Materielle Produktion

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Das Problem der materiellen Produktion im Zusammenhang mit Oekonux bedeutet, dass es zumindestens alles andere als einleuchtend erscheint, wie denn mit den Prinzipien Freier Software auch das Problem der ja auf jeden Fall nötigen materiellen Produktion zu lösen ist. Das Problem taucht auf, weil für materielle Produkte nach derzeitigem Stand der Technik keine Digitale Kopie zur Verfügung steht. Oder auch kurz: DieBrötchenfrage

Folgende Argumente sind in diesem Zusammenhang schon auf der OekonuxMailingliste genannt worden:

Eine allgemeinere Formulierung des Themas bezieht sich auf Notwendige Arbeiten, und darauf ob diese nur durch die Dynamik der Selbstentfaltung gelöst werden können oder nicht.

Ein paar Anregungen gibt es auch in einer netten kleinen Kurzgeschichte von Annette Schlemm: Das Utopische Klo

Es gibt schon jetzt ein paar Projekte, die sich scheinbar mit materieller Produktion beschäftigen, so z.B. Freie Hardware, OsCar, etc... alle diese Projekte produzieren aber nur Baupläne für materielle Produkte, die selber wieder immateriell sind.

(Wobei das ja zu den oben genannten Argumenten passt: Wenn die materielle Produktion zum Anhängsel der immateriellen Produktion wird, dann sind die Baupläne zur Hauptarbeit. Unter dem Blickwinkel ist es ja vielleicht gar nicht mal schlecht, wenn Freie Projekte das machen, was sie heute schon machen können-- Baupläne-- und wenn Firmen das dann kommerziell materialisieren. Daraus könnte sich eine Kultur Freier Baupläne entwickeln, und wenn die materielle Produktion irgendwann mal tatsächlich nur noch Anhängsel der immateriellen genannt werden kann, ist die immaterielle Produktion bereits Frei. --Benja)

Kleine Erinnerung:
"In dem Maße aber, wie die große Industrie sich entwickelt, wird die Schöpfung des wirklichen Reichtums abhängig weniger von der Arbeitszeit und dem Quantum angewandter Arbeit als von der Macht der Agentien, die während der Arbeitszeit in Bewegung gesetzt werden und die selbst wieder - deren powerful effectiveness – selbst wieder in keinem Verhältnis steht zur unmittelba-ren Arbeitszeit, die ihre Produktion kostet, sondern vielmehr abhängt vom allgemeinen Stand der Wissenschaft und dem Fortschritt der Technologie, oder der Anwendung dieser Wissenschaft auf die Produktion." (Marx MEW 42: 600)
"Die allgemeinen gesellschaftlichen Voraussetzungen und Verhältnisse für die Produktivkraft der Arbeit sind so bedeutend, dass die tatsächlich benötigte Arbeitszeit dagegen unwesentlich wird." (Reitter 2006: 25).

Marx, Karl (MEW 42): Grundrisse der Kritik der Politischen Ökonomie. In Marx, Engels: Werke. Band 42. Berlin: Dietz 1983.
Reitter, Karl (2006): Das Kapital wieder lesen. Eine Alternative zur wertkritischen Interpretation. grundrisse 17/2006, S. 13-27.

Neue Seiten im Kontext

Freitag, 9. November 2001

Hier sollen einige Gegenargumente gegen die Keimformthese aufgelistet werden. Die Gegen-Gegenargumente kann man ja dann einfach jeweils dahinter schreiben.

Dienstag, 16. Oktober 2001

Die Brötchenfrage taucht immer wieder auf, sobald man jemandem von den Oekonux-Ideen erzählt. "Ja, aber wie verdienen die denn ihre Brötchen (--die Programmierer Freier Software)?!" oder auch "Ja, aber wo kriegen wir denn dann unsere Brötchen her?" schallt es den Oekonuxies aus 1000 Kehlen entgegen.