Das Internet ist kein Rhizom - Wikis jedoch doch

Version 9, toka am 21.9.2007 07:27

Stephan Düppe und Alexander Niehaus argumentieren unter http://www.ruhr-uni-bochum.de/www-p ... abp/Rhizom/filet.htm

Internet-Theoretiker greifen gern auf den Begriff des Rhizoms zurück, um Hypertext oder das Internet beschreiben zu können. Das greift allerdings meist zu kurz: Hypertext als vollkommen rhizomatisches Medium zu bezeichnen, unterschlägt, daß ein Hypertext, wie verschachtelt auch immer, insofern weiterhin ein linearer Text ist, als er von einem Autor ausgeht und als Kommunikat vom Rezipienten nicht mehr zu verändern ist. Zwar kann ein komplexer Hypertext intern rhizomatisch funktionieren, wenn es keinen Haupttext gibt, sondern alle einzelnen Seiten nicht-hierarchisch mit allen anderen verbunden sind. Auch ist eine Anknüpfung von außen nicht nur in Form von Lektüre möglich, sondern, falls vorgesehen, durch Ergänzung des Textes mit eigenen Kommunikaten oder allgemein durch Verknüpfung des Hypertexts mit anderen Texten ...

Das Werk als Einheit wird hier zwar überwunden, nach wie vor bleibt aber eine Trennung von Produktion und Rezeption bestehen und weiterhin ist alles auf die Herstellung von Einheiten (z.B. der eigenen Web-Page) ausgerichtet.

Damit sind Wikis die erste Implementierung rhizomatischer Kommunikations-Infrastruktur.

Vollendet rhizomatisch wäre ein Hypertext aber erst dann, wenn eine Veränderung des bereits vorhandenen Textes ebenfalls möglich wäre, also jeder an der Kommunikation beteiligte an allen Kommunikaten mitschreiben könnte. Also keine Home-Page mehr, sondern nurmehr Myzel-Page-Konglomerate.