Wie Google sich selbst demontiert
Im Blog der TechnologyReview liefert Mario Sixtus am Fall Google ein Beispiel dafür, dass Profitinteressen und Nutzen gegeneinander laufen.
Knapp die Hälfte seines Umsatzes generiert der Google-Konzern mittlerweile über sein Adsense-Programm. ... Der Haken ... : Google ist nicht nur Anzeigenlieferant ... sondern transportiert auch den größten Teil der Besucher dort hin. ...
Je weniger gute Suchresultate angezeigt würden, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit für einen Click auf eine Anzeige. Dass Google genutzt wird, hängt jedoch von seiner Nützlichkeit ab.
Der Werbekonzern Google profitiert somit absurderweise von den Irrläufern, welche die Suchmaschine Google auf die Partnerseiten schickt. Das nennt sich wohl Schizophrenie 2.0.
Noch schlimmer. Als neues Geschäftsmodell werden Müllsammlungen angeboten , die Nutzer von Google zum Nutzen der Anzeigen statt der Suchinhalte drängen sollen.
Setzt sich dieser Trend fort, bildet sich eine Abwärtsspirale, auf der vor allem Google abwärts schliddert. Auf der einen Seite wird die müllverstopfte Suchmaschine immer unattraktiver, andererseits dürften die Adsense-Preise einbrechen, denn die Anzeigenkunden werden die Massen der Frust- und Zufallsklicker nur äußerst schwer in Kunden verwandeln können. ... Das System gräbt sich selbst das Wasser ab.
Googles Erfolg auf dem Suchmaschinenmarkt basiert vor allem auf der cleveren Einbeziehung von Hyperlinks in die Relevanzbewertung. Links werden von Menschen gesetzt. Jeder Hyperlink kommt somit einer positiven Benotung durch ein menschliches Wesen gleich. Wenn Google im Rennen bleiben will, muss sich die Recherchehilfe auf diese alte Tugend besinnen und ihre Nutzer noch weiter ins System einbinden. Dienste wie Digg oder Techmeme können dabei als Inspiration dienen. ...