Musterwissenschaft

Version 14, 83.65.166.2 am 21.12.2007 11:33

Musterwissenschaft ist eine spekulativer neuer Begriff, analog zur Naturwissenschaft, der sich aus der Mustertheorie als naheliegend ergibt. Kernbegriff ist das "Muster", das als Problemlösung definiert ist, also einen teleologischen Blickwinkel vertritt - entsprechend der "causa finalis" (Zweckursache) des Aristoteles. Es geht im Gegensatz zur Naturwissenschaft, die sich mit der Erklärung des kausalen und notwendigen, der Prognose des Unausweichlichen beschäftigt, in der Mustertheorie um den Umgang mit dem lebdnig sich entfaltenden, nicht kontrollierbare oder vorhersehbaren, konkret beispielsweise den Gestaltungsoptionen und Handlungsmöglichkeiten der Menschen.

HelmutLeitner:

Eine zukünftige Musterwissenschaft wird auf die Prinzipien der Mustertheorie aufbauen. Man sollte das in einem kompetitiven Verhältnis zur Naturwissenschaft und einem geschwisterlichen Verhältnis zur Geisteswissenschaft sehen.

Bausteine der Musterwissenschaft ist die Problemlösung (siehe Muster) als ganzheitliche Zusammenfassung und Vermittlungsform des Wissens. Das Ziel ist nicht primär eine Objektivität, sondern die subjektive Wiederverwendbarkeit und Nützlichkeit des Wissens mit dem Ziel des Empowerment, also der Befähigung der Menschen zur eigenen Entfaltung und Gestaltung ihrer Lebensumgebung. Es geht um Handlungsfähikeit und die Schaffung von Handlungsalternativen als eine Vorbedingung von freien Entscheidungen.

Die Musterwissenschaft ist im Gegensatz zur Naturwissenschaft nicht wertfrei. Das Leben ist das zentrale Phänomen, die Lebendigkeit ist die angestrebte Qualität, der Organismus ist das Modell, die Entfaltung das Ziel. Der Prozess der Veränderung ist eine Praxis der Partization. Solidarität als Kümmern um die Schwächeren ist eine systemische Forderung ("Eine Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied") und kein moralischer Appell.

Die Musterwissenschaft ist im Gegensatz zur Geisteswissenschaft nicht Sprach- und Kultur-orientiert im Sinne einer Pflege historischer Text-Traditionen. Sie ist erfolgsorientiert im Sinne der Lösung von Problemen. Sie ist nicht neuigkeitenorientiert, wie der zeitgenössische Wissenschaftsbetrieb. Muster und Mustersprache sind weder innerlich noch äußerlich abgeschlossen, sie können jederzeit um Inhaltliches erweitert oder durch Alternativen ergänzt werden. Nicht nur der Prozess der Entfaltung, sondern auch die Musterwissenschaft ist offen für die Beteiligung durch die Betroffenen.

Thomas:

Helmut, das ganze ist noch nicht Konsens ;-). Ich habe deshalb obiges als Deine Aussage markiert.

Hoffe Gelegenheit zu finden zu kommentieren.

Helmut:

Ja, das ist ok für mich. Es interessiert mich sehr, wie du das siehst.

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Samstag, 9. April 2005

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