Heinz von Foerster

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(* 13.1.1911 + 02.10.2002)

Mit dem Stichwort der "Kybernethik" hat Foerster die Absicht seines Lebenswerkes auf den Punkt gebracht. Damit ist nichts weniger gemeint als der Versuch, ein Wissen zu formulieren, das auch als Gewissen brauchbar ist. Aus der Einsicht, daß ein Organismus gerade dann, wenn er selbständig ist, in die Welt, in der er lebt, einbezogen ist, entwickelte Foerster eine Kritik jener objektivistischen Wissenschaft, die so tut, als könne sich der Beobachter heraushalten aus dem, was er beobachtet. Tatsächlich ist es seine Welt, die er beobachtet. Daß er sie und wie er sie beobachtet, macht sie erst zu der Welt, auf die er sich als seine Welt bezieht. Darum muß jeder Beobachter für seine Beobachtungen Verantwortung übernehmen. Darin liegt die Pointe jener aus dem Rauschen zu gewinnenden Ordnung: Nichts entläßt uns aus der Verantwortung für die Einschränkungen, die wir setzen, um dem Rauschen der Welt einen Sinn abzugewinnen. Am 2. Oktober ist Heinz von Foerster in seinem Haus in Pescadero gestorben.

FAZ
HeBe:

Monika Bröcker hat mit ihm das letzte Buch geschrieben: Teil der Welt - Ich kann es wärmstens empfehlen!

ThomasKalka:

Kann mich nur anschließen.

ErnstGruber:

Hey Thomas wir sind einer Meinung!

siehe auch ArtenVonWahrheit

Links:

Bücher


...aus einem Manuskript über Heinz von Foerster. Die Sendung lief in SWR2 Wissen (Autor: Wolfgang Möller Streitbörger):

"In dem Moment, wo gestritten wird, was wahr ist, da ziehe ich mich gleich zurück. Denn mit der Wahrheit kann man überhaupt nichts anfangen. Dieser schreckliche Fluch, eine Wahrheit zu wollen, ist ja das Entsetzliche, warum sich die Menschen alle die Schädel einschlagen. Die Fundamentalisten sagen: Wir wissen die Wahrheit. Und die anderen sagen: Aber wir wissen die Wahrheit, ihr habt die falsche Wahrheit. Die richtige Wahrheit, die falsche Wahrheit? Wer stellt das fest?" HVF


Karl H. Müller ist Gründungsmitglied der "Heinz von Foerster-Gesellschaft" und Mitherausgeber mehrerer Bücher zu Heinz von Foerster, u.a. auch (zusammen mit Albert Müller) von "Heinz von Foerster, Der Anfang von Himmel und Erde hat keinen Namen. Eine Selbsterschaffung in sieben Tagen" (erscheint im Kadmos-Verlag zum 90. Geburtstag in seiner dritten Auflage) und (zusammen mit Albert Müller und Friedrich Stadler) "Konstruktivismus und Kognitionswissenschaft. Heinz von Foerster gewidmet (Springer-Verlag) Einen umfassenden Überblick zu Heinz von Foerster eröffnen neuerdings die Sammlungen im Wiener Heinz von Foerster-Archiv (www.univie.ac.at/heinz-von-foerster-archive)


zum schmunzeln...

Wilhelm Busch, das Wilhelm-Busch-Desideratum: "Zwei mal zwei ist vier, ist Wahrheit. / Schade, daß sie leicht und leer ist. / Denn ich hätte lieber Klarheit / über das, was tief und schwer ist."