BriefWahl

Version 3, 149.225.52.115 am 6.9.2009 12:35

Briefwahl

Wer wählen soll, hat schon verloren.
Das ist mir klar. Es heißt auch nicht umsonst "die Stimme abgeben", selbstverständlich für lau. Yo, und solche lustigen Aktionen, daß beispielsweise Milliarden und Aberbillionen von Wählern witzige ungültige Stimmen produzieren, daß es letztlich keine Party über die 5%-Hürde schafft und der Reichstagshausmeister Heiz- und v.a. Lüftungskosten spart, wird man in anderweitig gleichgeschalteten Systemen nicht hinkriegen.
"Geh doch nach Pjöngjang!" dieser Ratschlag im Befehlston war nicht so mein Ding - es geht auf den Winter zu - und ich drehte die Wahlbenachrichtigung in meinen Händen, was mache ich diesmal... Dabei kam immer wieder das Wort "Briefwahl" auf der Rückseite in meinen Gedankenorbit, und da hielt ich still und füllte das Ding aus. Briefwahlunterlagen an Karl-Ulrich Müller, Laufásvegur 31 in 101 Reykjavik, Island, schicken, Bevollmächtigung unterschreiben, daß dieser die auch empfangen darf, einen Umschlag frankieren und ab die Post die Karte zurück an mein Amt, daß die eine Brieffreundschaft mit Herrn Müller aufbauen können.
Warum ich gerade den deutschen Botschafter wählte, war eher Zufall und in Pjöngjang gibt es keine Botschaft. Ja, es hätte auch Phnom Penh, Rangun oder Kabul sein können. Man kann sicher auch irgendwelche Leuts in N'Djamena, Khartun oder Ouagadougou anschreiben lassen. (Und beglücken, denn eine deutsche Briefmarke mit vielen schrägen Stempeln bringt auf dem Markt dort sicher genug Geld um dutzende Wahlperioden lang amerikanischen Weizen kaufen zu können, und selbst die Rückseite der Briefmarke schmeißt noch genug Vitamin ABC ab, um ganze Kompanien von Kindern vor Skorbut zu bewahren.)
Also Adressen findet man im genug im Internet, Brieffreundschaften stählen den Weltfrieden und die Wahlämter bekommen in Sachen Porto eine Weiterbildung verpaßt. The game is running.
Natürlich empfehle ich das ausdrücklich nicht zur Nachahmung. Herr Müller darf nur 4 solcher Unterlagen ausgehändigt bekommen. Immer was Recht ist.

Roland, ZarNekla