Freie Kooperation

Version 14, 91.6.37.22 am 28.12.2009 22:15
Daten
web: http://freiekooperation.org

Freie Kooperation ist ein bereits seit langem in vielen Facetten praktizierter Ansatz, den vermeintlichen Gegensatz zwischen Kooperation und Freiheit dadurch aufzulösen, dass echte Kooperation - im Gegensatz sowohl zur zwanghaften, künstlich homogenisierten "Gemeinschaftlichkeit" aller staatszentristischen Gemeinschaftsökonomien als auch zum bloßen Tausch fertiger Waren und zur bloßen Veräußerung der eigenen (Arbeits-)Kräfte (zum Zweck von deren nicht mehr selbstgesteuerter "Verwertung") - die beteiligten Individuen überhaupt erst in die Lage versetzt, in jedem Moment des Prozesses - von der freien Entscheidung des Ein-/Austritts in/aus selbstgewählte/n Kooperation(szell)en über die Gestaltung des kooperativen Prozesses bis ... - frei über sich selbst und die eigene Beteiligung an Kooperation und "Gesellschaft" zu bestimmen. Erst viel später ist dieser Begriff in der Wahrnehmung eines kleinen Teils der Medienöffentlichkeit durch Christoph Spehr's Arbeiten geprägt worden (siehe Freie Kooperation (Spehr) und die Abgrenzung unten dazu). Auf dieser Seite geht es jedoch um die praktizierte, wirklich freie, nicht auf Warentausch und Arbeitskraft"verwertung" beschränkte, (tendenziell) alle Bereiche (nach freier Wahl jedes einzelnen, der in jeder Phase gleichzeitig Produzent und "Konsument" bleibt) umfassende Kooperation und leben(dig)e Beispiele derselben.

Beispiele:

Abgrenzung von Spehrschen Begriff

Jörg:

Spehr beschreibt nur die Entstehung der Marktwirtschaft neu, ohne es zu merken - er meint, allein dadurch, dass jeder alles neu verhandeln kann und Ausstieg aus Verträgen "nicht überteuert" sei (er glaubt also an "gerechte" oder "angemessene" Preise, wobei er wohl meint, das wäre was anderes als die bestehenden Marktpreise, obwohl er für deren Aushandlung auch nur wieder Markt vorschlägt), ginge es "gerechter" zu - seine "Kooperation" ist also nur stinknormale Marktwirtschaft, in der jeder ein kleiner Unternehmer ist (ohne dass er merkt, dass wir das prinzipiell seit 150 Jahren haben). Wir meinen mit Kooperation gemeinsam=kooperativ geplante Produktion (Kooperation nicht als bloßen Tausch nach der Produktion_oder als Arbeitskraftverhökerung_sondern schon im Prozeß der Produktion(splanung)), wobei "Produktion" bitte sehr weit zu verstehen ist, und das "freie" daran ist einerseits die Möglichkeit (wie bei PPP), den eigenen Rhythmus des sich da Hineinbegebens zu bestimmen (und auch des - z.B. partiellen - Wiederausstiegs), und andererseits eine Abgrenzung zur Planung "von oben", also eine Beschreibung der Freiheit aller Beteiligten im Prozess der konsensdemokratischen Praxis solcher Kooperation.

... und "frei" beinhaltet natürlich auch, dass es nicht "die eine" (quasi staatliche) Kooperation sondern deren viele gibt, wobei jeder sich jederzeit seine Kooperationszellen (die wieder - frei - mit anderen kooperieren) suchen kann.

benni:

Du liest Spehr IMHO falsch. Seine Aushandlung ist insbesondere explizit nicht_marktförmig, sondern ein persönlicher Prozess. Mir ist ehrlich gesagt schleierhaft wie Du darauf kommst. Auch alle anderen Punkte, die Du nennst werden von ihm explizit genauso behandelt. Naja, aber wir müssen nicht drum streiten, wer recht hat, Hauptsache man macht trotzdem was zusammen (was ja auch die eigentliche Intention von Spehrs Freier Kooperation ist).

Jörg:

Bei Spehr dreht sich letztlich alles um "vergleichbare und vertretbare Preise" und das "freie" Aushandeln derselben durch jeden einzelnen als Marktteilnehmer, auch wenn er die Beteiligten nicht so nennt. Ihm ist das nicht bewusst. Das trifft aber auf alle Sozialismus- oder Freiwirtschaftserfinder zu, die meinen, endlich den Schlüssel für eine "gerechte" Version (speziell mit "gerechten", "angemessenen", "demokratischen" oder sonstwie besseren Preisen) gefunden zu haben, und dabei nur als neu ausgeben, was in Wahrheit gewöhnliches marktwirtschaftliches "Handeln" (oder "Funktionieren") ist. Ich hab das keineswegs falsch gelesen, ich hab nur Spehrs innere Widersprüche benannt, mit denen er aber, wie gesagt, keineswegs allein ist. Aber eigentlich gehört das alles auf die Spehr-Seite. ...

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