Bildet weitere Umsonstläden

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Dieser Text umreißt das Selbstverständnis des Umsonstladens des Arbeitskreis Lokale Ökonomie in Hamburg.

Praktische Wertkritik

Bildet weitere Umsonstläden ! Feiert Umsonstfeste !

Seit über 11 Jahren betreiben wir, der Arbeitskreis Lokale Ökonomie, in Hamburg den ersten Umsonstladen. Die Idee ist scheinbar einfach: Wer in Hamburg funktionsfähige Dinge über hat, kann sie bei uns vorbeibringen, statt sie weiter nutzlos bei sich zu lagern oder sie wegzuwerfen. Wer etwas benötigt, kann diese Dinge bei uns umsonst abholen.

Jede(r) kann pro Besuch bis zu drei Teile mitnehmen und gerne wiederkommen. Geben und Nehmen sind nicht mechanisch aneinander gekoppelt. Wer braucht, nimmt und wer hat, gibt. Doch wer ein halbes Jahr nur nimmt, kann schon mal gefragt werden, ob er oder sie nicht auch in irgendeiner Form etwas beitragen möchte. Wir bitten die BesucherInnen um eine freiwillige Spende fuer unsere Raummiete, die wir von Anfang an aus eigener Kraft aufbringen.

Große Gegenstände koennen wir bei uns nicht lagern. Deshalb schreiben wir sie auf Karteikarten, die im Stadtteilladen ausgehaengt werden. So koennen VorbesitzerIn und Interessenten sich in Verbindung setzen. Bisher haben tausende Leute dieses konsum- und warenkritische Selbsthilfeprojekt für sich nutzen koennen. Kleinere Möbel nehmen wir auch gerne in unserem Teilprojekt Kleinmöbelager an !

Das Stichwort "Zu schade zum Wegwerfen" verstehen die meisten Menschen und freuen sich, dass sie ihre nicht mehr benoetigten nuetzlichen Dinge anderen schenken koennen.

Uns ist bei unserer praktischen Umverteilungsaktion wichtig, dass Leute aus allen sozialen Schichten zu uns kommen, auch etliche "normale" Berufstätige, die nicht nur Dinge bringen, sondern auch holen, weil sie nicht mehr einsehen, alles neu zu kaufen. Staendiger Neukauf erhöht die Erwerbszwaenge. Niemand wird bei uns gefragt, ob sie oder er "bedürftig" ist. Wir haben damals das Projekt Umsonstladen mit vier Leuten in einem 50 qm-Stadtteilladen gestartet. Jetzt arbeiten ca. zwanzig Leute regelmaessig mit und eine Reihe weiterer Menschen hilft ab und zu. Die meisten davon sind als NutzerInnen auf uns gestossen. Im Mai 2002 sind wir in etwas größere Räume in der Stresemannstarße 150 (am S-Bahnhof Holstenstraße!) umgezogen.

Inzwischen hat sich als Teil unserer Projektgemeinschaft gegenseitiger Hilfe noch das Kleinmöbellager, die Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt, Die Stadtteil - Repararatur - Werkstatt und die Textilwerkstatt entwickelt. Seit gut 3 Jahren gibt es die Freie Uni Hamburg, ein selbstorganisiertes Lernprojekt - ohne Waren und Geld - mit zur Zeit 12 Lerngruppen.

Das nächste Umsonstfest "Fiesta Umsonst - Rock die Ware" findet Sonnabend, den 25. Juni 2011 ab 14 Uhr beim und im Bürgertreff Altona Nord statt.

Inzwischen wächst die Zahl der Umsonstläden allmählich weiter. (siehe auch die Adressenliste hier im coforum!) Wir erachten allerdings nur noch Umsonstläden sinnvoll, die sich als Teil einer Bewegung praktischer Warenkritik begreifen. Die meisten Umsonstläden sind inzwischen einfach "soziale" Dinge-Verteilstationen und nicht mehr bereit, miteinander im Kontakt zu bleiben...

Wir empfangen in Hamburg weiterhin gern Gaeste aus anderen Staedten, damit sie sich den Betrieb des Umsonstladens und der anderen Projekte ansehen, um anschliessend bei sich zu Hause ein eigenes, ähnliches Projekt zu entwickeln.

Also: herzlich willkommen ! (Tel.: 040 - 40 18 67 59)

Diskussion

Florian:

Ich möchte die EDV und das Internet nutzen, um Güter aller Art (jenseits des Geldsystems) effektiver zu verwalten dh. verteilen, verschenken, suchen, anbieten, aber auch den Bestand des eigenen Haushalts. Hierzu ist eine Art "WarenwirtschaftsSystem für den kleinen Mann" nötig, das einfach und intuitiv zu bedienen ist und auf eine allgemeine gemeinsame GüterOntologie aufbaut. Dies sollte es jedermann ermöglichen, einfach seine Angebote und Gesuche nach einem genormten Schema ins Netz zu stellen in einer für die anderen browse- und durchsuchbaren Klassifikationshierarchie a la http://ebay.de. - Habt ihr die Idee auch schon mal erwägt? Wie könnte man da beginnen? - Ich habe noch einige links und Texte dazu, aber bevor ich auf dieser Seite mich breit mache, ist es vielleicht besser eine neue Seite zu starten. Wie könnte die heißen? GeldFreiesGüterManagementDurchEDV, InternetUmsonstLaden, FreiesInternetGüterManagement, FreiesGüterManagementImInternet, FreieGüterOntologie, FreiesInternetWarenWirtschaftsSystemFürAlle ??? --FlorianKonnertz,1026

ToKa:

InternetUmsonstLaden fände ich gut. Von da aus bei Bedarf weiter. Ontologie ist wichtig. Vielleicht sollten wir aber auch unter OpenObjects diskutieren ? Da ist so etwas bereits angedacht worden, aber bisher nichts los.

Florian:

Hi Thomas, hallo an alle. - Ich hab mal die Seite InternetUmsonstLaden gestartet. Weiteres dort. - Auf OpenObjects hab ich mich umgesehen, bin aber nicht so recht schlau geworden. Soll es dort nicht eher um freien Zugang zu Wissen und Info gehen (OpenContent etc.)? - Also dazu würde ich auch beitragen, hab ja auch nun ein Jahr lang mich mit WissensManagement beschäftigt (zB für meine Diplomarbeit). Aber nun erstmal zum materiellen... !

GvN:

Die Umsonst Laden Initiativen, ob real oder online, finde ich sehr gut. Diese Art von Engagement hat zum Beispiel eine lange Tradition in England. Hier findet man auf so mancher Hauptstr. zwei, drei "Charity Shops" die aber zu geringsten Preisen Gebrauchsgegenstände, die zuvor gespendet wurden, anbieten. Auch in der BRD haben sich z.B. Oxfam http://www.oxfam.de/inde_shops.asp Shops erfolgreich etabliert.