Eigentum - Zitate

Version 2, 88.72.237.248 am 17.6.2006 07:44

Wenn ich auf die Frage: "Was ist die Sklaverei?" kurz antwortete: "Sie ist Mord!", so würde man meinen Gedanken sogleich verstehen. Mit wenigen Worten könnte ich zeigen, daß die Gewalt, welche die Gedanken, den Willen und die Persönlichkeit des Menschen knebeln, eine Gewalt auf Leben und Tod ist und daß somit "einen Menschen versklaven" gleichbedeutend ist mit "ihn morden". Warum also kann ich auf die Frage: "Was ist das Eigentum?" nicht ebensogut antworten: "Es ist Diebstahl!", ohne allgemein unverstanden zu bleiben? Und doch ist dieser zweite Satz nur die Umschreibung des ersten.

J.P.Proudhon in Was ist das Eigentum?

Im Grunde aber sind wir alle kollektive Wesen, wir mögen uns stellen wie wir wollen. Denn wie weniges haben und sind wir, das wir im reinsten Sinne unser Eigentum nennen! Wir müssen alle empfangen und lernen, sowohl von denen, die vor uns waren, als von denen, die mit uns sind. Selbst das größte Genie würde nicht weit kommen, wenn es alles seinem eigenen Inneren verdanken wollte. Das begreifen aber viele sehr gute Menschen nicht und tappen mit ihren Träumen von Originalität ein halbes Leben im Dunkeln. ... Es ist im Grunde auch alles Torheit, ob einer etwas aus sich habe oder ob er es von anderen habe; ob einer durch sich wirke oder ob er durch andere wirke: die Hauptsache ist, daß man ein großes Wollen habe und Geschick und Beharrlichkeit besitze, es auszuführen; ...

Johann Wolfgang von Goethe (in: Johann Peter Eckermann, Gespräche mit

Goethe in den letzten Jahren seines Lebens, Berlin und Weimar, 1982, S.662 ff.)

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Mittwoch, 16. August 2006

Es wird keine Verbesserung der Lage geben, wenn nicht die Umgangsformen mit Eigentum sich ändern. / Es wird keine Verbesserung des Denkens geben, wenn man mit Begriffen inkompetent umgeht.