Heterotopie

Version 5, 88.67.52.212 am 3.10.2008 16:42

Von Michel Foucault verwendeter Begriff, den er der Utopie entgegengestellt.

Die Utopie ist demnach ein unwirklicher, virtueller Raum, entweder Gegenentwurf oder Perfektionierung der realen gesellschaftlichen Verhältnisse.

Heterotopien dagegen sind wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplatzierungen oder Widerlager, tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet werden können.

Als Beispiele für Heterotopien nennt Foucault Jugend-, Alten- und Erholungsheime, psychiatrische Kliniken, Gefängnisse, die Kollegs des 19. Jahrhunderts, Kasernen, Friedhöfe, Kinos und Theater, Gärten, Museen, Bibliotheken, Festwiesen, Feriendörfer, kultische und nicht-kultische Reinigungsstätten, Gästehäuser, Bordelle, Kolonien sowie das Schiff als Heterotopie schlechthin.

(Foucault, Michel: Andere Räume (1967). In: Barck, Karlheinz (Hg.): Aisthesis: Wahrnehmung heute oder Perspektiven einer anderen Ästhetik; Essais. 5., durchgesehene Auflage. Leipzig: Reclam, 1993) .

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Alibri-Verlag "Das Spiel der Lüste" ein Buch, dass sich mit Macht, Identität und Sexualität bei Foucault beschäftigt. Der von Marc-Christian Jäger und Marvin Chlada herausgegebene Band enthält folgende Beiträge

- Marc-Christian Jäger: Michel Foucault s Machtbegriff. Eine Einführung - Annette Schlemm: Die Sorge um sich selbst. Subjektivität und Homosexualität nach Foucault - Marvin Chlada: Lüste des Körpers oder Begehren ohne Organe? Foucaults Kritik des Wunschbegriffs - Jürgen Mümken: Wer bin ich? – Was bin ich? Identität und Geschlecht bei Stirner und Foucault - Marc-Christian Jäger: Ordnungen des Sexuellen. Foucaults Unterscheidung von sadistischer Disziplinarmacht und SM-Subkultur - Andrea D. Bührmann: Vom Begehrens-Subjekt zum unternehmerischen Selbst. Zur kritischen Ontologie moderner Subjektivierungsweisen im Anschluss an Foucault

Homepage zum Buch: http://www.spiel-der-lueste.de

Jürgen Mümken www.juergen-muemken.de

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