keimform.de

Version 9, 88.67.39.139 am 17.7.2007 02:46
Daten
web: http://www.keimform.de
System: Blog
Verfassung: offene Konsensgruppe
Initiatoren: Benni, Christian, Stefan, Thomas
Ziel: Fokus für spannende Projekt-Entwicklungen

Selbstbeschreibung

Viele Menschen interessieren sich dafür, was in den verschiedenen emanzipatorischen Projekten an Theorien und sozialen Praxen erfunden wird. Gleichzeitig ist es sehr schwer und aufwändig, sich persönlich einen Überblick zu verschaffen. Technische Hilfsmittel helfen hier nur begrenzt. Es ist eher wichtig, dass "Menschen, denen man vertraut" einem beim Auswählen und Überblicken helfen. Es geht nicht zuletzt auch darum, inididuellen Aufwand zu minimieren. Wir wollen euer soziales Hilfsmittel sein - aber kein Projekt

Wir sind vier Leute aus miteinander verwandten Kontexten und haben jeweils eigene Projekte initiiert: Benni (Wiki "Laboratorium]), Christian ("Freie Gesellschaft Wiki"), Stefan ("open theory"), Thomas (Wiki "CoForum"). Nicht alles, was in diesen und anderen Projekten läuft, ist interessant. Aber einiges schon: Das will gefunden werden. An verschiedenen Orten weisen wir auf solche spannenden Punkte hin. Diese "Hinweis-Funktion" wollen wir nun an einem Ort zusammenführen: keimform.de. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Es ist nicht mehr vom Zufall abhängig, ob ein Hinweis auf einen verschlungenen Weg zu mit gelangt, weil mich genau dieser Heinweis brennend interessiert. Ich kann mir selbst die Community-Dienstleistung von keimform.de holen. Ich kann dabei entscheiden, von wem ich die Hinweise bekommen möchte, wem ich vertraue. Vertrauen ist der Regulator im Netz.

Unter dem Label keimform.de werden keine eigenen Inhalte erarbeitet. Die Blog-Einträge der unterschiedlichen Blogger/innen sind_der Inhalt. Daher die Aussage: keimform.de ist kein Projekt, sondern unter der Adresse keimform.de wird aus persönlicher Sicht über Projekte, Themen und Theorien berichtet. Alle geäußerten Bewertungen und Meinungen sind ausschließlich die Meinung der jeweiligen Bloggerin bzw. des jeweiligen Bloggers. Die dabei erzeugten Texte gehören niemandem, also allen (vgl. Lizenz).

Vier starten, es können mehr werden

Wir starten zu viert mit diesem kollektiven Blog. Das ist Zufall. Wir haben uns getroffen und entschieden: Das machen wir einfach. Wir laden nach und nach weitere Menschen ein, von denen wir denken, dass sie gute Hinweise geben können. Die gemeinsame inhaltliche Basis ist diffus, und sie wird durch den mit unterschiedlichen Bedeutungen aufladbaren Begriff "Keimform" ganz gut ausgedrückt: Es geht um die Überwindung dieser warenförmigen Gesellschaft, um die Emanzipation der Menschen. Da Neues nicht aus dem Nichts entsteht, suchen wir nach Ansätzen im Jetzt - jenseits von Wert, Markt, Staat. Selbstorganisation und Selbstentfaltung sind für uns zentrale Grundlagen.

Hier hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen, welche Denkformen, Theorien und Praxen nützlich sein können. Diese Unterschiedlichkeit drückt sich auch in unseren Projekten aus. Gleichzeitig repräsentieren wir keineswegs das volle mögliche Spektrum an Ideen. Deswegen wollen wir weitere Menschen einladen, deren "Hinweise" wir für wichtig halten und die andere interessieren könnten.

Konfliktregulation

Wir haben eigentlich keine Lust auf formale Regeln. Gleichzeitig haben wir alle schon erlebt, was es heisst, wenn im Krisenfall erst die Regeln zur Konfliktlösung erdacht werden müssen: Das funktioniert nicht. Daher denken wir jetzt an den Krisenfall. Eine Krise tritt ein, wenn die Blogger/innen - also, die die "drin" sind und schreiben - sich nicht einigen können: Ob jemand raus oder rein soll, ob ein Beitrag akzeptabel oder nicht ist, ob irgendwas getan oder gelassen werden soll. In diesem Sonderfall_ist Handlungsfähigkeit unsere entscheidende Maxime. Außerdem soll das Verfahren einfach und transparent sein. Deswegen setzen wir auf das aus der Freien Software bekannte "Maintainer-Modell". Im Maintainer-Modell entscheidet im Zweifel der Maintainer - und verantwortet diese Entscheidung.

Regeln

Der Maintainer wird im Konsens (=niemand muss widersprechen) der Blogger/innen ernannt. Er darf nicht der Eigentümer der Domain keimform.de sein. Der Maintainer genießt das Vertrauen der Blogger/innen. Entscheidungsfälle werden diskutiert und in der Regel im Konsens (=niemand muss widersprechen) entschieden. Kommt eine Einigung nicht zustande, entscheidet der Maintainer. Mit einem Drittel der Voten der Blogger/innen kann der Maintainer abgesetzt werden. Wird der Maintainer abgesetzt, muss ein neuer Maintainer im Konsens bestimmt werden. Kann kein Maintainer bestimmt werden, weil ein Konsens nicht zustande kommt, wird das "Nicht-Projekt" keimform.de aufgelöst. Nachfolge-Blogs können dann gegründet werden - oder auch nicht.

Fork

Eine Aufteilung des Nicht-Projektes keimform.de in zwei oder mehrere Blogs vergleichbar dem Ursprungsprojekt ist eine Form der Konfliktregulation. So kann eine Gruppe aus dem Ursprungsprojekt austreten, die bisherigen Inhalte duplizieren und einen neuen Blog starten. Eine solche Spaltung wird "Fork" genannt. Ein Fork ist dazu da, praktisch auszuprobieren, welche Gruppe erfolgreich sein kann. Ein Fork ist nicht erwünscht, denn er teilt Ressourcen auf, und der Nutzen für alle ist zunächst geringer. Ein Fork kann durch Reintegration der austretenden Gruppe und ihrer Texte wieder aufgelöst werden.

Lizenz

Alle Blog-Beiträge werden von ihren jeweiligen Urhebern zur uneingeschränkten Nutzung freigegeben. Sie dürfen beliebig verbreitet, genutzt und verändert werden, auch für kommerzielle Zwecke und auch ohne Namensnennung, in dem Umfang, der in der jeweiligen nationalen Rechtsordnung möglich ist. Die Beiträge sind damit gemeinfrei ("public domain"). Gleichwohl freuen wir uns über eine Quellenangabe und andere Hinweise auf den Blog keimform.de.


sigi:

(2006-09-24)

gratuliere! das erste gruppen-blog .

eine spezielle anmerkung habe ich allerdings .

da ihr den maintainer wählt, ist es eben nicht das aus der freien software bekannte "maintainer-modell" . vielleicht eine weiterentwicklung . im grunde ist es doch so: entweder die gruppe einigt sich oder sie trennt sich . um diese trennung ein stück weit hinaus zu schieben (zu vermeiden), bestimmt ihr für härte-fälle einen entscheider . hier sehe ich die chance, die gruppe in einen größeren rahmen zu stellen und den entscheider über den wiki-baum zu bestimmen, da dies die übergreifende vertrauens-struktur ist . der allen gemeinsame knoten im baum (direkt oder indirekt) sollte der entscheider sein . zeigt dieser kein interesse, so sind die verbindungen solange umzugruppieren, bis ein entsprechender knoten gefunden wurde . ebenso, wenn er die falsche entscheidung trift (für's nächste mal) . konkret rege ich also an (vorschlagen kann ich ja nicht, da ich kein gruppenmitglied bin) dass euer maintainer (wenn ihr ihn denn so nennen wollt) eine (vertrauens)verbindung zu mir oder jemand anderem aus dem baum herstellt und die (vertrauens)verbindungen zum maintainer als baum-verbindungen gelten .

Neue Seiten im Kontext

Dienstag, 14. Oktober 2008

Was ist eine resilient community? Das ist ein Begriff den ich von John Robb aus seinem Blog kenn. Er schreibt wohl grad ein Buch drüber. Wörtlich übersetzt ist das eine belastbare Gemeinschaft. Gerade in der kommenden Krise werden wir sicherlich froh sein über die sozialen Netze denen wir noch angehören. Diese zu stärken ist zum einen als Krisenstrategie enorm wichtig - das ist tatsächlich wohl auch die Hauptperspektive von Robb - als Alternative zu verfallenden Staaten und gewalttätigen Banden. Zum anderen denke ich aber, dass der Übergang zur stofflichen Produktion für die Peer Production auf die eine oder andere Art lokal stattfinden muß, auch wenn es dabei nicht bleiben sollte.

Sonntag, 23. Mrz 2008

Public Private Property (PPP) verfolgt das Ziel, mit Hilfe von Lizenzen einen entknappenden Umgang mit materiellen Gütern zu ermöglichen.

Das Konzept ist angelehnt an die Erfindung der GPL, die dies im Bereich "Computerprogramme" bereits erreicht hat. Dabei soll ein ähnlich modulares Lizenzsystem zum Einsatz kommen, wie es Creative Commons erfolgreich vorgemacht hat. Weitere Inspirationsquellen finden sich in den schon existierenden oder angedachten Projekten Peerconomy, Mietshäuser-Syndikat, Nutzigems, Reisenetzwerken. Allen diesen Projekten ist gemeinsam, dass sie versuchen das private Eigentumsverhältnis an materiellen Gütern zu verändern (manchmal sicherlich nicht in vollem Bewußtsein, was sie da tun).

Dabei wird das juristische Eigentum selbst erst einmal nicht angetastet. So wie ja auch bei GPL- oder CC-lizensierten Werken das Copyright beim ursprünglichen Autor verbleibt. Dennoch soll es die Möglichkeit geben, durch ein eigenes Lizenzmodul den dauerhaften Verbleib der ehemaligen Ware in PPP zu sichern. In diesem Fall wird dann das Eigentum übertragen an eine Organisation, die die Garantie übernimmt, dass PPP gültig bleibt. Auch das gibt es im Fall der GPL: Viele GNU-Projekte verlangen ein Abtreten der Rechte an die FSF, um so unproblematisch zukünftige Lizenzänderungen vornehmen zu können.

Die Nutzung eines PPP-Gutes wird möglich, wenn man die Lizenz anerkennt. Das Eigentum bleibt also privat, der Besitz wird aber gesellschaftlich. Dabei formuliert PPP den kleinsten gemeinsamen Nenner von "zur Verfügung stellen": Zeigen, dass es da ist. Zusätzlich angegebene PPP-Module ermöglichen mehr Freiheit.

Das Experiment soll dezentral ohne die Notwendigkeit, erst eine Community aufbauen zu müssen, und ohne aufwendige Software-Programmierung funkionieren. Eine Gemeinschaft bildet sich durch Nutzung und durch die Vermittlung des Internet. Von Anfang an soll aber (im Entwurf von Formaten und Protokollen) daran gedacht werden, dass man in einem nächsten Schritt dann durchaus Werkzeuge entwickelt, oder schon vorhandene nutzt, die den Umgang mit größeren Datenmengen dann überhaupt erst ermöglichen.

Unterstützer, die diese Lizenzen ausarbeiten, sowie Übersetzer (vorerst ins Englische) werden gesucht.

Donnerstag, 15. Februar 2007

via Keimform.de (benni):

Das (nicht mehr ganz so) neue online-Magazin superfluence.com könnte vielleicht für uns das eine oder andere Interessante beinhalten. Die erste Ausgabe geht um das Thema Multitude, die Lizenz ist creative commons, wobei das nicht genauer spezifiziert wird (oder ich habs blos nicht gefunden). Die Ausgabe enthält sowohl deutsch- als auch englischsprachige Artikel.

Vielleicht hier mal das Inhaltsverzeichnis:

Olivio Sarikas:

  • DAS SUPERFLUENCE.COM PROJEKT

  • ZUM POTENZIAL DER VIRTUELLEN MULTITUDE

  • DIE KÖRPER DER MULTITUDE

Philipp Levar:
  • DIE CLANS DER MULTITUDE: ARCHAISCHE STRUKTUREN IN DER POSTMODERNE ODER DIE RÜCKKEHR IN DIE IMMANENZ

Christopher Alten:
  • ZUR ANALYSE ZEITGENÖSSISCHER LEBENSFORMEN - PAOLO VIRNO UND JOHAN HUIZINGA - EIN SYNOPTISCHER VERSUCH

Mark Federman:
  • THE CULTURAL PARADOX OF THE GLOBAL VILLAGE

Matteo Pasquinelli:
  • RADICAL MACHINES AGAINST THE TECHNO-EMPIRE. FROM UTOPIA TO NETWORK

Samstag, 9. Dezember 2006

Das BOOTSTRAP MAGAZIN ist ein Ende 2006 initiertes Projekt, ein Online-Magazin in der derzeitigen Form eines Blog.

Es ist noch im Werden, aber so ähnlich wie www.keimform.de hat es seinen Ausgangspunkt bei der Diversifizierung der Oekonux-Community gewonnen.

Dienstag, 26. Juni 2001

Liste von Zeitschriften, die mit den Thema von CoForum mehr oder weniger in Zusammenhang stehen. Sie ist wie vieles auf der Welt: unvollständig - kann aber jederzeit ergänzt oder korrigiert werden.

Donnerstag, 11. Januar 2001

Gründer und Betreiber des CoForum