Warenform und Knappheit

Version 4, 84.130.71.76 am 18.7.2006 16:16

Neben dem "ontologischen" Knappheitsbegriff (also als Seins-Begriff) (siehe Knappheit als gesellschaftstheoretischer Begriff) gibt es einen formbestimmten Begriff, für den ich "künstliche" oder "produzierte" Knappheit treffend finde. Gesellschaftliche Kooperation / Produktion dient ja "eigentlich" dazu, Bedürfnisse zu befriedigen und Knappheit zu beseitigen. Perverser (verdrehter) Weise geht dies in warenproduzierenden Gesellschaften nur vermittels einer Form, die Knappheit impliziert.

Produktion und Konsum sind getrennt. Es wird isoliert privat produziert und dann über die Marktvermittlung probiert, ob das vermutete Bedürfnis resp. die vermutete Knappheit erstens vorhanden und zweitens zahlungskräftig ist. Um erste Knappheit zu decken, wird eine zweite eingeführt: Das "eigentlich" schon gesellschaftlich (obgleich privat) produzierte Gut wird mir vorenthalten, was mich zwingt, ein Äquivalent (Geld) herzuschaffen, was mich zwingt, mich zu verdingen gegen ein solches Äquivalent, in dem ich z.B. Güter schaffe, die anderen vorenthalten werden (daraus zu folgern, es handle sich um ein Verteilungsproblem, ist aber naiv, dem allerdings die klassische Arbeiterbewegung egal welcher Schattierung stabil folgte). Knappheit wird mit Mitteln von Knappheit beseitigt. Und es ist klar, dass diese verschiedenen "Knappheiten" auf der Welt unterschiedlich verteilt sind und werden. Die produzierte Knappheit ist notwendig an die Warenform gebunden. Wer die produzierte Knappheit in Frage stellt, stellt die Warenform in Frage.


uwe:

Daher möchte ich eine Diskussion über die Identität vorschlagen, bzw. eine Diskussion der fremdbestimmten Identität, der in sich und außer sich verirrten, sich findenden Identität.
Der Warenproduzent bildet einen Teil seiner Identifikationsebene für den zu erwartenden Konsumenten, ein dazwischen Handelnder ist auch ein Identifizierungshändler.
Ein Versicherungsagent handelt mit der Angst, die er vermitteln kann.
erkenntnishalber ließe sich auch über die Künstlichkeit als solche und dem Überflüßigen im Überfluß diskutieren.
Bewegt sich der Wind oder bewegt sich die Fahne oder wäre es doch der Geist, welcher sich bewegt. Wem wenden wir uns mit Bestellungen aus dem Beweggrund 'Mangelgefühl' zu. Aus welchem Gruppenbewußtsein wird dieses mittels eines individualisierten Mangels an wen informierend weiter gegeben. Zu was dienen Absperrungen wirklich...
'in frage stellen' ist nur den Antwortlosen ein Dorn. Ist auch die Antwortosigkeit eine 'Künstlerische Knappheit'? Welche Begebenheiten lassen sich in welchen Rythmen unterbringend zuordnen. Auch um die Erscheinungen zu entpersonalisieren, weil eigentlich ist nichts persönlich gemeint, weil wir nur aus erinnerung handeln. Wer soll sich als nächster an Mangel erinnern und welchen Anteilträgt hat das 'Ich' daran, wie wird das 'Du' konstruiert, um Mangelgefühle zu delegieren? Wer sagt wann 'Wir'und wo werden 'die Fremden' aus lauter Überfluß zur Mangeldelegation? ..,- knust und appetit, einheitlich

sigi:

wir alle ahnen es . da muss sich was ändern . wiki ist die große hoffnung . der welt den spiegel vorhalten können wir aber nur, wenn wir kein teil der welt sind . entweder wir schaffen uns eine neue welt, oder wir machen uns lächerlich .