Moshe Feldenkrais

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Daten
web: http://www.feldenkrais.de

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(4.5.1904 - 1.7.1984)

ein Lehrer für das Lernen.

Die Feldenkrais-Methode ist eine Möglichkeit sanft und bewußt mit seinem Körper incl. Rücken, Kopf und allen anderen Teilen umzugehen.

Biographische Daten zu Moshe Feldenkrais

Moshe Pinchas Feldenkrais (06.05.1904 - 01.07.1984) muss ein interessanter Mensch gewesen sein mit einem abenteuerlichen Lebenslauf. Leider gibt es noch keine seriöse Biographie, umso mehr wuchern Geschichten und Anekdoten aus seinem langen Leben. Unbestritten war er ein Mann mit großem Charisma, dem es gelang, Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen zu fesseln. Seine manchmal ruppige Art stieß auch viele ab. Wie viele Pioniere hatte er die Fähigkeit zu polarisieren und das Bedürfnis, sich von anderen abzugrenzen.

Er entstammte einer jüdischen (chassidischen) Familie in der Ukraine. Mit 14 oder 15 wanderte der junge Moshe ins damals britische Mandatsgebiet Palästina aus und engagierte sich für die Gründung eines unabhängigen Staates Israel. Er beschäftigte sich früh mit Selbstverteidigung, musste aber 1928 nach Paris emigrieren, wo er Ingenieurwissenschaften studierte. Nach seiner Promotion in Physik arbeitete er im Institut des später mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Ehepaars Joliot-Curie an Experimenten zur Kernspaltung. In Paris begegnete er dem Begründer des Judo Jigaro Kano. Diese Begegnung hatte Folgen: Mit 32 Jahren erwarb Feldenkrais als erster "Europäer" den schwarzen Gürtel. Er schrieb Lehrbücher für Judo und war Mitgründer des ersten französischen Judo-Klubs. 1940, nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich, gelang Feldenkrais die Flucht nach England. Es wird erzählt, dass es ihm mithilfe der Untergrundbewegung gelang, wertvolle Forschungsunterlagen aus dem Land zu schmuggeln. Mit anderen Wissenschaftlern in Schottland interniert, arbeitete er während des Krieges für die Alliierten. 1951 folgte Feldenkrais einer Berufung zum Leiter der Elektronikabteilung der israelischen Streitkräfte. Nach wenigen Jahren, nun schon über 50 Jahre alt, widmete er sich ausschließlich der Entwicklung seiner körperorientierten Lernmethode.

Feldenkrais war ein Begeisterter für Bewegung. Bewegung war für ihn Leben, und wer das Leben genauer kennen und intensiver leben wollte, der musste Bewegung genauer studieren. Hierzu kam ihm alles zupass: eine Knieverletzung, die ihn zwang, sich anders zu bewegen, sorgsam und bewusst; seine Ausbildung, also Kenntnisse in Physik und Mechanik; seine Sprachenkenntnisse, die es ihm ermöglichten in allen damals maßgeblichen Wissenschaftssprachen neue Erkenntnisse in Bewegungswissenschaft, Neurophysiologie, Medizin, Psychoanalyse, Neurologie aufzunehmen; und nicht zuletzt seine unkonventionelle Neugier und Offenheit für die Erfahrungen von Sportlern, Tänzern, Musikern, Schauspielern oder die Erkenntnisse ungewöhnlicher universitärer Forscher (z. B. Ludwig Wittgenstein, Heinz von Foerster) aber auch außeruniversitärer Persönlichkeiten wie Ida Rolf, F._M._Alexander und Gerda Alexander, Milton Erickson und vor allem Heinrich Jacoby und Elsa Gindler.

Hochbetagt, aber fast bis an sein Lebensende arbeitend, starb Feldenkrais 1984, kein Guru aber ein großer Anreger, ein scharfsinniger Kopf, Begründer einer ganz eigenen Art, Bewegung zu studieren und zu erleben. Sein Vermächtnis an alle, die in seinem Namen weiterarbeiten, mag in seiner Antwort auf die Frage liegen, was denn eine gute Feldenkrais-Stunde von einer schlechten unterscheide: nämlich Klarheit und freundliche Hände.

Zur Feldenkrais-Methode

Die Feldenkrais-Methode wird in zweierlei Formen praktiziert:

Die Feldenkrais-Methode unterstützt Menschen dabei, ihre Fähigkeiten zum Handeln in der Welt zu erweitern.

Handlung hat nach Moshe Feldenkrais vier zentralen Komponenten (die in einer einzelnen Handlung in unterschiedlichem Gewicht vorhanden sind, jedoch nur theoretisch voneinander getrennt werden können):

  1. Denken,

  2. Körperempfindung,

  3. Gefühl (Emotion),

  4. Bewegung.

Moshe Feldenkrais ging davon aus, daß sich nicht ein Teil dieser vier Bereich losgelöst von den anderen ändern kann und somit (wenn man grundlegende Veränderung/Lernen anstrebt) jede dieser vier Seiten Veränderungspotenzial bietet. Welcher dieser vier Aspekte scheint nun am aussichtsreichsten, um dort anzusetzen? Moshe Feldenkrais entschied sich für den Faktor Bewegung, weil dieser seiner Meinung nach den besten Zugang ermöglicht.

Zitate

"Das Leben ist ein Prozeß" Moshe Feldenkrais

"Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun, was du willst." Moshe Feldenkrais

"Mich interessieren nicht bewegliche Körper, sondern bewegliche Gehirne" Moshe Feldenkrais

Literatur

Links

http://www.feldenkraislearning.com/ ... moshe_and_milton.htm - cool. k. 1210-2005

Kommentare

Er hat eine Menge von Heinrich Jacoby gelernt. Es gab bei der JG-Stiftung einen Vortrag darüber. Diesen Vortrag gibt es als Publikation. Nähere Infos auf der Website der JG-Stiftung.

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