Sokrates

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Daten
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Sokrates

(* 469 v. Chr., + 399 v. Chr.)

Griechischer Philosoph, Mitbegründer der Dialektik

Eltern: sein Vater hieß Sophroniskos und war Steinmetz / Bildhauer von Beruf; seine Mutter hieß Phänarete und war Hebamme.

Er war mit Xanthippe, die als "streitbare" Frau galt, verheiratet und hatte mit ihr drei Söhne: Lamprokles, Sophroniskos und Menexenos (Die beiden letzteren waren zur Zeit seines Todes noch Kinder).

aus seiner Lehre

Geburtshilfe leisten nötigt mich der Gott, erzeugen aber hat er mir verwehrt. Daher bin ich selbst keineswegs etwa weise, habe auch nichts dergleichen aufzuzeigen als Ausgeburt meiner eigenen Seele. Die aber mit mir umgehen ... (entdecken) nur selbst aus sich selbst ... viel Schönes und halten es fest; die Geburtshilfe indes leisten dabei der Gott und ich. Platon, Theaitet, 150c-d

Wenn man Gutes und Schlechtes zum Mittel machen will, muß man es kennen - und wenn man es kennt, will man es nicht mehr zum Mittel machen.

Bester Mann, als ein Athener, aus der größten und für Weisheit und Macht berühmtesten Stadt, schämst du dich nicht, für Geld zwar zu sorgen, wie du dessen aufs meiste erlangst, und für Ruhm und Ehre; für Einsicht aber und Wahrheit und für deine Seele, daß sie sich aufs beste befinde, sorgst du nicht und hieran willst du nicht denken? Platon, Apologie, 29d

Stimmen

Sokrates preist die Unwissenheit! Glaubt man etwa, unsere Wissenschaftler und Künstler würden ihn zu einem Wechsel seiner Ansicht bewegen, wenn er unter uns auferstände? Nein, meine Herren, dieser gerechte Mann würde weiterhin unsere eitelen Wissenschaften verachten. Er würde nicht mithelfen, jene Büchermassen zu vermehren, mit denen man uns von allen Seiten überschwemmt. Er würde, wie er es getan hat, statt aller Vorschriften seinen Schülern und unseren Enkeln nur das Vorbild und das Andenken seiner Tugend lassen. Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), »Über Kunst und Wissenschaft«

Es ist ebenso sokratisch wie platonisch, daß der Dialog, auf dessen Einsichten hin Sokrates gelebt hat und sterben wird, letztere nicht in der Form gesicherter Ergebnisse hinstellt, sondern mit einer Frage verbindet. So ist die geistige Gestalt des Dialoges nicht geschlossen, sondern entläßt den Leser mit einem weitertreibenden Impuls. Diese Einsichten, mit dieser Frage verbunden und durch sie zum Antrieb weitergehenden Forschens gemacht, darf man wohl das Testament des Sokrates nennen, wie sein großer Schüler es versteht. Romano Guardini (1885-1968), »Der Tod des Sokrates«

Man hat Sokrates als den "innengeleiteten Menschen" bezeichnet im Unterschied zu Achill als dem "außengeleiteten Menschen" und im Unterschied zu dem "manipulierten Menschen" unserer Gegenwart (...). Im Gegensatz zum außengeleiteten orientiert sich der manipulierte Mensch nicht an einer allgemein anerkannten gesellschaftlichen Norm wie Achill an der Ehre, sondern an wechselnden Einflüssen, die von einzelnen, einer Gruppe oder von den Medien ausgeübt werden. Die Instabilität ist das Merkmal des manipulierten Menschen. (...)
Sokrates verkörpert ein neues Menschenbild. Bescheidung, Besinnung auf sich selbst, Verzicht auf Erfolge und Anerkennung von außen. (...)
Sokrates weiß sich als Person, die sich von einer Grundüberzeugung leiten läßt und dadurch ihrem Leben Konsequenz, Einheit und Identität verleiht. Er ist sich seiner als eines besonderen, unverwechselbaren, von den anderen unterschiedenen und auf sich gestellten Wesens bewußt. Er weiß sich als autonom. (...) {Allerdings sieht er keinen Gegensatz zwischen dem unbedingten Gehorsam sich selbst als auch er Obrigkeit gegenüber! (»Denn so, ihr Athener, verhält es sich in der Tat. Wohin jemand sich selbst stellt in der Meinung, es sei da am besten, oder wohin einer von seinen Oberen gestellt wird, da muß er, wie mich dünkt, jede Gefahr aushalten und weder den Tod noch sonst irgend etwas in Anschlag bringen gegen die Schande.« Apologie, 28d}
Woher gewinnt er (Sokrates) die Sicherheit, daß etwas am besten sei? Konnte sich Achill auf die Adelsethik, Antigone auf "das ungeschriebene, unumstößliche Gesetz der Götter" (Sophokles, Antigone, VV. 454-55) berufen, so fehlt der eigenen Überzeugung ein solcher Halt. {dem manipulierten Menschen - rein äußerlich betrachtet - gar nicht so unähnlich!} Wie bildet sich Sokrates seine Überzeugung? {→ Hinweis: vgl. Platons "Höhlengleichnis"} Kurt Roeske, Nachgefragt bei Sokrates, S.126-127

Literatur

Weblinks

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