GestaltTherapie

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begr. von Fritz Perls, Lore Perls, Paul Goodman

weiterentwickelt aus der PsychoAnalyse, war sie in den 50er und 60er Jahren in den USA ein wichtiger Hintergrund für die Beat-Generation und die Hippies: Die scharfe Kulturkritik von Paul Goodman und die Gruppen-Encounter beeinflussten viele politisch Aktive genau so wie die Einzel-Theapie bei Laura Perls , die mit "Leben an der Grenze" ihre eigenen Arbeiten zusammenfasste.

Wichtiges Zwischenglied von Sigmund Freud her war Wilhelm Reich, der in den dreissiger Jahren mit Fritz und Lore Perls in Berlin in der Marxistischen Arbeiterschule regelmäßig Vorträge zu Themen der politischen Seite der PsychoTherapie hielt und eine Organisation für die sexuelle Aufklärung aufbaute: SexPol. Ernest Bornemann beschreibt in seiner "Ur-Szene", einer Selbstananalyse, wie der dort als 16-jähriger lernte, andere gleichaltrige Jugendlich zu beraten: "An zwei Nachmittagen, ich glaube es war Dienstag und Donnerstag, pilgerte ich zu der Klinik und empfing, nachdem Reich und seine Assistenten mir das erklärt hatten, Patienten meines eigenen Alters, die Sexualprobleme hatten. Das waren fast ausnahmslos die folgenden vier: Empfängnisverhütung, Masturbation, Geschlechtskrankheit oder Abtreibung" (ausführlicher in http://fritz-letsch.wikispaces.com/Sexpol)

Die Psychoanalytische Vereinigung wurde bald "judenfrei", um den Ausbau der Psychoanalyse in der deutschen Ärzteschaft nicht zu gefährden, die zahlreichen jüdischen Mitglieder einschließlich Freuds setzten sich 1933 ins Ausland ab. Die beiden Perls gingen nach Südafrika, Ende der 50er Jahre in die USA, wo sie zusammen mit Paul Goodman und Hefferline die Gestalttherapie als eigene Methode definierten: In direktem Kontakt mit den Personen, deutlich zugewandter als die Couch-Analyse, in Gruppen (vor allem Fritz Perls), und mit eigener Theorie, die auch die politische Lage und Seite der Klienten mit ins Auge nimmt und politische Stellung bezieht.


Buch: Gestalt begreifen

Dieses Buch will die Frage beantworten, wie gestalttherapeutische Praxis und gesellschaftskritische Theorie miteinander verzahnt sein müssen, damit aus Gestalttherapeut/innen nicht Anpassungstechniker/innen werden. Es ist die Quintessenz aus über 20 Jahren Studien zu Paul Goodman, dem Mitbegründer der Gestalttherapie, 15 Jahren Reflexion therapeutischer Theorie und 10 Jahren Erfahrung in der Ausbildung von Gestalttherapeut/innen.

Gestalt begreifen: Hrsg. Anke und Erhard Doubrawa, Edition Gestalt-Institut Köln / GIK Bildungswerkstatt im Peter Hammer Verlag, 3. Auflage, Wuppertal 2002


"Die Gestalttherapie grenzte sich von der traditionellen Psychoanalyse dadurch ab, dass sie zur nicht-verbalen Erfahrung vorstieß. Sie bestritt den Sonderstatus des Geistes und entwickelte eine Methode, die den Körper mit seinen Bewegungen und Gefühlen auf dieselbe Ebene mit dem Geist, seinen abstrakten Gedanken und verbalen Symbolen stellte. Wenn psychische und physische Aktivitäten einer Existenz gleicher Gattung sind, müssen auch beide als Manifestationen desselben menschlichen Wesens angesehen werden." Wolfgang Dietrich: Variationen über die vielen Frieden, http://www.springerlink.com/content/p51768/#section=883726&page=1


Aktuell

Gestalt-Gespräche in Vorbereitung

GestaltGespräche sind regelmässige Abendrunden, zu denen einerseits mit einem Thema eingeladen wird, aber andererseits die ganze Runde in das Gespräch kommen soll. In etwa 1 1/2 bis 2 Stunden sollten alle mit hren wichtigsten Gedanken zum Thema kurz zu Wort kommen, wenn es zu dicht und vielfältig wird, hilft auch eine kurze Schweigephase zur Konzentration. Mehr auf http://gestaltleben.blog.de

Hintergrund:

http://www.gestalt.de Zeitschrift und zahlreiche Hintergrundartikel Die Deutsche Vereinigung für Gestalttherapie e.V. (DVG) ist der Dachverband für Gestalttherapie in Deutschland. http://www.dvg-gestalt.de

Eine Handreichung für Beratungsstellen gibt eine einfache Einführung auf 5 Seiten, Literaturempfehlungen und Adressen von qualifizierten GestalttherapeutInnen http://www.gestalttherapie.de/handreichung.pdf

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