Bewegungsform

Version 42, 85.178.52.206 am 27.6.2006 12:38

katja und pietze die diese seite machen sind extrem cool und haben extrem viel in der birne würden aber trotzdem gerne mal wissen was die merkmale von der gradlinige gleichmäßig beschleunigte bewegung und der gradlinig gleichförmigen bewegung sind kann uns da vill irgendwer helfen?? suchen auch gerne einen hüpschen netten freund der in bernau wohnt berlin geht aber auch ;o) meldet euch bitte pietze@hotmail.de oder katjaminkina@web.de wir danken euch jetzt schon einfach mal melden cucu

Thomas:

Bewegungsform, wie hier im CoForum gebraucht, ist ein philosophischer Begriff, der wohl auf Marx / Engels zurückgeht:

Einen entscheidenden Mangel des bisherigen Materialismus sahen Marx und Engels in dessen Unfähigkeit, ,,die Welt als einen Prozeß, als einen in einer geschichtlichen Fortbildung begriffenen Stoff aufzufassen": Die einzige Bewegungsform, die der alte Materialismus kennt, ist die mechanische, während der dialektische Materialismus die Bewegung als Veränderung und Entwicklung im umfassenden Sinne begreift. Die Bewegung ist absolut, alle Zustände der Ruhe und Erstarrung nur relativ: Jeder scheinbar ruhende Körper bewegt sich z. B. mit der Erde um die Sonne; feste Strukturen sind nichts anderes als geronnene Bewegungen, ihre Stabilität ist das Ergebnis des Wechselspiels ihrer Elemente. Materie ohne Bewegung ist schlechterdings undenkbar, Bewegung daher ,,das allgemeinste Attribut, die Daseinsweise der Materie".

Mehr dazu auch unter: http://www.ph-ludwigsburg.de/html/2 ... ann/baf5/materie.htm

sigi:

dort steht: "Die Materie ist das Primäre, das Bewusstsein das Sekundäre, das Abgeleitete; aber wie ist diese Priorität der Materie zu verstehen? ..."
das ist gar nicht zu verstehen . das ist einfach die "diktatur der materie" . und dem folgt dann auch gleich (wie die kaninchen aus dem hut des zauberers) die "diktatur des proletariats" . und das ganze schöne dicke kapital-buch erweist sich vor dem erstaunten auge der geschichte nur noch als die rationalisierung für den wunsch eines kleinen sozialistsch-kommunistischen zirkels, an die macht zu kommen.

thomas:

das ist doch quatsch. theorie ist der versuch, die welt logisch zu begreifen. hast du frust gerade ?

sigi:

wenn du mir schon psychologische gründe unterstellst, dann mussst du auch akzeptieren, dass ich dasselbe bei marx und lenin tue :) . apropos logik: jede aussage über das sein setzt doch das bewusstsein schon logisch voraus . wie ist eine welt ohne beobachter denn beschaffen? hat sie eine farbe oder eine form? kann man das dann überhaupt noch als welt bezeichnen? es gibt ja alle diese begriffe gar nicht mehr . was marx und lenin da behaupten, ist schlicht ein märchen . oder wenn theorie, dann eben (wie die blutigen resultate gezeigt haben, eine aus macht-gier) verkürzte theorie .
im übrigen wirst du mir sicher bestätigen, dass die welt, wie ich sie persönlich erlebe, zusammen mit mir zugrunde geht . und genauso geht die welt des menschen allgemein mit ihm zugrunde . da schwirren dann eben keine kleinen kügelchen mehr durch den raum und es blühen keine roten rosen mehr im garten . sowas gibt es dann einfach nicht mehr . das ist gestorben (wobei das wort "gestorben" gleich mitstirbt, also in diesem fall einfach unsinnig wird (dito "unsinnig" (dito "dito"))) .

christian:

Marx war bestimmt nicht der naturalistisch-deterministische Millieutheoretiker, zu dem er von Epigonen wie Kritikern gemacht wurde - dies würde verkennen, dass der Gedanke der Emanzipation damit verbunden ist, dass die Menschen sich als die Produzenten ihrer Lebensverhältnisse begreifen - sie machen ihre eigene Geschichte, nur nicht aus freien Stücken, sondern auf der Basis historisch gewordener kultureller Lebensformen. Wenn das Sein das Bewusstsein bestimmt, bedeutet das z.B., dass sich in Gesetzen gesellschaftliche Eigentumsverhältnisse widerspiegeln, die dadurch auch legitimiert, stabilisiert und reproduziert werden. Dem Geist kommt keine eigene, vom Dasein losgelöste Wesenheit zu. Es sind die Menschen, die Denken, Sprechen und Schreiben. Sie sind die Produzenten ihrer kulturellen Erzeugnisse. Außerdem könnte Ideologiekritik nicht von einem naturalistisch determiniertem Bewusstsein ausgehen.

sigi:

ich habe marx früher für einen großen denker gehalten und tue das heute in gewisser weise immer noch, wenn ich auch glaube, dass er heute andere themen hätte und zu anderen ergebnissen kommen würde . eher wie annette vielleicht . womit ich immer noch was anfangen kann, ist die dialektik . aber die kommt ja ursprünglich von hegel oder sogar von den alten griechen (nach nietzsche waren das damals die jungen griechen (die alten leben heute)) oder, wenn ich an die "alten" chinesen denke, dann scheint sie (die dialektik) mir noch älter (jünger) zu sein, ja, seit anbeginn zum selbstverständnis des menschen zu gehören . das ist nur verloren gegangen und wird heute langsam wieder-entdeckt .
hmm, ich weiß nicht, ob das jetzt direkt was mit deinem beitrag zu tun hat . macht nichts, it's a wiki! zumindest wären wir da, wo ich das thema heute ansiedeln würde: eines der letzten kulturellen erzeugnisse des produzenten mensch ist das wiki . und das ist für mich definiert als die im moment beste möglichkeit, frei agieren zu können . niemand ist gezwungen . - und die tatsache, dass man dazu einen computer braucht, bestimmt den inhalt eher negativ . ansonsten hätten wir schon längst ein welt-wiki, eine welt-währung und eine welt-regierung .

"auf der basis historisch gewordener kultureller lebens-formen" heißt nicht, dass es nicht etwas grundsätzlich neues geben kann . und das vermisse ich etwas bei marx . die anarchisten waren ihm da voraus .

uwe:

das individualisierte Wesen sucht nach einem Verkaufsschlager für die Massen, weil nur dann können alle Mitesser auch sorglos mitgetragen werden. Wie tradierte sich die Idee der Individualisierung und wer fand den Zugang zum massierbaren Konsumisten. Die Vorstellbarkeit mit der Machbarkeit in Union wird Abhängig von neuen Brauchbarkeiten, die in diesem Zirkelschlag geboren sind. Nicht die "persönlich erfahrbare Welt" geht mit dem individualtäter zu Grunde, sondern der Traum der Notwendigkeit von Perversionen, Rache, Mangel sucht sich einen neuen Wirt. Durch die Versionen entwickelt sich sPrachpRacht und Mangel erfindet Angelismen erst Sachte, dann sächsisch mitunter auf dem sexzistisch... ich bin mit meinen Träumen immernoch am Wassertor und kann in dieser Woche noch einen Projektförderantrag stellen, WENN ich 16- bis 26jährige finde, die dabei mitmachen wollen bei diesem: http://www.100.000-euro-job.de/index.php/unternehmen

christian:

Uwe B Ärger! ;-) Lies mal "Bambiland" von Elfriede Jelinek, es wird Dir garantiert gefallen! Tag Sigi, an Anette habe ich auch gedacht, als ich meinen Beitrag schrieb ;-) Mir ging es darum, dass es aus der Außenperspektive so scheinen könnte, als sei alles determiniert. Aber diese fasst den Menschen nur als Objekt, nicht als sinnlich-praktisches Wesen. Später wird Marx dann problematisch, wenn er den Sozialismus mit der "Notwendigkeit eines Naturgesetzes" heraufkommen sieht und dass Proletariat als Subjekt der Befreiung bestimmt. Trotzdem sind bei Marx Schätze zu heben ;-) Wichtig ist mir aber, dass der Mensch als leibliches, verletzliches Wesen an das irdische Dasein in seiner Vergänglichkeit und Widerständigkeit gebunden ist. Deswegen bist Du mir zu optimistisch, was Wikis angeht. Auch das Internet ist nur ein kleiner Teil der menschlichen Kultur, und während wir an unseren Gedanken basteln und uns austauschen, wird Hartz IV "optimiert".

sigi:

jau, der mensch als mensch . gefällt mir . was wir hier machen können: wir können uns leute suchen, die sich mit uns einigen wollen und mit denen wir uns einigen wollen . dass das geht, habe ich selbst erlebt . es ist sogar der vorgeschmack des paradieses . man muss sich nicht mit jedem einigen . unter dem großen baum ist platz für die verschiedensten gruppen . aber solange verschiedenheit noch als gefahr für den eigenen standpunkt gesehen wird, wird es auch kämpfe geben . und dafür ist ein paradies nicht so gut geeignet und geht schnell wieder verloren . aber das lernen wir auch noch .

uwe:

wenn mir die Zwölfriedele Jenelink in die Hände fällt, werde ich reinschauen.
Bambule funambulanz bambino crambambulink ambivalent,
der Mensch als leibliches, verletzliches Wesen WIRD an das irdische Dasein in seiner Vergänglichkeit und Widerständigkeit gebunden, danach mit Evolution eingesalbt und aus jeder denkbaren Perspektive eingeschüchtert.
Weil nur der Leib verletzlich ist, ist es praktisch, wie der Mensch in seiner Anwesenheit nicht als Geist oder Seele nachweisbar ist.
Für das allgemeine Verständnis der psychsozialen Prozesse braucht es den Quantensprung, daß es keine körperliche Ich identität gibt, sondern der Körper nur ein Formgefäß darstellt. Durch unsere Information können wir unseren Inhalt selbst definieren. Mit der größe der Räume in den wir aufwachsen, ist die Relation des sich "zur Decke strecken" und "auf Tuchfühlung zu gehen" vorgefertigt. Wenn wir uns zurücknehmen. empfinden wir dies als durchdrungen zu sein, wenn wir etwas durchdringen, gehen wir davon aus "unser Selbst" wahr zu nehmen.