JuggerCamp

Version 6, 47.64.20.8 am 24.6.2014 14:30

2014 - Zwei! Drei! Eins! Jugger!

Am 7. September 2012 fuhr erstmals ein Team aus dem Ex-Landkreis Demmin zur deutschen Juggermeisterschaft, der 15. mittlerweile, nach Berlin. 5 Frauen und Mannen unter dem Namen "Bildungsurlaub Gatschow" machten sich mit ihren Pompfen auf, um bei dem Turnier mit 61 anderen Teams aus ganz Deutschreich, aus Irland, Spanien und Australien möglichst lange mitzumischen.
Und dabei fand das erste Spiel hier in der Gegend erst 2010 in Ückeritz statt... Aber immerhin festgehalten per Film:
http://youtube.com/watch?v=mTg21r5G9v8
und
http://youtube.com/watch?v=krvYTw1jDOQ

Da die Praxis Kriterium der Wahrheit ist, stellt sich die Frage: Was macht diesen Sport, dieses Spiel so hochgradig virulent?

Jugger kann alters- und geschlechtsgemischt gespielt werden. Denn es kommt nicht auf Kraft und Körpergröße an, eher auf Witz, Reaktionsvermögen, Flinkheit, Konzentration, Übersicht, Aufmerksamkeit, Zusammenspiel, Präsenz, Mut. Jugger hat eine wunderbare Dynamik, eine Mischung aus Bewegung, Kampf und Abkniepausen.
Für Jugger ist Platz in der kleinsten Hütte - gibt es irgendwo eine Wiese, in etwa 20 x 40 m groß, so kann gespielt werden.
Jugger kann von allen sozialen Gruppen gespielt werden, ein Satz guter Pompfen für 10 Leute kann man für etwa 250 € Materialkosten bauen. Der Selbstbau der Pompfen fördert handwerkliches Geschick und die Achtung vor materiellen Werten. Jugger ist schnell gelernt, darum eignet es sich wunderbar dazu, auch mit Aus- und Einwanderern zu spielen, es kann somit interkulturelle Kompetenz fördern.
Jugger fördert Fairneß, Selbstbeherrschung, Vertrauen, Einsicht in klare Werte und Regeln, Achtsamkeit ... (Siehe dazu auch das Buch "Juggern statt Prügeln" von Ruben Philipp Wickenhäuser). Spielende merken sehr bald, daß es dann, wenn kein Schiedsrichter mehr gebraucht wird, am meisten funzt.
Man kann dem Juggern auch eine theatralische Note geben, neue Ausdrucksformen probieren, sich stilecht verkleiden, schminken, Rollen spielen und unerhört laut sein.
Jugger bietet die Möglichkeit, mit gewalttätigen Impulsen, wer sie denn intus hat, umzugehen, ohne Schaden anzurichten. Das martialisch anmutende Spiel spricht somit Gewaltbereitschaft an, die gefahrlos integriert werden kann.
Und Juggern bringt mit seiner Ansteckungspotenz Menschen zusammen.

Ja aber, was ist das denn nun?

Jugger ist ein Mannschaftsspiel, 5 gegen 5 auf einer Fläche 20 x 40 Meter, in welchem versucht wird, den Jugg (ein Schaumstoffteil in der Größe eines Hundeschädels) ins gegnerische Mal zu stecken. Dafür bekommt man einen Punkt. Am Ende sollte man mehr Juggs erzielt haben als der Gegner, nicht wahr, dann ist das Spiel gewonnen. Das Punktemachen ist die Aufgabe der Läufer ("Quicks"), nur sie dürfen den Jugg in die Hand nehmen. Und miteinander um den Jugg ringen. Ihre 4 Teamkollegen – allesamt Träger verschiedener Pompfen (das sind schaumstoffgepolsterte Schlaggeräte in freier Auswahl: Kurzpompfe und Schild, Langpompfe, Q-Tip, Stab und Kette) – versuchen, das Erzielen eines Juggs zu verhindern oder eben für ihren Läufer zu ermöglichen. In Zweikämpfen zielen sie darauf ab, ihre Gegner zu treffen. Trefferzone ist der ganze Körper – außer Kopf, Hals und Hände. Jeder Getroffene muß für kurze Zeit abknien (und zwar 5 "Steine" lang, das sind Zeittakte von etwa 1,5 Sekunden, die von außen mittels Trommel gegeben werden) und ist so lange aus dem Spiel. Das Verlassen des Spielfelds wird ebenso geahndet. Ein Spiel dauert 2 x 100 Steine, also etwa eine halbe Stunde.

"Bildungsurlaub Gatschow" verlor 2012 in Berlin alle 7 Spiele, wurde jedoch als bestgekleidetes Team nicht nur von ihren 3 mitgereisten Fans geehrt. Wir kommen wieder!
Zur Meisterschaft 2013 reiste die "GSG NeuN Demmin" (Gemeinschaft sinniger Grünanlagen NeuNutzung) nach Berlin. Gewann sogar ein Spiel und wurde beinahe nach Autogrammen gefragt.
Ja, Jugger ist offizielle Sportart und es gibt eine Bundesliga mit etwa 80 Teams.


JuggerCamp in den Sommerferien 2014!

Der I.G.E.L. e.V. in ZarNekla wird vom 12. bis zum 20. Juli ein Camp für Kinder und Jugendliche ab 9 Jahre aufwärts ausrichten, auch Anfänger werden willkommen sein. Die Teilnahme ist auch tageweise möglich, und sei es nur ein Tag!
Wir werden gemeinsam Pompfen bauen, die Regeln lernen, Tricks trainieren und spielen, wann immer es geht.
Und vielleicht willst Du am Ende bei einem Team dabei sein – sogar in Loitz, Demmin aber auch in Greifswald wird regelmäßig gejuggert.
Natürlich sind im Camp auch Zeit und Raum für Lagerfeuer, Nachtwanderungen, Wald- und Wiesenaktionen, schöne Spiele drinnen, Musik machen, Vorlesen und Erzählen. Der Tagesablauf wird gemeinsam entschieden. Und es geht uns um einen achtsamen, freundlichen Umgang mit sich selbst und der Gruppe.

Wir starten das Camp mit Spielen auf Burg Klempenow zum dortigen Transit-Festival.
Und fordern dort alles, was auf zwei Beinen läuft und eine Pompfe halten kann.

Unterkunft und vegetarische Bio-Vollverpflegung vorort.
Anmeldungen und sozial gestaffelte Kostenübersicht (10 bis 60 Tacken/Tag): mailto:i.g.e.l.e.v@t-online.de

Das Malheur


Die deutsche Jugger-Seite

http://jugger.org

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Freitag, 22. Juli 2005

Selbstdarstellung und Aktivitäten des I.G.E.L. e.V. (Im Grünen einfach leben, In Gemeinschaft einsam leben - was auch immer!) bodenständig in ZarNekla