Peter Kafkas Beschreibung der Krise

Version 6, 217.250.63.219 am 23.9.2006 07:30

Dialog zu "Was sieht Peter Kafka als Krise ?"

B:

Die Krise, die er beschreibt, ist eine von "zuviel Innovation". Aber das ist doch Unsinn. Wir haben nicht zu viel oder zu wenig Innovation, sondern die falsche.''

T:

"Es gibt weder richtig noch falsch" ist doch eines seiner Hauptargumente. Entwicklung findet nur durch zufällige Wahl sehr vieler benachbarter "Attraktoren" statt. Zu mehr Komplexität führt diese nur dadurch, dass das, was zusammenpasst, auch übrigbleibt. Geleitet durch "wissenschaftliche Zukunftsprognosen" probieren wir zu wenig Alternativen in zu globalem Maßstab in einer Geschwindigkeit, dass wir Auswirkungen auf Zyklen nicht feststellen können. Er argumentiert doch, wie er selbst sagt, tautologisch: passendes ist nur passend, wenn es passt. Und ob unsere Umbauerei der Welt zu den bestehenden Systemen passen oder nicht, können wir nur herausfinden, wenn wir genügend viel, genügend lokal, und mit genügender Zeit probieren, halt "Vielfalt und Gemächlichkeit".

B:

Damit wertet er aber indirekt doch indem er sagt, was wir tun müssen um zu überleben.

T:

Ja, genau. Er setzt als Konsens voraus, dass wir überleben wollen und noch mehr: dass wir eine Entwicklung zum mehr Lebendigen anstreben. Das Lebendige ist aber auf die Komplexität - d.h. auf die Verflochtenheit mit allen anderen Attraktoren, die die Grundlage für die Entstehung höherer Stufen der Selbstorganisation sind - angewiesen. Zerstören wir diese, sägen wir den Ast ab, auf dem wir sitzen.


Peter Kafkas Wertsetzung