Wie können Diskussionen bereits im Prozess überarbeitet werden ?

Version 9, 62.2.193.32 am 16.9.2006 10:31

Auf dieser Seite wird die soziale Komponente des Überarbeitens von Diskussionen besprochen. Die technische Komponente behandelt die Seite "CoForum-Diskussionsmodus".

Thomas Kalka:

Ich beobachte immer wieder in Diskussionen, dass es sehr schwer ist, überhaupt einen Fokus zu setzen und diesen zu halten. Wenn eine Diskussion mit einer Frage gestartet wird, dann ist diese oft so unklar, dass mögliche Anknüpfungspunkte in viele verschiedene Richtungen entstehen. Im Laufe einer Diskussion wird dann eventuell klarer, wie die Frage überhaupt gemeint sein könnte und welche Menschen für eine Klärung zusammenarbeiten könnten.

Ich habe schon öfter Bücher gelesen, die im "Interview-Stil" geschrieben sind. Zumeist entstehen solche Bücher durch viele Gespräche einer kleinen Gruppe von Menschen, sind aber nicht reine Transkripte der Diskussion, sondern thematisch sortiert und überarbeitet, so dass sowohl Fokus wie auch Roter Faden spürbar werden.

Kann nicht daran angeleht ein Modus des Dialogs / Diskutierens im CoForum oder anderen Wikis entstehen ?

Ich habe schon öfters erlebt, dass Überarbeitung im Prozess selbst von einigen als unangenehm empfunden wird. Durch jegliche Änderung werden ja Aussagen von Menschen verändert; diese erkennen unter umständen das von ihnen gesagte nicht wieder.

Wie kann ein Prozess aussehen, der diesen Unmut vermeidet ?

Eine Möglichkeit stelle ich mir folgendermaßen vor: Der Initiator einer Seite beschreibt am Anfang der Seite seine Intentionen. Die Beitragenden versuchen durch ihre Beiträge den Initiator bei der Klärung seiner Angelegenheit zu unterstützen.

Der Initiator nimmt eine "Maintaner-Rolle" für die Seite ein. Im Obliegt die Überarbeitung im Prozess, das könnte zum Beispiel thematische Sortierung, Löschung von redundanzen und ähnliches sein.

Eventuell ist es für das Überarbeiten hilfreich, die Signaturen zu anonymisieren; damit wird klar, dass dies überarbeitete Positionen und nicht persönliche Sichtweisen sind.

Ist so ein Prozess vorstellbar ?

Falls ja: welche Schritte können in diese Richtung unternommen werden. Wird technische Unterstützung dazu benötigt, zum Beispiel "Archivversionen von Seiten" ?

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HelmutLeitner:

Die ganze Problematik ist der älteste Hut der Wiki-Welt. Dein Vorschlag läuft auf Variante (1) "produziere Inhalte so, dass man sie nicht überarbeiten braucht" hinaus und ist nur sehr begrenzt einsetzbar. Die Variante (2) ist das "consensual refactoring", das Sicherungen, einen gewissen Abstand, Übung und einen hohen Arbeitsethos braucht. Die Variante (3) ist "wenn wir das Chaos nicht abschaffen können, machen wir's halt schöner" - das ist teilweise die Haltung im CommunityWiki und CoForum, wo der Threadmode verschönert und stabilisiert wird.

Thomas:

Hmm, so habe ich meinen Vorschlag nicht verstanden.

In meinem Vorschlag geht es um zwei Aspekte: a) Ziel b) Verantwortung / Rollenzuordnung und c) Prozess

Ziel ist nicht "feste Inhalte" (das scheint in MeatBallWiki das Ziel zu sein) und auch nicht "schön formatierte Diskussionen" sondern "Inhalte in Dialogform". D.h. es ist nicht das Ziel eine Diskussion in einen Artikel umzuformen, sondern in einen Dialog mit folgenden Eigenschaften:

  • thematisch fokussiert

  • stringent und möglichst redundanzfrei

  • nicht im Kampfmodus geschrieben ist

Ziel der Diskussion auf dieser Seite ist ein besseres Verständnis der Evolution von Diskussionen in Wikis / Foren. Wenn wir es schaffen, nüzliche Abstraktionenn (Entwicklungsmodell mit Phasen, Rollenverteilungen etc) zu finden, kann eine Diskussion schon früher Dialog sein und die Überarbeitung einfacher. Helmut, hast Du nicht ein Entwicklungsmodell von Wikis irgendwo (MeatBallWiki ?) angefangen. Das könnte vielleicht als Grundlage dienen. Letztendlich ist jede Diskussion / jeder Dialog ein "Mikro-Wiki".

Rollen: Ich habe den Eindruck, dass zumeist ungeklärt ist, wer Zuständig ist für eine Überarbeitung von Seiten. Mein Vorschlag ist, das zumeist der Ersteller einer Seite diese Rolle übernimmt. Er muss nicht selbst überarbeiten sondern kann das auch delegieren. Ist so ein Modus etabliert, dann sind die Beteiligten an einer Diskussion automatisch damit einverstanden, dass ihre Beiträge überarbeitet werden. Der Ersteller hat die Aufgabe, dass die Seite, die er (mit einer Forschungsabsicht) erstellt hat, nützlicher wird.

Prozess: Zuständigkeiten zu klären könnte helfen, dass Überarbeitung in Gang kommt. Vor allem, wenn den Beteiligten von anfang an klar ist, dass dies auch das Ziel ist, dass heißt, dass ihre Beiträge als Rohmaterial für einen späteren Dialog gemeint sind, als Geschenk an den, der die Seite initiiert hat. Ein echtes Geschenk will nur unterstützen und ist frei von Forderungen des Schenkenden. Es ist also ein sozialer Habitus, den es zu entwickeln geht, Beiträge auf Seiten als Geschenk zu betrachten.

Technik: Wenn wir bestimmte Arbeitsstile etablieren können, dann könnten diese auch durch Technik unterstützt werden. Ein Thema ist dabei für mich "Atomisieren und gleichzeitig Zusammenhalten". Nützlich dafür könnte zum Beispiel SeitenInklusion und AbschnittsBearbeitung sein.

Entwicklung von Seiten

Thomas Kalka:

Ich fange hier an zu Sammeln, welche Stadien und Bewegungen ich bei den Gesprächen im CoForum beobachte:

  • Klärung der Rollen (wessen Interessen werden von wem verfolgt, wer ist für die Seite zuständig)

  • Klärung des Themas

    • Nachfragen

    • Widerrede

    • Brainstorming / Ausbauen / Neue Ideen

    • Sortieren

    • Eingrenzen

    • auf einzelne Seiten verteilen

Neue Seiten im Kontext

Mittwoch, 16. August 2006

Was bezeichnet "Form" in unterschiedlichen philosophischen Kontexten ?