WAK-Fork

Version 11, 84.130.126.24 am 2.8.2006 15:12

Der "Fork" hat sich inzwischen durch Auflösung der einen "Zinke" gelöst. Der nachfolgende Text sei aus Studiengründe für die Nachwelt erhalten:-)


Die Gruppe Wege aus dem Kapitalismus hat sich aufgeteilt. Manche nennen das auch "Spaltung". Der Begriff "Fork" (Gabelung), der aus der Freien Software stammt, passt hier jedoch besser. Wir haben uns getrennt, weil eine weitere Diskussion uns nicht mehr voranbrachte. Wechselseitig waren Prämissen der jeweils anderen "Gruppe" einerseits nicht akzeptabel und andererseits auch nicht in einer Weise klärbar, dass sich eine Auflösung der Differenzen ergeben hätte. Schließlich empfanden alle Beteiligten ein gemeinsames Weitermachen als unproduktiv.

1. Was sind die Differenzen, die nicht klärbar sind?

Nun ja, dies zu beschreiben, ist schon selbst Teil der Schwierigkeit. Äußerlich könnte man die Trennlinie als Realo-Fundi-Differenz beschreiben, wobei "Realo" hier tendenziell "realpolitischer Widerstand" gegen die Sauereien des Kapitalismus meint, und "Fundi" tendenziell "fundamentale Kritik" desselben. Dahinter stecken dann auch zwei unterschiedliche Vorstellungen der möglichen Transformation: Aus dem Widerstandskampf heraus werden neue soziale Formen entwickelt, die den Kapitalismus schließlich überwinden können ("Realo"); das Neue entsteht aus der praktischen Neu-Konstitution neuer Formen der Vergesellschaftung im Kapitalismus ("Fundi"). Die "Realos" halten eine Neu-Konstitution in den Formen des Alten für möglich, wenn sie sozial neu bestimmt werden (Machtfrage stellen), während die Fundis die Neu-Konstitution nur in Formen des Neuen für möglich hält, da sie die alten Formen grundsätzlich kritisieren und ablehnen (Machtfrage zurückweisen). Also: das "Neue aus dem Alten" vs. das "Neue im Alten" - ein kleiner Unterschied um's Ganze.

2. Was ist das Ungeklärte, das nicht differiert ?

"Fork" assoziiere ich mit der Chaostheorie, was wortgespielt ein treffenderes Etikett jener Vorgänge abgibt, welche die Gabeln verstimmen ließen. Gutes gelingen von Chaos garantiert allein die Zahl der Fraktionen, welche ich anders als im Absatz von Uli mit 7 zu je ein Leut zählen würde, wobei die übrigen 3 bis 6 Leute nicht etwa einer der sieben angehören, sondern nur weniger durch fraktionsfähige Standpunkte wahrnehmbar sind. Zudem ist der Versuch, die forkanalog passend gemachte Fraktionszahl "Zwei" mit "Realo" und "Fundi" zu charakterisieren nicht sehr hilfreich, da solche Zuordnung spiegelsymmetrisch dem jeweiligen Bedürfnis dienen kann, Bestehendes, in der bürgerlichen Gesellschaft Vorgefundenes, je wahlweise mit dem "alten" abwertend zu identifizieren und damit aus der Keimformsuche auszuschließen. "Widerstand gegen die Sauereien des Kapitalismus" ins Visier zu nehmen, um dort ggf. das Wachsen emanzipatorischer Gräser zu erlauschen, läßt sich als wiederkehrend wahrnehmbares Muster nur bei, sagen wir zweieinhalb Personen finden, die sich jedoch auf beide Seiten des Forks gleichmäßig verteilen. Eine "Machtfrage", im Sinne von Kontrolle des gesellschaftlichen Prozesses, stelle, soweit ich das überblicke nur ich. Erwähnt man dagegen die, durch individuell nicht ganz ausgereifte Kommunikationsstile entstandenen mono-, bi- und multilateralen Aversionsnetze, ermöglicht man eine einleuchtendere Vorstellung von den Bewegungen im Besteckkasten. (ingolf)

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Dienstag, 26. Juni 2001

Der Diskussionskreis »Wege aus dem Kapitalismus« (WAK) ist eine Gruppe von Menschen in Berlin, die mehr oder weniger regelmäßig Theoriearbeit betreiben und Veranstaltungen organsieren.