Verzeichnis der AlternativMedien 2006/2007

Version 6, 88.72.241.161 am 8.2.2007 17:15
Daten
web: http://www.leibi.de/alternativmedien/

Buch und Website über Alternative Printmedien.

Selbstbeschreibung

aus dem Vorwort

Alternative Printmedien, insbesondere Zeitungen und Zeitschriften, spielen weniger für die Information der breiten Öffentlichkeit eine Rolle, ihre Bedeutung liegt mehr in der internen programmatischen Debatte.

Nach 15 Jahren liegt mit diesem Buch wieder ein öffentlich zugängliches und gedrucktes Verzeichnis der alternativen Printmedien vor. Die Idee zu diesem Verzeichnis entstand Anfang 2005 im Anschluss an die Veröffentlichung Archive von unten (Neu-Ulm 2003).

Die Einwerbung von Beiträgen zum redaktionellen Teil erfolgte halböffentlich, über Mailinglisten und auf anderen Wegen. Die Resonanz war ernüchternd. So sehr die Beiträge zu begrüßen sind, kann doch als Ergebnis festgehalten werden, dass es derzeit keine weitergehende Beschäftigung mit alternativen Printmedien gibt – weder in der Wissenschaft, noch in den alternativen Printmedien selbst. Akademische Forschung und andere Auseinandersetzungen widmen sich eher den emanzipatorischen Möglichkeiten des Internet und anderer elektronischer Kommunikationsmittel. Was überhaupt heute alternative Printmedien sind, welche Bedeutung sie für Selbstverständigungsprozesse der (neuen) sozialen Bewegungen und das Erreichen einer größeren Öffentlichkeit spielen, scheint nirgendwo weitergehend reflektiert zu werden.

Für den vorliegenden Band konnten neun Beiträge eingeworben werden, davon befasst sich keiner mit der Zukunft alternativer Medien. Die Mehrheit thematisiert die Geschichte bestimmter Bewegungen bzw. die einzelner relevanter Medien.

Ob die veröffentlichten Adressen ein realistisches Abbild der real existierenden Landschaft der alternativen Printmedien darstellen, muss zwangsläufig offen bleiben, da niemand über ein vollständiges, geschweige objektives Bild verfügt, dies geht auch gar nicht. Mit dem Verzeichnis liegt aber auf jeden Fall eine aktuelle Annäherung vor. Zur Definition "Was ist überhaupt heute ein alternatives Printmedium?" und zur Debatte um gedruckte und neue Formen alternativer Kommunikation wie etwa Internetportale und Weblogs finden sich in der Einleitung zum Adressteil nähere Informationen und Thesen. Nicht zuletzt vermag niemand zu sagen, wie groß die Dunkelziffer existierender, aber hier nicht erfasster Medien ist. Die weite Szene der Musik-, Kultur- und anderen Fanzines ist vermutlich ebenso wenig in ihrer ganzen Breite erfasst wie die der selbstorganisierten studentischen Hochschulmedien oder die der linken Betriebszeitungen. Ob Knastzeitungen oder die allerorts erscheinenden Straßen- und Obdachlosenzeitungen überhaupt alternative Medien in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes sind, muss dahingestellt bleiben.

Danksagung

Ich danke zuerst allen Zeitschriftenprojekten, die sich an der Umfrage beteiligt haben. Die umfangreiche und aufwendige Arbeit an diesem Buch wurde teilweise von der Rosa Luxemburg Stiftung im Rahmen ihrer Projektförderung finanziert. Es hat schon eine gewisse Ironie, wenn heute die der aus den Runinen des Staatssozialismus entstandenen Partei nahestehende Stiftung ein solches Verzeichnis fördert. Der Rest der Arbeit erfolgte unbezahlt.

Dieses Verzeichnis der Alternativmedien gäbe es nicht ohne die Unterstützung sehr vieler Mitwirkender. Zuerst ist der Verein Contraste e.V. und die gleichnamige, schon seit über 20 Jahren erscheinende Monatszeitschrift zu nennen. An zweiter Stelle die Rosa Luxemburg Stiftung, die das Vorhaben im Jahr 2006 in ihre Projektförderung aufnahm. Hier möchte ich Florian Weis und Lutz Kirschner danken.

Großer Dank gebürt selbstverständlich allen AutorInnen der Aufsätze und den Verlagen und Projekten, die die Zustimmung zum Nachdruck von Beiträgen gegeben haben.

Dann geht ein dickes "Danke" an alle, die Adressen aus ihrer Region oder ihrem Fachgebiet beigetragen oder korrigiert haben, ich möchte nur einige nennen: Notstand Archiv Bochum, Archiv im Bunten Haus Celle, Archiv der sozialen Bewegungen in Baden (Freiburg), Infoladen Leipzig, Antifaschistisches Presse-Archiv Berlin, Prof. Dr. Johannes Feest vom Strafvollzugsarchiv an der Universität Bremen, AKTION 3.WELT SAAR Losheim und die GenossInnen aus Chemnitz. Norbert Schepers ließ sich von technischen Problemen aus der Rubrik "Ist diese Zelle hier jetzt als "Zahl als Text" oder als "Text als Zahl` formatiert?" nicht aus der Ruhe bringen und stand als Diskussionspartner zur Verfügung. Nicht zuletzt danke ich Gottfried Oy. Er hat nicht nur Adressen zum Rhein-Main-Gebiet bearbeitet, sondern auch dieses Vorhaben kollegial und kompetent von Anfang an inhaltlich begleitet. Ich hoffe, dass es auch in Zukunft Gelegenheiten gibt, diese schöne Erfahrung zu wiederholen.

Bernd Hüttner, Bremen, Oktober 2006