: - Unterstützung bei der Kindererziehung: "Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzu-ziehen" und "es braucht ein ganzes Dorf, um für die seelische Gesundheit der Eltern zu sor-gen." - Aufnahme in Not geratener Menschen, z.B. von Kindern, - Pflege älterer Menschen, - handwerkliche Ausbildung Jugendlicher aus der Region, - Kunst oder Instrumentenbau, - gemeinsame Bildungsaufgaben: Theater, Musik, Aufführungen, gastronomische Künste oder Gartengestaltung, - therapeutische Hilfen, - technologische Innovationen - und vieles Bekannte und Unbekannte mehr.

Der Widerspruch von Arbeit und Liebe schwindet, da Arbeit unentgeltlich geleistet werden kann und Liebe folglich nichts kosten muß. Der ökonomische Zusammenhang von materiellem Wohl-stand und Armut an Kindern sowie Kinderarmut - Arbeit bringt Geld, Liebe und Kinder kosten Geld - führt uns zu den notwendigen sozialen Einsichten.

Literaturverweis:

5. Wie wollen wir ökologisch die Versorgung mit ... (Nach Anfrage) 6. Flächen- und Wohn-/Nutzraumbedarf

1. Flächenbedarf für Gartenbau, Werkstatt, Spielflächen 3-5 ha 2. Nutzflächenermittlung auf der Grundlagenberechnung (siehe Abschnitt 2) 2.1 Gesamte Nutzflächen je Wohnhof .......................................... 670 m2 NF - davon für Wohnfläche ........................................................... 550 m2 WF - und 2 Wasch- und 2 Abstellräume als Nebennutzflächen (Technik, Waschmaschinen) .................... 120 m2 NNF 2.2 Geplante Wohnungsgrößen ~ 39 m2 ~ 61 m2 ~ 98 m2 2.3 Wohnflächenbedarf für 16 Mitglieder je Wohnhof .................... 550 m2 + 120 m2 NF 4 x 16 Mitglieder (einschl. Kinder) als Zielvorstellung 2.4 Grundflächenbedarf für 4 Wohnhöfe bei 1,5 Vollgeschossen bis zu 2,5 ha (Maße nach der Baunutzungsverordnung BauNV: GRZ 0,2 GFZ 0,3) Planzeichnungen, Baubeschreibung und Baukosten für Wohnhöfe können angefordert werden!

Die angegebene Baugrundstücksfläche und der Grundflächenbedarf geht vom Neubau aus. Grundstücke mit vorhandener Bebauung, die nach Instandsetzung, Umbau oder Ausbau den Raumbedarf des Projektes ganz oder teilweise decken, können sehr gut geeignet sein. Grund-sätzlich sind wir an eine bestehende Bausubstanz, auch denkmalgeschützten Gebäuden (Hö-fe, Gutshäuser, Wirtschaftsgebäude, Schulgebäude u.a.) interessiert. Gartenland (auch Wei-deland) ist erforderlich. Auch die Pflege von Grünanlagen, Wäldchen, Parks, Teichen usw. wird gerne in das Gesamtkonzept des Biosphärenprojektes Leben+Kultur integriert. Wünschenswert sind ganz oder zumindest teilweise (Wasser, Energie, Telekommunikation) erschlossene Grundstücke. Die Erreichbarkeit durch öffentlichen Nah- und Fernverkehr wird dem Individual-verkehr vorgezogen.

Das Projekt wird rechtlich als gemeinnütziger Verein gegründet und bedarf einer Abgrenzbarkeit gegenüber öffentlichen Verkehrsbelastungen.

7. Kontakte

Trägerverein

workstation - Ideenwerkstatt Berlin e.V. Frauke Hehl

Laskerstrasse 6-8 (Laskerhöfe) 10245 Berlin Tel: 030 - 616 599 07 Fax 030 - 616 599 05 Email: info@workstation-berlin.org Webseite www.workstation-berlin.org

Vereinsregister 18615Nz Amtsgericht Berlin-Charlottenburg

Biosphärenprojekt Leben+Kultur:

Eberhard Martell, Dipl. Ing. Tel: 030 - 68 07 28 79 (Handy: 0151 546 506 77 Email: freie.erde@googlemail.com Webseite: www.gemeinschaft-leben-kultur.de

Berliner Volksbank BLZ 100 900 00 Kto 5810 239 028 Stichwort: Leben+Kultur

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