Demokratisches Feriencamp

Version 6, 47.64.72.29 am 5.6.2013 21:40

Demokratisches Sommerferiencamp 2013
"Freiheit und Verantwortung"


Beim I.G.E.L. e.V. in ZarNekla


Die Idee

Das Erleben von 'Demokratie zum Anfassen und Mitmachen' in den Ferien, verbunden mit dem Aufenthalt in weiter, schöner Natur und offenem Freiraum für Abenteuer, soziale Experimente und Gemeinschaft, kann einen Erfahrungsschatz schaffen, der weiterträgt und nicht ohne nachhaltige Wirkung bleibt. Vielleicht ist dieses Camp der erste Schritt zu einer demokratischen Bildungslandschaft in der Region?

Warum?

Während Menschen bis zum Alter von 18 Jahren weitgehend ausgeschlossen von demokratischer Teilhabe sind, bleibt auch für die meisten älteren Menschen 'Demokratie' ein abstraktes Konzept. In ihrem konkreten Alltag erleben sich Menschen überwiegend fremdbestimmt und machtlos. Vor dem 18. Lebensjahr sind Menschen allgemeine Menschen- und Bürgerrechte weitgehend vorenthal-ten. Von ihnen wird erwartet, Anweisungen älterer Menschen Folge zu leisten. Ab 18 Jahre genießen Menschen (in Deutschland nur deutsche oder mit gleichwertigem Aufenthaltsstatus) nominell volle Rechte. In Anspruch genommen werden vorwiegend das Recht, eine Fahrerlaubnisprüfung zu machen, (Miet-, Arbeits-, Kredit-)Verträge abzuschließen, diverse legale Drogen zu konsumieren und bestimmte Orte aufzusuchen oder Filme anzuschauen. Das heißt, Erwachsene nehmen ein weitgehendes Selbstbestimmungsrecht wahr. Was ihr Mitbestimmungsrecht betrifft, das die demokratische Verfassung ihnen garantiert, umfaßt dieses in ihrer Lebenswirklichkeit in der Regel nicht mehr als das Recht, ihre Meinung und ihr Votum zu politischen Repräsentanten abgeben zu können. Welche jedoch nicht ihnen, sondern allein dem eigenen Gewissen verantwortlich sind.

Warum nicht?

Ohne die Erfahrung von Respekt, Gleichberechtigung und demokratischer Teilhabe, am Ende ohne konkrete Aneignung ihrer Lebenswirklichkeit, wächst eine weitere Generation junger Menschen heran, die Demokratie verachtet. Sie wird – wie Generationen vor ihnen – gelernt haben, dass Demokratie Korruption, Kapitalismus und Konsum bedeutet. Einer Abschaffung der demokratischen Verfassung wird sie nur wenig Substanzielles zu entgegnen haben. Oder sie gar unterstützen.


Konzeption

Was geht wie?

Versammlung

Der Grundgedanke des Camps ist die – nur durch die Freiheit der anderen Teilnehmer eingeschränkte – Selbstbestimmung jedes Einzelnen egal welchen Alters, welcher Hautfarbe, welchen Geschlechts, welchen Bildungsstandes... Die Möglichkeit einer Teilnahme an der Versammlung ergibt die notwendige Balance einzelner Interessen durch die Übernahme von Verantwortung.

"Für die meisten Leute ist es einfach, die Freiheit zu übernehmen. Aber die Verantwortung? Nun, das kostet viel Kraft, und hier findet am meisten persönliche Entwicklung statt." "Es hat sich herausgestellt, daß die Zeit, die Kinder mit Phantasie-Spielen verbracht haben, ihnen dabei geholfen hat, kognitive Fähigkeiten zu entwickeln, die als exekutive Funktionen bezeichnet werden. Exekutive Funktionen bestehen aus einer Vielzahl verschiedener Elemente, ein ganz zentrales ist jedoch die Fähigkeit der Selbstregulation. Kinder mit ausgeprägter Selbstregulation sind in der Lage ihre Emotionen und ihr Verhalten zu kontrollieren, Impulsen zu widerstehen und Selbstkontrolle und Disziplin auszuüben.”

(Mark MacCaig "Zu wem werde ich heute? Rollenspiele als eine Möglichkeit, die Fairhaven School zu verstehen." auf dem 7. Berliner Maitreffen für Demokratische Bildung am 12. Mai 2012.)

Auch für uns als Gastgeber wird es ein spannendes Experiment. Einige Erfahrungen sammeln wir seit dem September letzten Jahres: wir riefen eine Gruppe von Kindern, Jugendlichen und einigen Erwachse-nen ins Leben, die sich regelmäßig zum Juggerspielen trifft. Die ganze Organisation, die Klärung von Fragen, Abstimmungen usw. erfolgen strikt demokratisch. Gerade für Kinder ist es völlig ungewohnt, daß sie gefragt sind und tatsächlich mitbestimmen können. Aber auch Erwachsene verlassen nur ungern ihre Konditionierungen als "Bestimmer". Viele Grundlagen unserer Ideen stammen aus den Erfahrungen der "Demokratischen Schulen". Wir unterstützen mittlerweile eine Initiative, welche die Gründung einer solchen Schule im Raum Greifswald betreibt. Siehe auch lebenistlernen.


Die Zielgruppe

Insgesamt 14 (bis max. 16) Teilnehmer, bevorzugt Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 26 Jahren.

Der Termin

Während der Sommerferien in Mecklenburg-Vorpommern: 1. bis 13. Juli 2013.

An- und Abreise

Wir erwarten die Teilnehmer am ersten Tag ab 10.00. Bis um 15.00 sollten alle hier sein. Abreise ist am letzten Tag zwischen 13.00 und 16.00 Uhr. Transfer Bahnhof Rakow ist möglich.

Gebühren

Ein kompletter Durchgang (13 Tage) kostet pro TN und Tag sozial gestaffelt 10... 60 €.

Angebote

Gefragt sind selbstverständlich zuvorderst eigene Ideen der Teilnehmer. Zu unseren Offerten gehören:

Die Unterkunft und die Verpflegung

Es gibt keinen Fernseher, das ganze Gelände ist Nichtraucherzone und drogenfrei, auch Alkohol ist bei uns nicht erlaubt! Ebenso ist unser Land hundefrei.

Die Mitbringsel

Am Besten zu Hause lassen

Der Ort

ZarNekla ist ein kleines Dorf im äußersten Südwesten des Kreises Vorpommern-Greifswald mit 68 Einwohnern, kürzlich von der Statt Loitz eingesackt. Das Gelände des I.G.E.L. e.V. befindet sich am westlichen Ende des langgestreckten Dorfes am Waldrand – sehr abgelegen und naturnah. Dem Verein gehört ebenfalls der Park im Nachbardorf Drosedow.


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mailto: i.g.e.l.e.v@t-online.de

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