Umsonstnetzwerk Berlin

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Der Alltag von immer mehr Menschen läuft individualisiert ab, d.h. jede/r kauft sich die eigenen Sachen und nutzt sie meist allein.

Daher ist der Druck, Geld für die eigene Reproduktion bzw. für den eigenen Alltag zu besorgen, groß. Auch durch Dinge wie Arbeitszwang durch Hartz IV wird dieser Druck verschärft.

Es existieren allerdings noch Orte, wo kooperative Strukturen funktionieren. So z.B. in Freundeskreisen oder WGs, wo das Teilen von Ressourcen, wie Staubsauger, Bohrmaschine,... oder die gegenseitige Hilfe beim Renovieren, Hochbettbauen, etc. alltäglich sind.

Grundgedanke des Umsonstnetzwerk ist es, diese schon vorhandenen Kooperationen auf eine breitere Basis zu stellen, indem ein Netzwerk aufgebaut wird, das auf Kooperation basiert, so dass indivudalisierter Alltag gemeinschaftlich und kooperativ anders organisieren wird.

Ein mögliches Ziel des Umsonstnetzwerkes ist es, die Vereinzelung und den ökonomischen Druck des Einzelnen zu mindern, indem Bedürfnisse eher durch das Netzwerk abgedeckt werden.

So sollen Mittel und Wege entwickelt werden, Dinge umsonst oder anders zu organisieren.

Dabei soll es sowohl um das Teilen von Ressourcen, Infrastruktur gehen, wie auch um kostenlose Hilfe bzw. die gegenseitige Zurverfügungstellung von Wissen und Fähigkeiten, für das sonst teure Dienstleistungen in Anspruch genommen werden müssten (z.B. die Steuererklärung, das Reparieren eines Lecks am Rohr im Bad,...).

Neben der Kooperation zwischen den einzelnen Menschen, die in Projekten des Netzwerks aktiv sind, möchte das Netzwerk auch Kooperationen zwischen den verschiedenen Gratis-Ökonomie-Projekten fördern.

Selbstorga-Raum

Den meisten Menschen fehlt das Wissen für einen weniger geldbezogenen und mehr selbstorganisierten Alltag. Daher wird gerade ein Raum der Offenen Uni in einen Selbstorganisations-Raum umgestaltet. Dieser soll von Informationen, wo und wie man Dinge ohne Geld organisieren kann über Informationen, wie man Essens-Kooperativen aufbaut bis hin zu Hilfestellungen über das Stellen von Projektanträgen bei Trägern enthalten.

Außerdem sollen NutzerInnen des Raums auf einem schwarzen Brett, ihre Projektideen veröffentlichen können, so dass im Optimalfall neue Kooperationen zwischen teilnehmenden Menschen ermöglicht werden.

Der Raum soll außerdem eine Schnittfläche zu am Umsonstnetzwerk Beteiligten Personen sein.

NutzerInnengemeinschaften (Nutzigem)

Seit 2 Jahren entwickeln Menschen eine Software, die es ermöglicht Ressourcen, Infrastruktur und Wissen miteinander zu teilen, zu verschenken, zu verleihen. Dabei werden auf virtueller Ebene sog. Pools von Menschen gebildet (eine NutzerInnengemeinschaft). Jede Person kann ihre Bedürfnisse und ihre Fähigkeiten, die sie den anderen zur Verfügung stellt, auf dieser Seite eintragen. Andere wiederum haben über eine Suchmaske die Möglichkeit herauszufinden, ob jemand anders ihm/ihr bei einem konkreten Anliegen (Hilfe beim Hochbettbauen,...) helfen kann.

Jede/r hat über die Internetseite der Nutzigems die Möglichkeiten, eine eigene Gemeinschaft zu gründen. Andere können dann beitreten. Schätzungen gehen davon aus, dass eine Nutzigem optimal funzt, sofern zwischen 60 und 100 Personen Mitglied sind. Diese Menschen sollen je nach Interessenlage und Möglichkeit auch die Möglichkeit haben, sich regelmäßig zu treffen, um weitere Kooperationen eingehen zu können.

Im Umsonstnetzwerk gibt es momentan zwei Pools: einen für Berlin-Mitte und einen für Berlin-Kreuzberg, in den die bis jetzt Beteiligten ihre Fähigkeiten,... eingetragen haben.

Anders als bei der in Tauschringen praktizierten gegenseitigen Hilfe gibt es keine geldähnliche Verrechnungseinheit (wie Kreuzer, Batzen usw.), die die Tätigkeiten abstrakt bewertet.

Gratisessen systematisch organisieren

Vor kurzem wurde die sozial allgemeinnützige Organisation "LiberaComida" ins Leben gerufen, welche ein Vernetzungs-, Beratungs-Organisation ist, um "professionelles" Containern zu fördern.

Mit der Untergruppe "FreeFoodBerlin" sollen in Berlin alternative Projekte und Einrichtungen mit biologischem Essen versorgen. Dazu wurden Adressverzeichnisse von Bioläden, Reformhäusern, Märkten, Bauernhöfe, Gärtnereien..... recherchiert, zu denen es gilt, Kooperationen einzugehen, so dass regelmäßig, ähnlich wie bei der Berliner Tafel, Essen abgeholt werden kann.

Wozu ?

Nicht alle Menschen haben ihr täglich Brot – und dennoch gibt es Lebensmittel im Überfluß. Auf der einen Seite gibt es Lebensmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, aber qualitativ noch einwandfrei sind. Auf der anderen Seite gibt es Bedürftige, die diese Lebensmittelhilfe gebrauchen können. Die Initiative ist die Brücke zwischen Überfluß und Bedürftigen.

bearbeiten Brotaufstrich-Kooperation

Der Brotaufstrich steht hier als Beispiel für noch viele andere Möglichkeiten. Die dahinterstehende Idee ist, dass nicht immer alle alles in kleinen Mengen selbst besorgen oder herstellen müssen, sondern reihum immer wieder Menschen größere Mengen von etwas herstellen (was nur wenig mehr Aufwand ist als eine kleine Menge desselben) und dann an andere weitergeben - nach Möglichkeit einfach geschenkt, denn Umsonstökonomie ist die einzige Form, in der Menschen gleiche Möglichkeiten haben, also nicht mehr zählt, wie viel Geld wer hat.

In Berlin gibt's auch (mindestens) eine Brotaufstrich-Koop. Sie besteht derzeit aus vier WGen und trifft sich einmal wöchentlich um vegane Brotaufstriche auszutauschen. Interessierte sind herzlich eingeladen und können uns über broopätyahoogroupspunktde erreichen. Unsere Treffen finden derzeit meist donnerstags im Rahmen der hausprojekt.org-Vokü (gegen 20Uhr) in der OUBs statt. Wer ganz sicher gehen will, uns zu treffen sollte aber vielleicht vorher per Mail nachfragen.

Mitmachen / Helfen / Organisieren

Dieses Netzwerk ist zur Zeit im Aufbau und lebt natürlich von den Projekten und Menschen, die mitmachen. Deshalb die Frage an Euch: Habt Ihr Lust Teil des Netzwerks zu werden oder in anderen Regionen solche Netzwerke aufzubauen? Es gibt noch viel Raum, neue Ideen für die Gestaltung einzubringen. Was bisher konkret für die Organisation angedacht ist, kann unter http://www.umsonstnetzwerk.de.vu nachgelesen werden.

Die am Aufbau des Netzwerkes Interessierten treffen sich regelmäßig in der Offenen Uni Berlins. Wenn du Lust und Interesse hast, wärs schön, wenn du zu einem der näxten Treffen kommen würdest.

Genaueres / Termine: http://www.umsonstnetzwerk.de.vu Kontakt: umsonstnetzwerk ÄT yahoogroups.de In den Verteiler aufgenommen werden: leere Mail an umsonstnetzwerk-subscribe ät yahoogroups.de