Karl-Heinz Thier

Version 2, 88.72.236.52 am 17.2.2007 11:23
Daten
kontakt: Umsonstladen Hamburg
web: http://www.kthier.de

Wenn die Menschen nicht mehr für das kapitalistische System kostenlos arbeiteten, würde es zusammenbrechen. Warum arbeiten wir statt dessen in der Regel nicht für uns kostenlos? Unsere freie Energie nicht für uns, nicht die erzwungene Energie?

Der Markt ruft unsere kreativen und initiativen Fähigkeiten nicht ab, weil wir unsere Haut aus Existenzangst zu Markte tragen; Kreativität und Initiativen entstehen nicht aus Existenzangst. Schaffen wir Entspannung, schaffen wir einen Freiraum, in dem wir unsere Fähigkeiten gerne anderen zuteil werden lassen!

Wie machen wir das? Indem wir uns mit Menschen unseres Vertrauens zusammentun, die vor Ort vorhandenen Fähigkeiten bestimmen und gemeinsam nutzen. Die einen schaffen es nur, sich das Erwerbsleben durch Entnahme von Dingen aus einem Umsonstladen zu erleichtern. Die anderen haben noch einen Fahrradmechaniker oder Elektriker unter sich, der sich nützlich machen will. Wieder andere können mit ihren Fähigkeiten einen ganzen Bauernhof betreiben. Andere machen ein selbstverwaltetes Wohnprojekt.

Es macht einfach mehr Spaß, mich meinen Mitmenschen nützlich zu erweisen, ohne dass dies gleich in Geld oder anderen Maßeinheiten gemessen wird. Wir sind dann außerdem gewappnet, wenn in naher Zukunft das internationale Finanzsystem zusammenbrechen wird. Wir sind geschützt vor dem Teufelskreis, nach dem Tauschverhältnisse immer wieder in Kapitalismus und Faschismus münden.

Solidarische Ökonomie ist eine Ökonomie ohne Tauschverhältnisse, wie sie in Familie, manchem Bekanntenkreis, manchem Dorf noch übriggeblieben ist. Sie gilt es zu betonen und auszuweiten. Eine Welt ohne Tauschverhältnisse ist möglich und nötig: www.kthier.de/ KT/id2.htm

Werner Ruloff hat recht: "Wir wissen alle noch nicht, in welche Richtung die Überwindung des Kapitalismus realitätstüchtig ist, sonst hätten wir mehr Erfolg." Aber einzelne dürfen sich einbilden, das zu wissen. Auf dass sie in einen Wettbewerb der Argumente und des Lebens treten, so dass am Ende ein "Wir" herauskommt.