Tugend

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Seit der Antike sind die vier Kardinaltugenden (von cardo, dinis, m ... Türangel, Angelpunkt, in denen das Tor des Lebens schwingt ...) bekannt: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maß. Hinzu kamen später noch die drei (christlichen) Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe, sowie die sog. evangelischen Räte: Armut, Keuschheit und Gehorsam.

Zitate

Niemand ist zufällig gut; die Tugend muss man lernen.

Seneca


Diskussion


das Wort -to obeir- (jemandem sein Ohr leihen, auch be obachtung schenken) wechselte im 12.jahrhundert, mit dem kratzenden Geräusch der Gänsefeder auf dem papi er, zu der Eigenschaft des gehörens, hörig, horthaften dem Leib eigenen leibhaftig sein. Der Ort, von dem das Wort soviel Phantasieren konnte (uutopos), sollte hinter den Nebeln von aval on im zuHörer fußfassen lassen, fesselnd, "so, als ob" jedoch: eigen ist dem Leib das Freisein, eigen ist dem Wort das Bedeuten. re ergenz urgent - dringend jugend - zwingend tüchtig am Tage, doch die S okrathesen meinten: es möchte etwas gelernt sein, aber nichts wird gelehrt werden... süchtig nach weihNacht, flüchtig vor Ostern --uVVeb 06.08.05 01:21


Aber Vorsicht! Nicht alles, was "Tugendhaft" erscheint oder genannt wird, ist es auch wirklich!
Vgl. z.B. die Experimente von Milgram Anfang der 60er und Zimbardo Anfang der 70er Jahre im Hinblick auf "Gehorsam" und auch den "Gehorsam"sbegiff im Dritten Reich!

Also möchte ich in Analogie zu dem unbekannten Verfasser auf dem Kalenderblatt (siehe Liebe) formulieren (und zum weiterdenken anregen):

Tugend ohne Liebe macht moralisch über moralisierend bis hin zu moralinsauer.

Klugheit ohne Liebe macht gerissen.
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Tapferkeit ohne Liebe macht tollkühn.
Maß ohne Liebe macht mittelmäßig und lau.

Glaube ohne Liebe macht fanatisch.
Hoffnung ohne Liebe macht leichtfertig und leichtgläubig.
Liebe ohne Liebe macht käuflich.

Armut ohne Liebe macht mißgünstig.
Keuschheit ohne Liebe macht prüde und bigottisch.
Gehorsam ohne Liebe mach hörig.

Wissen ohne Liebe macht zynisch.
Freiheit ohne Liebe macht zügellos und beliebig oder wird zu bloßer Auswahlfreiheit.


Literatur, Texte

- Josef Pieper, Über die Tugenden, Kösel-Verlag

- Wikipedia zuTugend - http://de.wikipedia.org/wiki/Tugend

- "Grausamkeit aus bloßem Gehorsam" - Eine neue Deutung der Milgram-Experimente: Warum folgen Menschen abartigen Verhaltenserwartungen? FAS, 10.04.05, S.72

- vgl. auch FAZ.net vom 22.08.2005: Ich erfüllte eine Aufgabe

Die Milgram-Experimente http://www.stangl-taller.at/TESTEXP ... imentbspmilgram.html Die Frage, die der Sozialpsychologe Stanley Milgram in den 60er Jahren beantworten wollte, bezog sich auf die Bereitschaft ganz normaler Menschen, sich einer Autorität zu beugen und offensichtlich "unmenschliche" Anordnungen zu befolgen.

- Stefan Kühl, "Ganz normale Organisationen. Organisationssoziologische Interpretationen simulierter Brutalitäten", Zeitschrift für Soziologie, Heft 2, 2005


Begriffe Philosophie - s.a. Ethik